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Der Gegner-Check: Das erwartet den Club gegen Bremen

Der SV Werder spielt meist besser, als es die Tabelle erahnen lässt - 01.02.2019 05:26 Uhr

Werders Maximilian Eggestein jubelt mit seinem Bruder Johannes, Davy Klaassen (rechts) und Martin Harnik (links) über seinen Treffer gegen Frankfurt. © Carmen Jaspersen


So ist die Lage: Werder Bremen, am Samstag (15.30 Uhr) zu Gast beim 1. FC Nürnberg, ist durchaus furios in die Rückrunde gestartet. Einem hochverdienten 1:0-Sieg in Hannover ließ Trainer Florian Kohfeldts Elf einen phasenweise glanzvollen Auftritt gegen Frankfurt folgen, auch wenn er sich am Ende mit einem für die Eintracht schmeichelhaften 2:2 begnügen musste. Ein altbekanntes Problem: Weil sich die Grün-Weißen zu selten für ihren attraktiven Offensivfußball belohnen, dümpeln sie mit sieben Siegen, sieben Niederlagen und fünf Remis sowie einem ausgeglichenen Torverhältnis (31:31) derzeit nur im grauen Mittelmaß umher. Dennoch träumt der Tabellenelfte von Europa. "Wir bleiben ruhig, irgendwann wird der Knoten platzen und dann gewinnen wir auch mal hoch", sagte Kohfeldt.

Beeindruckend: Kontinuität auf der Trainerbank war in Bremen seit der 14 Jahre währenden Ära von Thomas Schaaf nicht mehr gerade besonders ausgeprägt. Weder Robin Dutt noch Viktor Skripnik noch Alexander Nouri gelang es danach, sich auf Dauer zu etablieren. Als schließlich U23-Trainer Florian Kohfeldt am 30. Oktober 2017 die Nachfolge des ein Jahr zuvor ebenfalls vom Nachwuchs- zum Chefcoach beförderten Nouri antrat, sollte das zunächst nur eine Interimslösung sein. Auch in der Mannschaft hätte man sich, so war zu hören, anstelle des nächsten "Eigengewächses" lieber einen klangvolleren Namen gewünscht. Doch Kohfeldt überzeugte Spieler und Vorgesetzte, durfte bleiben und wird heute als Glücksfall für den Verein gefeiert. Der 36-jährige frühere Torwart gilt als extrem ehrgeiziger Trainer, mit dem die Emotionen auch schon mal etwas durchgehen. Zuletzt wurde er wegen Reklamierens auf die Tribüne geschickt. "Wenn es aus deiner Sicht falsch ist, dann wirst du halt sauer", erklärte Kohfeldt.

 

Ausbaufähig: Kapitän Max Kruse brachte das Bremer Problem nach dem 2:2 gegen Frankfurt auf den Punkt: "Uns fehlt die Cleverness vorne und hinten. Das ist der Grund, warum wir noch auf diesen Tabellenplätzen herumeiern." Es fehlt vor allem ein klassischer Knipser, die interne Schützenliste führt Maximilian Eggestein mit fünf Treffern vor Max Kruse (4), Martin Harnik und Yuya Osako (je 3) an.

Im Fokus: Nicht nur wegen seiner fünf Tore gilt "Maxi" Eggestein in Bremen als die Entdeckung dieser Saison. "Weltklasse" sei das 1:0 des U21-Nationalspielers gegen Frankfurt gewesen, schwärmte Kohfeldt. Eggesteins Vertrag läuft nur noch bis 2020, längst hat die Konkurrenz den schussstarken Mittelfeldmann, dessen jüngerer Bruder Johannes ebenfalls für Werder stürmt, im Visier. Sogar aus der Premier League soll schon Interesse bekundet worden sein. Doch Kohfeldt ist sich sicher, dass der 22-Jährige bleibt, "weil ich ihn gut kenne, weil ich seinen Berater und seinen Vater gut kenne. Und weil wir sehr gute Argumente haben".

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Das Hinspiel bescherte dem Club den ersten von bislang lediglich zwei Auswärtspunkten. Maximilian Eggestein hatte überlegene Bremer mit einem satten Schuss aus 18 Metern in Führung gebracht (26.). Erst nach der Pause traten die Gäste etwas couragierter auf. War einem Treffer von Ondrej Petrak nach Intervention des Videoassistenten wegen einer vorangegangenen Abseitsstellung von Mikael Ishak noch die Anerkennung verweigert worden (59.), gelang dem eingewechselten Virgil Misidjan bei seinem Bundesliga-Debüt in der zweiten Minute der Nachspielzeit nach Zuspiel von Hanno Behrens dann doch noch der Ausgleich.

Wer/Was ist neu? Auf dem Transfermarkt hielt sich Werder in diesem Winter sehr zurück. Zwar wurde Anfang Januar für eine Million Euro Ablöse Romano Schmid von RB Salzburg verpflichtet, das 18-jährige Mittelfeldtalent soll aber gleich wieder ausgeliehen werden. Verlassen haben den Verein Florian Kainz (1. FC Köln), Ole Käuper (Erzgebirge Aue) und Torwart-Oldie Jaroslav Drobny (Fortuna Düsseldorf). Die Personalplanungen sind damit abgeschlossen.

Und sonst so? Am 4. Februar wird Werder 120 Jahre alt. Zur Feier des Tages veröffentlicht der Verein eine schmucke, auf 1899 Exemplare limitierte und in den Vereinsfarben gepresste Doppel-LP, auf der 19 mehr oder weniger bekannte Künstler wie Jan Delay, Johannes Strate, Gloria, Flo Mega oder Afterburner ihrem Lieblingsklub ein Ständchen singen. Alle Erlöse des Albums gehen in Nachwuchsprojekte der Werder-Stiftung und der Musikszene Bremen. Eine runde Sache also. 

Uli Digmayer

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