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Club-Mängel: Möhwald erkennt bedenklichen Trend

Der FCN lässt derzeit auch spielerisch vieles vermissen - 09.11.2017 11:25 Uhr

"Wir spielen zu Hause und sind viel zu passiv, das geht gar nicht." Kevin Möhwald kartete nach dem ärgerlichen 1:2 gegen die Schanzer nach. © Sportfoto Zink / DaMa


Schon beim schmeichelhaften 2:1-Heimsieg gegen Dresden und dem 0:1 in Heidenheim sei man nicht gerade überzeugend aufgetreten, gab Möhwald zu bedenken. Ein Eindruck, der sich gegen die Schanzer nun verfestigte. "Die konnten doch vor allem in der zweiten Halbzeit machen, was sie wollten. Ich weiß nicht, warum wir uns so eingeigelt haben, das war nicht unser Plan. Wir spielen zu Hause und sind viel zu passiv, das geht gar nicht", redete sich Möhwald fast schon ein bisschen in Rage.

Michael Köllner mochte der Manöverkritik seines Spielgestalters allerdings nur bedingt zustimmen. "Kevin ist immer ein sehr kritischer Zeitgenosse", beschwichtigte der Trainer schmunzelnd und attestierte seinem Team sogar, "teilweise richtig stark Fußball gespielt" zu haben. Nach der Pause habe es dann "den Druck nicht mehr so aufbauen können", allerdings auch kaum gegnerische Torchancen zugelassen. Dass dann innerhalb einer Zeigerumdrehung erst Mikael Ishak mit einer Großchance an Ingolstadts Torhüter Örjan Nyland scheiterte und im Gegenzug Club-Keeper Thorsten Kirschbaum den Gästen durch einen "individuellen Granatenfehler" (Köllner) den Siegtreffer auf dem Silbertablett servierte, zeige eben, "wie brutal der Fußball sein kann".

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Schwach gegen Schanzer: Nur Möhwald macht ein bisschen Mut

Es war ein Spiel, das der 1. FC Nürnberg unbedingt gewinnen wollte, um an der Spitzengruppe dran zu bleiben. Nach dem ärgerlichen 1:2 gegen den FC Ingolstadt am Montagabend muss sich das Team von Michael Köllner fragen, warum die wichtigen Punkte diesmal an die Donau gehen. Ein Verantwortlicher dafür wurde natürlich auch in Notenform abgestraft.


Dass der Club derzeit weit entfernt ist vom schwungvoll-inspirierten Offensivfußball, der ihn in die Spitzengruppe der 2. Liga geführt hatte, dürfte aber auch Köllner kaum entgangen sein. Seine Elf kreiert kaum mehr Torchancen, wirkt taktisch überfordert und phasenweise seltsam lethargisch und leistet sich zudem in der Defensive immer wieder fatale Blackouts. Zudem scheinen momentan auch die entscheidenden Impulse und Ideen von außen zu fehlen. Nach dem späten Rückstand verzichtete Köllner auf die Hereinnahme einer weiteren Offensivkraft und beorderte in der Schlussphase lieber Abwehrchef Ewerton nach vorne – mit überschaubarem Erfolg. Dass bereits nach 54 Minuten der kränkelnde Enrico Valentini vom Feld musste und sein erst von einer Gehirnerschütterung genesener Vertreter Patrick Kammerbauer gleich nach dem ersten Kopfballduell erneut über Schwindelgefühle klagte, machte es dem Trainer nicht gerade leichter.

Taktik, Tabelle, Trotz

Den Gegner vorne konsequenter anlaufen, kompakter stehen, die Linien in der Breite und in der Tiefe geschlossen halten – Köllner sah viele kleine Mängel, "die dann im Spiel eine riesengroße Wirkung haben". Die Länderspielpause will der Coach nun dazu nutzen, seine Mannschaft "taktisch wieder in eine bessere Spur zu bringen". Immerhin steht in zwei Wochen das nächste Heimspiel gegen den bereits um sieben Punkte enteilten Tabellenzweiten Holstein Kiel auf der Agenda. Eine weitere Niederlage dürfte allen dezenten Aufstiegsambitionen einen gehörigen Dämpfer versetzen, auch wenn Köllner fast trotzig darauf verweist, "dass eine Saison nach 34 Spieltagen zu Ende ist und nicht nach 13 oder 15".

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Strafstoß-Ärger gegen die Schanzer: FCN verpasst Anschluss

Gut war es nicht, was der Club am Montag gegen Ingolstadt auf die eigene Spielwiese brachte. Zu einem Punkt hätte es dank Cedric Teucherts entschlossenem Antritt und Kevin Möhwalds saftigem Schuss in einer besonders im zweiten Durchgang weitgehend öden Zweitliga-Partie jedoch wohl gereicht. Hätte nicht... Ach, Sehen Sie doch selbst!


Angst, dass dem Club eine bislang ordentliche bis gute Spielzeit entgleiten könnte, hat der stets positiv denkende Trainer nicht. "Es gibt immer gute und schlechte Phasen in einer Saison, du darfst halt nur die schlechten nicht zu lange haben", philosophierte Köllner und verwies auf die ja immer noch recht reizvolle Ausgangslage: "Hätte beim Trainingsauftakt im Juni jemand prophezeit, dass wir Anfang November auf Platz vier stehen, hätte das wohl jeder sofort unterschrieben. Wir können von dieser Position aus gut attackieren, und das werden wir auch machen." Ähnlich kämpferisch gab sich Chefkritiker Möhwald. "Wir wissen ja, dass wir es können", beschwor der 24-Jährige die Rückkehr zu alter Stärke, "alle müssen sich jetzt hinterfragen und eine Reaktion zeigen." Damit der bedenkliche Trend nicht zur handfesten Krise wird. 

Uli Digmayer

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