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Champions-League-Held Drogba verlässt Chelsea

Verein bestätigt Medienberichte - Berater hatte vorher dementiert - 22.05.2012 16:29 Uhr

London  - Didier Drogba verlässt den FC Chelsea. Dies bestätigte der Champions-League-Sieger am Dienstag. Der Ivorer soll die Entscheidung seinen Mitspielern schon persönlich mitgeteilt haben. Sein Berater hatte bis zuletzt noch dementiert. Kommt es jetzt zum Totalumbruch beim FC Chelsea?

Verabschiedet sich mit dem Pott von den Blues: Chelsea-Stürmer Didier Drogba
Verabschiedet sich mit dem Pott von den Blues: Chelsea-Stürmer Didier Drogba
Foto: Tobias Hase (dpa)
Verabschiedet sich mit dem Pott von den Blues: Chelsea-Stürmer Didier Drogba
Verabschiedet sich mit dem Pott von den Blues: Chelsea-Stürmer Didier Drogba
Foto: Tobias Hase (dpa)

Didier Drogba hat dem Rätselraten ein Ende gesetzt. Der Final-Held von München verlässt den FC Chelsea. Sein verwandelter Elfmeter kurz vor Mitternacht am Samstagabend zum Gewinn der Champions League war die letzte Aktion des 34 Jahre alten Ivorers im Dress des Londoner Premier-League-Vereins.

Wie Drogba nun dem französischen Fachmagazin „France Football“ verriet, teilte er seinen Mitspielern die Entscheidung nach der Rückkehr in London mit. „Wir werden nächste Saison nicht mehr zusammen sein“, habe er seinen Mannschaftskollegen gesagt, erzählte Drogba. Er wolle nicht von der Bank mitansehen, wie beim FC Chelsea eine neue Mannschaft aufgebaut werde, erklärte der Stürmerstar, für den manch einer nach dem triumphalen Auftritt im Finale der Champions League gegen den FC Bayern schon ein Denkmal an der Stamford Bridge forderte.

Der Verein hat mittlerweile den Weggang seines Stürmers bestätigt. Drogbas Berater hatte bis zuletzt dementiert, dass sein Klient einen neuen Verein sucht.

Neues Abenteuer in China?

Wohin er nun wechselt, verriet der Ivorer nicht. „Es wird ein anderes Abenteuer“, sagte der Angreifer, dem ein hoch dotiertes Angebot von Shanghai Shenhua in China vorliegen soll. Mit dem Weggang von Drogba ist die erste der beiden wichtigsten Personalien geklärt.

Nun warten alle auf ein erlösendes Zeichen von Roman Abramowitsch zur zweiten drängenden Frage: Bekommt Roberto di Matteo, der die „Blues“ in zweieinhalb Monaten als Interimstrainer zum Gewinn des FA-Cups und der Champions League führte, einen Vertrag als Chefcoach? Eine Entscheidung wird laut britischer Medien auch noch in dieser Woche erwartet. Der auch schon in Medien gehandelte Fabio Capello bekundete zwar am Wochenende, dass an den Gerüchten um seine Person beim FC Chelsea nichts dran sei. Spekulationen zufolge dürfte aber auch Josep Guardiola im Visier sein. Der Star-Coach des FC Barcelona hatte seinen Abschied bei den Katalanen in diesem Sommern angekündigt. Er will erstmal ein Jahr Pause machen.

Lampard: "Erfolg erst der Anfang"


Denkbar wäre also auch, dass di Matteo womöglich als Platzhalter installiert würde. Ob der 41-jährige Italo-Schweizer dazu bereit wäre, ist eine ganz andere Frage. Antworten kann letztlich nur Abramowitsch geben. Club-Ikone Frank Lampard widersprach aber bereits allen Schwarzsehern, die nach dem größten Erfolg der 107-jährigen Vereinsgeschichte auch schon wieder das Ende der aktuellen Erfolgsgemeinschaft befürchten. „Das ist erst der Anfang“, sagte Lampard. „Niemand will sich auf diesem Sieg ausruhen.“ Abramowitsch erst recht nicht. „Jahr für Jahr will er, dass wir besser werden, er greift für uns jedes Jahr in seine Hosentasche. Vielleicht will er uns bald auf das nächste Level führen“, sagte der Kapitän John Terry in einem Interview in der Montagsausgabe der „Süddeutschen Zeitung“.

Nur weiß auch er nicht, welchen Plan Abramowitsch derzeit ausheckt. Nach dem Triumph in München hatte er noch in der Kabine Worte an die Mannschaft gerichtet. „Roman hat viel gelacht. Es war einer der Momente, in denen man die Distanz zwischen ihm und uns etwas aufbrechen konnte“, erzählte Terry in dem „SZ“-Interview. „Man konnte spüren, wie viel es ihm bedeutet“, meinte Lampard: „Die Leute reden viel Unsinn über Chelsea und den Besitzer.“ Nun wäre es allerdings gut, wenn Abramowitsch auch über die Trainerfrage reden würde. Didier Drogba ließ unterdessen wie schon im Finale Taten sprechen. 

dpa


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