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Club nach dem ersten Sieg: Mit Demut, Lust und Lernwillen

Nürnbergs Trainer Ismaël dankt dem Publikum - Stark ersetzt Polak im Derby - 05.08.2014 05:58 Uhr

Sieht nach dem ersten Spiel gegen Aue noch Steigerungspotenzial bei seiner Mannschaft, ist jedoch mit der Entwicklung des Teams bisher zufrieden: FCN-Coach Valerien Ismael.

Sieht nach dem ersten Spiel gegen Aue noch Steigerungspotenzial bei seiner Mannschaft, ist jedoch mit der Entwicklung des Teams bisher zufrieden: FCN-Coach Valerien Ismael. © Sportfoto Zink / DaMa


Niklas Stark trug eine stattliche Fahne durchs Frankenstadion - manche vermuteten, vielleicht sogar zwei, die Nacht nach dem Finale von Budapest soll ja lang gewesen sein. Aber Stark, Kapitän der deutschen U-19-Europameister, ist ein sehr solider Jungprofi. Man sah ihm einfach das Glück dieses besonderen Augenblicks noch an, er strahlte, als er daheim beim 1. FC Nürnberg geehrt wurde; die Club-Fahne - Niklas Stark, Europameister, stand darauf - trug er als Zuschauer beim Auftaktsieg am Sonntagnachmittag über Aue um die Schultern.

Seit Montag ist Niklas Stark zurück im Alltag, aber was heißt das schon beim 1. FC Nürnberg. Die Zweitliga-Saison hat gerade erst begonnen, mit einem Erfolgserlebnis einerseits, aber andererseits mit einem in jeder Hinsicht sehr schmerzlichen Rückschlag. Die beiden Rippenbrüche, die sich Jan Polak zuzog, tun nicht nur dem Kapitän weh, sondern auch seinem Club.

Schon drei Ausfälle

Vier bis sechs Wochen lang wird der prominenteste Neuzugang voraussichtlich fehlen, die im Abstiegsjahr ins Schwindelerregende abgedriftete Zahl an Absenzen ist schon wieder groß - vor Polak erwischte es bereits die Neuzugänge Even Hovland und Danny Blum, und weiter geht es am nächsten Montag mit einem ganz besonderen Spiel: Fürth erwartet den Nachbarn zum Franken-Derby.

Dass der 19 Jahre alte Niklas Stark aus Ipsheim, der seine ersten Schritte beim 1. FC Nürnberg in der E-Jugend machte, dann wieder auf dem Platz steht, darf als sehr wahrscheinlich gelten. Auf Polaks Position könnte sein tschechischer Landsmann Ondrej Petrak rücken, dessen Platz in der am Sonntag überzeugenden Innenverteidigung dann Stark übernähme. Die „erste Option“ nennt das auch Trainer Valerien Ismaël, die zweite könnte Stark als Vertreter Polaks sein, über eine dritte denkt man seit gestern nach - nämlich über einen Neuzugang für die Zentrale.

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„Wir prüfen momentan alle Möglichkeiten“, sagt Ismaël; die Frage, „wie Jan mit Schmerzen umgehen kann“ (Ismaël), werde mitentscheidend sein. Als besonders wehleidig ist Polak kaum je aufgefallen, im Gegenteil, die Hoffnung, der Kapitän könnte früher als erwartet wieder belastungsfähig sein, darf der Trainer haben; am Tag danach war es jedenfalls auch Ismaël gelungen, sich richtig über den Auftaktsieg zu freuen.

"Ein Super-Erlebnis" für Schöpf

„Immer mit Demut“, sagt er, werde man „den Weg weitergehen“ und „nicht zu viel auf einmal wollen“, dafür brauche es „diese Geduld, die die Fans hatten“, wie Ismaël im Blick auf das erste gemeinsame Stadionerlebnis sagt - verbunden mit einem ausdrücklichen Dank an das Publikum, „dafür, dass die Leute nicht gepfiffen haben in Momenten, in denen es nicht so gut gelaufen ist“. Wie nervös seine Mannschaft gewesen sei, habe man gesehen, findet Ismaël, „die Kulisse muss man auch erst einmal verdauen“ - zum Beispiel, wenn man, wie der 20 Jahre alte Alessandro Schöpf, bisher meistens vor ein paar hundert Zuschauern in der Regionalliga gespielt hat.

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„Überragend“ nannte der vom FC Bayern München geholte Tiroler seinen auffällig gelungenen Einstand im Profifußball, „es war ein Super-Erlebnis, gleich in der Startelf zu stehen - dafür muss ich mich bedanken“, beim Trainer natürlich, aber auch und besonders, wie Schöpf bemerkte, bei den Spielkameraden: „Wir helfen uns gegenseitig, wir weisen uns auf Fehler hin - das klappt sehr gut, weil wir uns auch außerhalb des Platzes richtig gut verstehen.“

Lebhafte Analyse

„Die Mannschaft muss sich erst richtig finden“, sagt Schöpf, „jeden Tag, in jedem Training“ fühle man sich dabei „besser und kompakter“ - ein Eindruck, den sein Trainer teilte, als er gestern von einer offenbar sehr lebhaften Video-Analyse berichtete; „jeder Spieler“, sagt Ismaël, „darf und soll seine Meinung sagen, es muss immer wieder ein neuer Austausch sein“.

Lauf- und Sprintleistung gegen Aue sowie „teilweise“ das Kombinationsspiel strich Ismaël noch einmal positiv heraus, „zu viele Fehlpässe und manchmal zu viel Hektik im Abschluss“ stehen auf der vorläufigen Mängelliste; ein besonderes Bild blieb dem Trainer darüber hinaus in Erinnerung: „Es war schön zu sehen, wie sich die Jungs alle gemeinsam über das Tor gefreut haben.“ Azubi Alessandro Schöpf fasst Lektion eins so zusammen: „Dass man nicht aufhört, Fußball zu spielen, ist das Wichtigste.“ 

HANS BÖLLER

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