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Club-Rückkehrer Valentini: Glücksgefühle vor der Kurve

Der gebürtige Nürnberger genießt den Jubel mit den FCN-Anhängern - 08.08.2017 05:44 Uhr

Urschrei-Therapie: Enthusiastisch feierte Vorbereiter Enrico Valentini den Siegtreffer in Regensburg. © Sportfoto Zink


Für Enrico Valentini war es bislang wohl der emotionalste Moment seit seiner Rückkehr zum 1. FC Nürnberg. Mit geballten Fäusten und weit aufgerissenen Augen baute sich der Rechtsverteidiger vor dem Gästeblock der Regensburger Continental Arena auf und brüllte seine Freude hinaus. Sekunden zuvor hatte er mustergültig das 1:0 durch Kevin Möhwald vorbereitet, es sollte dem Club zum zweiten Saisonsieg reichen.

"Schon geil, was da los war. Ich habe es genossen", schwärmt Valentini vom gemeinsamen Jubel mit den rund 3000 Club-Fans, die ihr Team in die Oberpfalz begleitet hatten. Hätte es nicht für eine Profikarriere gereicht, vielleicht wäre Valentini selbst am Sonntag mit ein paar Kumpels in der Kurve gestanden und hätte Hanno Behrens & Co. angefeuert. Entsprechend glücklich ist der gebürtige Nürnberger, endlich für seinen erklärten Herzensverein in der 2. Liga auflaufen zu dürfen. "Das ist schon ein ganz besonderes Gefühl", gesteht Valentini, "allein dass ich letzte Woche nach dem 3:0-Sieg gegen Kaiserslautern die La-Ola-Welle vor der Nordkurve machen durfte, war für mich das Allergrößte."

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Wie erhofft hat sich der 28-Jährige am Valznerweiher auf Anhieb als Stammkraft etabliert, so ganz zufrieden mit seinen Leistungen ist er aber noch nicht. In Regensburg sollte der gelernte Stürmer zusammen mit Rurik Gislason auf der rechten Seite eigentlich viel mehr Druck nach vorne entwickeln, "aber wir haben es erst nicht so umgesetzt", räumt Valentini ein: "Umso besser, dass es mit der einzigen gelungenen Aktion über die Grundlinie dann geklappt hat."

Auch Trainer Michael Köllner sieht den Neuzugang vom Karlsruher SC noch in einem "Anpassungsprozess". Valentini müsse sich daran gewöhnen, offensiver zu verteidigen, auch die Ruhe bei eigenem Ballbesitz sei "sicher noch verbesserungswürdig, aber wie man gesehen hat, ist das auch eine Frage des Selbstvertrauens. Am Ende hat er es dann ja gut gemacht", befand Köllner, der dem Deutsch-Italiener zudem attestiert, "sehr lernfähig und wissbegierig" zu sein.

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Und er hat schon einiges erlebt im Fußball. Mit dem später in der Relegation am Hamburger SV gescheiterten KSC stand Valentini vor zwei Jahren ebenfalls weit oben in der Tabelle der 2. Liga, "ich kenne das Gefühl und weiß, wie man damit umgeht". Den Schwung und die Euphorie der Fans müsse man natürlich mitnehmen, wichtig sei aber auch eine gewisse Demut, mahnt Valentini. Denn trotz des optimalen Starts mit sechs Punkten und 4:0 Toren warte noch viel Arbeit, "und wir werden auch mal Spiele verlieren".

Möglichst aber nicht gleich die nun anstehende Pokalpartie in Duisburg. "Vielleicht ist es ganz gut, dass wir gegen einen Zweitligisten spielen", sagt Valentini, so sei zumindest die Gefahr, den Erstrundengegner zu unterschätzen, kaum gegeben. Valentini erwartet an der Wedau "ein ähnliches Kampfspiel wie in Regensburg, wobei der MSV spielerisch noch einen Tick besser ist". Eine gelungene Vorarbeit zum entscheidenden 1:0 würde aber ja schon durchaus wieder genügen, um mit den Fans feiern zu können. 

Uli Digmayer

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