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Fürths Oberbürgermeister Thomas Jung hatte im Vorfeld zumindest die Tendenz richtig. Er hatte natürlich auf einen Sieg der Spielvereinigung getippt. "Dass es kein 3:1 geworden ist, damit kann ich gut leben", so der OB. Auf Grund des guten Fürther Sturms hatte Jung auf einen höheren Sieg spekuliert. Das Spiel selbst sah Jung mit seiner Frau im Stadion gemeinsam mit dem Ehepaar Maly (Oberbürgermeister Nürnbergs) und der Familie Förther (2. Bürgermeister Nürnbergs) im Stadion. "Die erste Halbzeit war die reine Freude, in der zweiten Halbzeit, vor allem ab dem Platzverweis, begann dann das große Zittern. Ich war auch noch traumatisiert vom letzten Derby, als Eigler mit einem Sonntagsschluss kurz vor Schluss den Club zum Sieg geschossen hatte. Der Sieg ist verdient, und für Fürth wichtig, auch wenn das Augenmerk auf der Liga liegt."
Den Platzsturm einiger unbelehrbarer Fans wollte der OB der Kleeblattstadt nicht überbewerten: "Man sollte das nicht zu hoch hängen. Gott sei Dank konnte die Polizei die Situation schnell unter Kontrolle bringen. Es ist mir allerdings unbegreiflich, wie die so locker in den Inneraum gelangen konnten. Leider muss aus sicherheitstechnischen Gründen das Derby wohl in Nürnberg stattfinden. Ich möchte mir nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn marodierende Fans wieder durch Fürth gezogen wären."
Sein Nürnberger Pendant steckt die Derbyniederlage am Tag danach noch in den Knochen: "Eigentlich will ich über das Pokalspiel gar nicht mehr sprechen. Ein bescheidenes Spiel mit einem bescheidenem Ergebnis" so das Fazit von Ulrich Maly. "Die erste Halbzeit ging klar an Fürth. Die zweite Halbzeit war dann aus Clubsicht deutlich besser. Ein wenig darf man schon noch mit dem nicht gegebenen Tor von Didavi hadern. Ich habe mir die Szene danach nochmal im Fernsehen angesehen, und kein Foul erkennen können. Aber, der Schiedsrichter fällt Tatsachenentscheidungen, das muss man akzeptieren." Frustbewältigung will Nürnbergs Oberbürgermeister dann beim Rückrundenauftakt sehen: "Dann besiegen wir eben Hertha BSC."
Für die Vorkommnisse nach Spielende hat Maly kein Verständnis: "Zu einem Derby gehört Leidenschaft, ganz klar. Wo aber Gewalt beginnt, da hört der Fußball auf. Das ist eine kleine Gruppe von Menschen, die das Spiel kaputt machen wollen."
Bayerns Ministerpräsident a.D., Günther Beckstein, hat das Spiel im Radio mitverfolgt. "Die Fürther haben glücklich, aber nicht unverdient gewonnen. Beim Club zeigt sich mal wieder, dass tolle Spiele und schwache Leistungen nah beieinander liegen. Es ist mir allerdings lieber, dass der Club in Leverkusen gewonnen hat. Der FCN muss alle Konzentration auf den Abstiegskampf richten!" Dabei hatte die Überzahl des FCN im Derby ab der 66. Minute Becksteins Tipp noch in den Bereich des Möglichen gerückt: 1:1 nach 90 Minuten, 6:5 für den Club nach Elfmeterschießen hatte das fränkische Urgestein prognostiziert. Das Aus im Pokal nimmt er aber sportlich: Wenn Nürnberg den Klassenerhalt schafft, dann sei die Derby-Niederlage vergessen, versichert Beckstein.
Klaus Karl Kraus sagt: "Es war gestern Abend für mich als Aboriginal ein schwieriger Abend, weil einer ja ausscheiden musste. Und nach dem Spielverlauf - der bessere Verein an dem Abend ist weitergekommen. Schade, dass diese so genannten Fans am Schluss noch diese Jagd im Stadion veranlasst haben. Das hat mit Fußball nix zu tun."
Das korrekte Ergebnis hat im übrigen niemand getippt. Die meisten Promis gingen von einem Sieg des Clubs aus.
Beim 1. FC Nürnberg herrscht am Tag nach dem Derby Ernüchterung. In einer offiziellen Stellungnahme verurteilte der Verein die Vorkommnisse nach Spielschluss.