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Donnerstag, 20.09.2018

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Der neue Reitverein Ödenhof sucht Mitglieder

Zwischen Cadolzburg und Langenzenn wird seit Januar geritten - 11.04.2018 12:02 Uhr

„Sie weiß auch, dass sie schön ist“: Andrea Schmidt (Mitte), Vorsitzende des erst jüngst gegründeten RV Ödenhof, mit ihrer schwarzbraunen Stute Kaiserin Kiara. Der Reitplatz ist mit Teppichschnipseln ausgelegt. © Foto: Hans-Joachim Winckler


Für Reitfreunde ist der malerische Aussiedlerhof, der bei Stinzendorf idyllisch zwischen Wald, Wiesen und Feldern liegt, ein Stück vom Paradies: Geräumige Boxen, großzügige Koppeln, optimale Reitplätze und liebevolle Pflege bieten alles, was das Reiterherz begehrt. Deshalb genießt die Pferdepension, die vor fünf Jahren hier eröffnet hat, in Reiterkreisen einen sehr guten Ruf.

Andrea Schmidt und ihr Mann Christian, der auf dem Ödenhof aufgewachsen ist und dessen Eltern den Hof betreiben, leiten den Betrieb. Seit Beginn dieses Jahres gibt es nun auch noch den Reitverein Ödenhof. Dafür haben die Vorsitzende Andrea Schmidt und einige Mit(st)reiter jede Menge Papierkrieg, der für eine Vereinsgründung nötig ist, auf sich genommen.

Warum? "Bei Turnieren starteten wir bisher alle für andere Vereine und wir dachten uns, dass wir künftig für unseren eigenen Verein teilnehmen könnten", erläutert Andrea Schmidt. Die Teilnahme bei einer sportlichen Veranstaltung ist nämlich nur dann möglich, wenn ein Reiter einem Verein angehört.

Die Idee wurde begeistert auf- und die Vereinsgründung zügig in Angriff genommen. Im Januar war es dann so weit und der RV Ödenhof durfte als eingetragener Reitverein an den Start gehen. Am 27. Februar übergab André Eckert, BLSV-Kreischef in Fürth, dem jüngsten und kleinsten Verein die offizielle Urkunde als 118. Mitglied im Verband. Gleich beim ersten Turnierstart in Ansbach landete der RV Ödenhof auf dem Siegertreppchen und belegte in der Dressurprüfung (L-Kandare) den zweiten Platz.

Derzeit hat der Verein 13 Mitglieder. "Es dürfen aber gerne mehr werden", wünscht sich die Vorsitzende. Mit einer größeren Mitgliederzahl könnte man langfristig Kurse, eventuell auch Reitunterricht anbieten oder gar ein eigenes Turnier ausrichten. "Ein Reit-Wettbewerb ist mit viel Arbeit verbunden, die wir aber mit unseren paar Leuten nicht stemmen können."

Pferde haben Priorität

Die Vereinsmitglieder engagieren sich ehrenamtlich, wo sie können, haben aber auch ein Berufs- und Familienleben. "Unsere Partner und Familien müssen schon einiges aushalten, denn bei den Reitern stehen die Pferde ganz oben", weiß Andrea Schmidt, die eine zweieinhalbjährige Tochter hat und als Industriekauffrau in Teilzeit bei der Firma Uvex tätig ist. Christian Schmidt, der mit dem Reiten selbst nichts am Hut hat, unterstützt seine Frau nach Leibeskräften und ist immer da, wenn Not am Mann oder am Pferd ist.

Alle sind engagiert und die Stimmung im Verein ist großartig: "Ich fühle mich hier sehr wohl und mit meinem Pferd bestens aufgehoben", beteuert Pia Schneider, deren Vierbeiner von Beginn an im Ödenhof untergebracht ist. Lisa Steinbrich und Lisa Manzke stimmen zu und loben die familiäre Atmosphäre und die tolle Gemeinschaft.

"Nur unsere Pferde zicken hin und wieder, besonders die Stuten geraten mal aneinander", witzelt Schmidt, die Dressur reitet, bei Turnieren häufig auf den vorderen Plätzen zu finden ist und schon jede Menge Pokale und Siegerschleifen eingeheimst hat. Ihr routiniertestes Pferd heißt Kaiserin Kiara, eine schwarzbraune Stute, die ihrem Namen alle Ehre macht. "Sie weiß auch, dass sie schön ist", scherzt die Reiterin, die das elfjährige Dressurpferd extra für den Fotografen reitfertig macht.

Geduldig erträgt Kiara die Prozedur und lässt sich von Pia Schneider und Lisa Steinbrich außer dem Zaumzeug – mit einem Diadem aus glitzernden Strass-Steinen, die das edle Fell des Tieres besonders hervorheben – weiße Manschetten um die Schienbeine legen.

Auf dem Reitplatz, der pferdegelenkschonend mit weichen Teppichschnipseln ausgelegt ist, trabt oder galoppiert sie elegant und bleibt beim Gruppenbild mit den Zweibeinern tiefenentspannt.

Auch auf das Fingerschnippen der danebenstehenden Reiterinnen reagiert sie und stellt die Ohren – als ob sie wüsste, dass ein Pferd mit stehenden Ohren auf einem Foto einfach mehr hermacht. Pferd und Reiterin sind ein eingespieltes Team, man spürt, dass Schmidt, die seit ihrem sechsten Lebensjahr reitet, viel mit Kiara arbeitet.

"Reiten ist sehr zeit- und kostenintensiv, aber das schönste Hobby, das ich mir vorstellen kann", sagt Andrea Schmidt, die mit Kiara das nächste Mal Ende April bei der Stadt- und Kreismeisterschaft beim Reitverein Zirndorf-Wintersdorf starten wird. Ob da bereits der nächste Titel wartet? Abwarten: Aber die Ödenhofer haben auf jeden Fall das Potenzial, sich auch als Reitverein einen Namen zu machen. 

SABINE BECK

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