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Club rettet Remis! Behrens antwortet Berlins Poltergeist

2:2 im Spitzenspiel! Der Kapitän verhindert die erste FCN-Pleite - 20.08.2017 15:23 Uhr

Jubel, Trubel, Behrenszeit: Der Club-Kapitän sorgte dafür, dass der FCN gegen Union immerhin nicht verlor. © Sportfoto Zink / DaMa


Dass es neuerdings wieder Sinn macht, dem 1. FC Nürnberg beim Fußball zuzusehen, hat sich noch nicht überallhin herumgesprochen. 29.813 Zuschauer waren am Sonntagnachmittag ins Max-Morlock-Stadion gekommen. Das ist einerseits beachtlich, weil es sich ja nach wie vor um Zweitliga-Fußball handelt, andererseits aber enttäuschend, weil es sich um Zweitliga-Spitzenfußball handelt. Diesmal traf das sogar mit Blick auf de Gast zu: Union Berlin gehörte schon vor Beginn der Spielzeit zu den Favoriten auf den Aufstieg, zu denen sich der Club erst nach zwei Spieltagen gesellt hat.

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Club-Noten: Kerk und Co. überzeugen auch gegen Union

Aus dem vierten Sieg im vierten Pflichtspiel wurde für den 1. FC Nürnberg gegen formstarke Berliner nichts. Obwohl bei der Kraftprobe gegen die Eisernen am Ende nur ein Remis von der Anzeigetafel blinkte, war man mit dem Ergebnis dennoch happy beim Altmeister. Und nicht nur dort, denn auch die User verteilten weitestgehend gute Zensuren.


Einen Sieger gab es im direkten Aufeinandertreffen nicht: In 90 unterhaltsamen Minuten, die keine großen Unterschiede erkennen ließen, stellte sich der FC Union aus Köpenick als die etwas gefestigtere Mannschaft heraus, Nürnberger aber erkämpfte sich spät und dank eines Kopfballtreffers von Hanno Behrens ein verdientes 2:2 (0:0).

Dass es auch nach einem perfekten Saisonstart Änderungsbedarf geben kann, hatte Michael Köllner schon vorab unter Beweis gestellt. Eduard Löwen verpasste das Spitzenspiel mit einer Zerrung, Mikael Ishak und Edgar Salli mussten beim Anpfiff auf der Bank sitzen, weil offenbar Adam Zrelak und Cedric Teuchert die Trainingswoche besser für sich zu nutzen wussten.

Der Anblick aber blieb derselbe auch in veränderter Formation. 30 Minuten lang stellte der 1. FC Nürnberg in Durchgang eins sein neues Selbstvertrauen zur Schau. Bereits nach 40 Minuten endete eine unschöne Kombination über Enrico Valentini und Teuchert in einem eher unschönen, weil ungenauen Abschluss von Kapitän Hanno Behrens. Es war exemplarisch für diese erste Halbzeit, dass der Club sich zwar ansehnlich nach vorne kombinierte, wenn es ernst wurde aber zu wenig zielstrebig war. Für eine dominante halbe Stunde langte das aber trotzdem, Union hatte größte Mühe, sich aus der eigenen Hälfte und der Nürnberger Umklammerung zu befreien.

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Kerk-Schock und ein Punkt: FCN behauptet sich gegen Berlin

Der FCN verlor gegen Union Berlin nicht das Spiel, mit Sebastian Kerk aber einen seiner auffälligsten Akteure in der Frühphase dieser Saison. In einer intensiven Auseinandersetzung hatte der Club zunächste lange Zeit Vorteile, zweimal das Nachsehen - und ein Teil seiner Anhängerschaft eine klare Meinung in Sachen DFB.


Das änderte sich erst, als Zrelak per Kopf (7.) und Teuchert mit einem Schuss ans Außennetz (30.) weitere Halbchancen hatten liegenlassen. Eine Viertelstunde vor der Pause nahm auch der Gast aus Berlin die Partie als Spitzenspiel an. Nürnbergs Defensive wirkte jetzt nicht immer so stabil, wie meist in den ersten drei Saisonspielen, die Offensive war vor allem damit beschäftigt, der Defensive eine Stütze zu sein. Weil das immerhin einigermaßen klappte, kam auch Union nicht zu der einen, zwingenden Gelegenheit.

Hedlund schockt Nürnbergs Kabinenschläfer

Das änderte sich sofort nach Beginn der zweiten Hälfte: Nürnberg war einen Moment unaufmerksam, was Steven Skrzybski zu einem Pass nutzte, der Simon Hedlung freie Bahn Richtung Tor verschaffte – 0:1 nach 47 Minuten. Nürnberg war beeindruckt, machte sich das aber zu einer Stärke. Nach 49 Minuten musste Berlins Torwart Jakob Busk gegen Leibold klären, nach 50 einen Distanzschuss Valentinis zur Ecke klären. Nach 55 Minuten war Busk dann machtlos: Leibold hatte Kerk in Szene gesetzt, der fand mit seiner Hereingabe Teuchert und der traf mit links trocken zum Ausgleich.

Da poltert's! Der Ex-Nürnberger wuchtete gegen den Club den Ball zwar ins Tor, markierte damit aber nicht Berlins Siegtreffer. © Sportfoto Zink /DaMa


Nürnberg sah nun stürmisch aus, Berlin gab sich abgeklärt. 65 Minuten waren absolviert, als Thorsten Kirschbaum einen Schuss Damir Kreilachs zur Ecke lenkte, was wiederum Christopher Trimmerl zu einem Eckstoß animierte, den Sebastian Polter zur neuerlichen Berliner Führung ins Tor köpfelte.

Dem 1:2 folgte nach 71 Minuten der nächste Rückschlag: Sebastian Kerk blieb nach einem Laufduell ohne Foulspiel liegen und musste durch Edgar Salli ersetzt werden. Das war dann in Summe fast ein bisschen zu viel für einen bemühten 1. FC Nürnberg, der trotzdem noch einmal zurückkam: War Margreitter mit seinem Kopfball nach 87 Minuten noch denkbar knapp an Busk gescheitert, nutzte Behrens die Vorarbeit Sallis überlegt und ebenfalls per Kopf zum Ausgleich. Das Max-Morlock-Stadion war euphorisiert – und so laut, wie knapp 30.000 Menschen eben sein können.

+++ Der Live-Ticker zum Nachfiebern +++

1. FC Nürnberg: Kirschbaum - Valentini , Margreitter , Petrak , Leibold - Kammerbauer - Teuchert (88. Ewerton) , Möhwald , Behrens , Kerk (73. Salli) - Zrelak (76. Ishak)

1. FC Union Berlin: Busk - Trimmel , Leistner , Torrejon , Pedersen - Fürstner - F. Kroos (62. Hartel) , Kreilach - Skrzybski (80. Prömel) , Polter , Hedlund (88. Schönheim)

Tore: 0:1 Hedlund (47.), 1:1 Teuchert (56.), 1:2 Polter (66.), 90 Behrens (90.) | Gelbe Karten: Leibold - Trimmel | Rote Karte: Prömel 90 (+3) - Schiedsrichter: Schröder (Hannover) | Zuschauer: 29.813.

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Unter Cluberern: "Die meiste Zeit haben sie gekämpft"

2:2-Unentschieden gegen Union Berlin: Der Ausgleich in Minute 90 war für viele FCN-Fans ein Segen. Trotz der vielen versäumten Chancen in der ersten Halbzeit ist man sich einig: Der Club hat überzeugt!


 

Fadi Keblawi

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