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Beim Davis-Cup-Heimspiel in Oberfranken wollte Philipp Petzschner einfach nichts gelingen. Sang- und klanglos musste sich der Bayreuther am Freitag im Eröffnungseinzel dem argentinischen Topspieler Juan Mónaco mit 3:6, 3:6, 3:6 geschlagen geben, es war alles andere als ein Start nach Maß für das deutsche Tennis-Team.
„Ich habe viele Dinge probiert, und keines hat so richtig funktioniert. Das ist frustrierend“, sagte Petzschner, der sich selbst die „Schulnote mangelhaft“ gab. Anschließend musste auf dem Bamberger Hallen-Sandplatz die deutsche Nummer 1 Florian Mayer gegen David Nalbandian antreten und sollte einen nur schwer aufzuholenden 0:2-Rückstand vermeiden.
Das mit Spannung erwartete Davis-Cup-Comeback von Tommy Haas steht in der Erstrundenpartie am Samstag (14.00 Uhr) auf dem Programm. Am 46. Geburtstag von Teamchef Patrik Kühnen soll der 33-Jährige nach mehr als vierjähriger Pause an der Seite des Doppelexperten Petzschner gegen Juan Ignacio Chela und Eduardo Schwank wieder für das deutsche Team spielen.
Petzschner ist sicher, dann eine bessere Leistung abrufen zu können. „Ich glaube nicht, dass man mich aufbauen muss“, meinte die Nummer 56 der Tennis-Welt. „Ich freue mich drauf, mit Tommy zu spielen. Das wird geil.“
Im ersten Aufeinandertreffen mit Mónaco war für Petzschner der dritte Einzel-Sieg im Davis Cup nie in Reichweite. Zwar hatten sich die deutschen Spieler in der nicht ganz ausverkauften Stechert Arena bei der Eröffnungszeremonie noch mit dem Hit „Thunderstruck“ der Hardrocker AC/DC Mut gemacht, doch der Optimismus wich schnell der Ernüchterung.
Vor rund 3800 Zuschauern in der Heimstätte des deutschen Basketball-Meisters Brose Baskets Bamberg geriet Petzschner nach zwei frühen Breaks zum 0:4 sofort unter Druck. Der 27-Jährige ließ sich mit dem Sandplatzspezialisten unverständlicherweise immer wieder auf Grundlinienduelle ein – ohne Erfolg. Zu selten rückte Petzschner nach seinen bis zu 220 Stundenkilometer schnellen Aufschlägen ans Netz und agierte zu wenig variabel. Mónaco hatte leichtes Spiel, nach Petzschners Zu-Null-Aufschlagverlust zum 3:4 war auch der zweite Durchgang gelaufen.
„Petzsche hat sicher nicht ganz so gespielt, wie wir uns das erhofft haben. Aber er hat alles gegeben“, bilanzierte Haas bei „bild.de“. Nach Petzschners klarer Pleite sind dessen Chancen auf einen Einsatz im letzten Einzel am Sonntag sicher nicht gesunken.
Teamchef Patrik Kühnen redete bei den Seitenwechseln immer wieder im Hocken auf Petzschner ein, doch der US-Open-Doppelsieger konnte die Tipps nicht umsetzen. Auch eine kurze Toilettenpause vor dem dritten Satz änderte nichts. Petzschner unterliefen zu viele Fehler, Monaco blieb stets Herr des Geschehens. Auch die Anfeuerungsversuche von Haas und Co. halfen dem Lokalmatadoren nichts, so dass Mónaco nach 2:02 Stunden die einseitige Partie beendete.