-2°

Montag, 18.02.2019

|

zum Thema

Club chancenlos: FCN kriegt in München auf die Mütze

Frühes Gegentor leitet Niederlage beim Rekordmeister ein - 08.12.2018 17:22 Uhr

Der Anfang vom Ende: Mit dem 0:1 in der Anfangsphase legten die Bayern den Grundstein zum Erfolg. © Sportfoto Zink / DaMa


Man nehme, hatte Niko Kovac versprochen, das Spiel sehr ernst. Für den 1.FC Nürnberg war das keine gute Nachricht, aber der FC Bayern München kann sich Nachlässigkeiten auch nicht mehr erlauben. Nach Heim-Unentschieden gegen die Bundesliga-Nachzügler Augsburg, Freiburg und Düsseldorf war es höchste Zeit für einen Erfolg in der eigenen Arena, der 1. FC Nürnberg war ein dafür willkommener Gegner.

So kam es wie erwartet respektive befürchtet. Trainer Kovacs Münchner, die sich dafür nicht übermäßig verausgaben mussten, besiegten den chancenlosen Aufsteiger mit 3:0 (2:0) und feierten ihren ersten Liga-Heimsieg seit dem 3:1 über Bayer Leverkusen Mitte September.

Der Club versuchte, sich im Rahmen seiner Möglichkeiten zu wehren, blieb aber ein bemühter Sparringspartner gegen verbesserte, aber nicht berauschende Bayern, das ungleiche bayerisch-fränkische Kräftemessen blieb eine einseitige Angelegenheit.

Bauer und Goden von Beginn an

Nürnbergs Trainer Michael Köllner musste seine Mannschaft schon wegen des Ausfalls von Kapitän Hanno Behrens umstellen. Der beim 1:1 gegen Leverkusen gesperrte Robert Bauer kehrte als Rechtsverteidiger zurück, Kevin Goden blieb trotzdem im Team und rückte ins rechte Mittelfeld. Für Ondrej Petrak übernahm Patrick Erras, Simon Rhein, der Erras im Zentrum assistierte, kam für Yuya Kubo. Das ergab eine 4-4-2-Grundanordnung (mit Mikael Ishak und Sebastian Kerk in vorderster Reihe), die sich, wie erwartet, auf die Verteidigung des eigenen Tores konzentrieren durfte.

Bilderstrecke zum Thema

Klopapier und Wollmützen: Der einseitige Franken-Bayern-Fight

Es wurde das erwartete Spiel für den 1. FC Nürnberg. Beim Gastspiel in München gab es für Frankens Vorzeigeverein nichts zu holen. Zumindest blieb eine befürchtete Blamage gegen den Rekordmeister aber aus. Am Ende steht eine verdiente 0:3-Niederlage.


Acht Minuten lang ging es gut, dann brachte Joshua Kimmich einen Eckball vors Tor – wo Robert Lewandowski aus kurzer Distanz zu leichtes Spiel hatte, der Münchner Mittelstürmer traf per Kopf zum 1:0, Keeper Fabian Bredlow hatte einen Moment zu lang gezögert.

Lewandowski knipst doppelt

Nürnbergs Versuch, sich etwas zu befreien, gelang nur ansatzweise, Mikael Ishak glückte sogar eine Art Schussversuch, der Manuel Neuer allerdings keine Mühe bereitete. Gegenüber traf Franck Ribery das Torgestänge und zielte Lewandowski freistehend drüber, immerhin knapp 20 Minuten dauerte es bis zum zweiten Einschlag.

Bilderstrecke zum Thema

Machtlos in München: Der FCN verdient sich furchtbare Noten

Ein 0:3 in München und noch dazu keinen guten Eindruck hinterlassen: Für den 1. FC Nürnberg war das Gastspiel beim FC Bayern kein gelungener Samstagsausflug. Das zeigen auch äußerst schwache Zensuren, welche den Club-Jungs in das Notenheft gedruckt werden.


Nach Leon Goretzkas Lattenschuss war wieder Lewandowski zur Stelle und verwertete den Abpraller mühelos zum 2:0 (27.). Wer einen kleinen Rest Wunderglauben mit nach München gebracht hatte, durfte beginnen, sich davon zu verabschieden. Immerhin sah man von Nürnberg einen zweiten kleinen Versuch, Robert Bauer schoss weit übers Tor. Räume zur Mitgestaltung des Geschehens boten die Bayern ihren Gästen selten an, wenn, dann wusste sie Nürnberg nicht zu nutzen. Das Bemühen kam in einigen Zweikampfsiegen zum Ausdruck, blieb aber offensiv zaghaft.

Nürnberger Schützenhilfe

Nach der Pause ging es nicht gleich weiter, in Bredlows Strafraum segelten aus dem Bayern-Fanblock hunderte Papierrollen, weitere Aufräum-Arbeiten standen, als der Ball wieder rollte, für Nürnbergs Profis an. Bredlow verrichtete es vorzüglich gegen den Flachschuss Joshua Kimmich (46.), aber zehn Minuten später hieß es 3:0, weil Bredlows Abstoß bei Serge Gnabry landete, im Nachschuss traf Ribery (56.) - erneut hatte Nürnberg den um Rehabilitierung bemühten Bayern geholfen.

Bilderstrecke zum Thema

Derby-Geschichte: Club-Schmankerl gegen die Bayern

189 Mal ging das prestigeträchtige fränkisch-bayerische Kräftemessen zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem FC Bayern München bereits über die Bühne. Zuhause setzte der Club bereits einige Ausrufzeichen gegen den Rivalen aus der ungeliebten Landeshauptstadt. In der Isarmetropole schnappte er sich letztmals 1992 die volle Punktzahl. Hier sind die Bilder!


Nach 63 Minuten kam Nürnberg erstmals gefährlich vors Tor, Goden bediente Kerk, die Münchner konnten gerade noch zum ersten Eckstoß für den Club klären – erstmals wurde es richtig laut in der Arena, allerdings nicht deshalb, sondern wegen der Nachricht von Schalkes Ausgleichstor in Dortmund, eine Erinnerung daran, dass der FC Bayern ja immer noch ein Meisterschaftsanwärter ist.

In München war die Angelegenheit zu diesem Zeitpunkt längst gelaufen, ob man sich wiedersieht, wird von Nürnbergs weiteren Bemühungen im Abstiegskampf abhängen.

FC Bayern München:  Neuer - Rafinha, Süle, Boateng, Alaba - Kimmich, Goretzka (63. Thiago) - Gnabry (75. Wagner), Müller, Ribery (63. Coman) - Lewandowski

1. FC Nürnberg: Bredlow - Goden, Margreitter, Mühl, Leibold - Erras (84. Ewerton), Rhein (69. Petrak) - Bauer, Misidjan - Kerk (69. Zrelak) - Ishak

Tore: 1:0 Lewandowski (9.), 0:2 Lewandowski (27.), 0:3 Ribery (56.) | Gelbe Karte: Alaba | Schiedsrichter: Stieler (Hamburg) | Zuschauer: 75.000 (ausverkauft)

Hier gibt's die Partie im Live-Ticker zum Nachlesen:

Mehr laden

 

Hans Böller Sportchef der Nürnberger Nachrichten E-Mail

189

189 Kommentare

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Sport