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Bilanz: Dem Club fehlen erneut 1,9 Millionen Euro

FCN spricht von "Mindererlösen und außerplanmäßigem Aufwand" - 08.10.2017 14:19 Uhr

Club-Finanzboss Michael Meeske zieht trotz des neuerlichen Defizits ein "positives Fazit". © Sportfoto Zink


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Der FCN hat die angestrebte Schwarze Null im abgelaufenen Geschäftsjahr klar verpasst. Der Zweitligist weist stattdessen einen Jahresfehlbetrag in Höhe von 1,9 Millionen Euro nach Steuern aus und wiederholte damit des negative Ergebnis des Vorjahreszeitraums. Die Verbindlichkeiten zum Bilanzstichtag erhöhten sich sogar um 3,1 Millionen Euro auf nun 20,8 Millionen Euro.

"Wir haben weiterhin eine wirtschaftlich herausfordernde Situation, haben aber einen positiven Trend und kommen mit vielen kleinen Schritten voran. Der große Befreiungsschlag ist jedoch ausgeblieben", kommentierte Nürnbergs Kaufmännischer Vorstand Michael Meeske "die Großwetterlage beim 1.FCN" aus finanzieller Sicht. Trotz der angespannten Situation sei man sehr zuversichtlich, auch in diesem Jahr zum Stichtag 31.12.17 alle Lizenzierungsauflagen erfüllen zu können und die dafür notwendige Reduzierung des negativen Eigenkapitals um die geforderten fünf Prozent zu gewährleisten.

Allen voran die Entlassung von Alois Schwarz (mittlerer sechsstelliger Betrag), die Restrukturierung im Merchandising und der Zahlungsausfall des Premiumsponsors Wöhrl hätten die Zahlen belastet. "Die Gewinnprognose für die Saison 2017/18 führt zusammen mit der weiterhin verbesserten Liquiditätssituation des Vereins und des deutlichen verringerten Transferdrucks allerdings dennoch zu einem positiven Fazit", betonte Meeske. Der Verkauf von Stefan Kutschke an Dynamo Dresden und der Abgang von Abdelhamid Sabiri zum englischen Erstligisten Huddersfield Town - geschätzter Transfererlös drei bis vier Millionen Euro - fließen erst in das nächste Geschäftsjahr ein.

Die Umsatzerlöse betrugen in der Saison 2016/17 36,7 Millionen Euro und reduzierten sich somit zur Vorsaison um 9,5 Millionen Euro (Vorjahr: 46,2 Millionen Euro ). Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus den verminderten Transfereinnahmen (- 7,7 Millionen Euro) sowie geringeren Erträgen aus der medialen Vermarktung (- 1,1 Millionen Euro). Die Aufwendungen verringerten sich ebenfalls um 9,5 Millionen Euro auf 38,6 Millionen Euro (Vorjahr: 48,1 Millionen Euro). Den größten Aufwandsposten stellte mit 12,4 Millionen Euro der Personal-Etat im Lizenzbereich dar (Vorjahr: 16,2 Millionen Euro). 

Klar ist: In der zweiten Liga wird der 1. FC Nürnberg in absehbarer Zeit kaum die erheblichen Verbindlichkeiten von 20,8 Millionen Euro abbauen können. Selbst im Falle eins Aufstiegs würde man beim Club lediglich mit einem Gewinn von sechs bis sieben Millionen Euro im ersten Bundesligajahr kalkulieren. Der Einstieg eines Investors bei vorangegangener Ausgliederung des Vereins oder der Verkauf von Teilen des Geländes sind zudem Optionen, den Schuldenberg abtragen zu können.

Den kompletten Finanzbericht zum vergangenen Geschäftsjahr beim 1. FC Nürnberg können Sie hier nachlesen. 

Stefan Jablonka

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