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DFB erklärt: Deshalb scheiterte Nürnbergs EM-Bewerbung

Stadion und Flughafen in der Kritik - Lob fürs Sicherheitskonzept - 15.09.2017 15:43 Uhr

Kein Spielort für die EM 2024: Das Max-Morlock-Stadion ging bei der Vergabe der zehn möglichen Spielorte leer aus. © Sven Hoppe/dpa


Nach der Bekanntgabe der zehn möglichen Spielorte für die Fußball-Europameisterschaft 2024 veröffentlichte der DFB den Evaluierungsbericht aller 14 Bewerbungen. Nürnberg ging leer aus - sehr wahrscheinlich, weil das Max-Morlock-Stadion in vielen Punkten Defizite aufweist.

So bemängelte der DFB im Nürnberger Stadion die große Distanz zwischen Spielfeld und Zuschauerbereich, die aufgrund der Laufbahn zustande kommt. Ein nicht zu unterschätzendes Handicap, das lediglich das Berliner Olympiastadion - das als Hauptstadtstadion ohnehin gesetzt war - überwinden konnte. Die 19 VIP-Logen im Achteck waren ebenfalls weit unter dem Standard. Zum Vergleich: Frankfurt verfügt über ähnlich viele Plätze (48.387 im Vergleich zu 42.725 in Nürnberg), bietet aber insgesamt 75 Logen - fast viermal so viele.

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EM 2024: Diese 14 Städte und Stadien bewarben sich

14 Spielstätten konkurrierten um die Austragung von Spielen bei der EM 2024, sollte diese in Deutschland stattfinden. Alle Stadien, die in der Auswahl waren, gibt es in unserer Bildergalerie.


Außerdem plante die Stadt, das Medienzentrum in einen temporären Bau auszulagern, da das Stadion selbst nicht genügend Raum bietet. Das wäre für den Verband zwar grundsätzlich kein Problem gewesen, gleichzeitig wird im Bericht darauf hingewiesen, dass diese Lösung "nicht ideal" wäre. Das kostet Punkte, die in der Endabrechnung schmerzten.

Neben den baulich nur schwer zu verändernden Defiziten rügte der DFB das Nürnberger Stadion noch in weiteren, verhältnismäßig kleinen Punkten. Im Max-Morlock-Stadion sind die Flutlichter zu dunkel, 2000 Lux sind bei der Uefa aktuell das Minimum für ausreichende Ausleuchtung - die Masten in Nürnberg strahlen mit lediglich 1800 Lux. Zudem liegen die Umkleidekabinen unter den Vorgaben, der Bereich für die Hospitality, also die Bewirtung von Zuschauern und vor allem VIP-Gästen, lässt ebenfalls zu Wünschen übrig. Das sind aber allesamt Punkte, die wohl mit entsprechender Investition zu beheben gewesen wären.

Immerhin: Das ausgearbeitete Sicherheitskonzept war laut DFB-Angaben detailliert und aufschlussreich, wenn auch nicht ans Uefa-Format angepasst. Ferner punktete das Max-Morlock-Stadion mit ausreichend Parkplätzen, der guten Lage sowie den Stadion-Anforderungen für Menschen mit Behinderung.

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Als das Nürnberger Stadion einmal Victory-Stadium hieß

Das "Max-Morlock-Stadion", der oft geäußerte Wunsch vieler Club-Fans, ist Realität geworden. Die Arena des Altmeisters ist nun nach der Vereinsikone, die Deutschland 1954 in Bern zum Weltmeister machte und für den FCN über 22 Jahre lang Treffer an Treffer reihte, benannt. Doch wie hieß die Spielstätte der Rot-Schwarzen eigentlich früher? Auf jeden Fall vielversprechend: Ausgerechnet Victory-Stadium tauften sie die Amis nach dem Zweiten Weltkrieg.


Auch bei der Infrastruktur gab es einiges auszusetzen: Der Nürnberger Flughafen zum Beispiel, der "im Verhältnis zu anderen Bewerbern eine geringe Leistungsfähigkeit" aufweist, wie der DFB mitteilt. Oder die Hotels, die zwar zu einer "annehmbaren Hotelinfrastruktur" beitragen, insgesamt aber zu wenig Platz für Fans und vor allen Dingen für die Mannschaften bieten. Sollte parallel zum Turnier noch eine Messe stattfinden, wären die Nürnberger Hotels überfordert, prognostiziert der Verband.

In der Bewertung der 14 Bewerber soll das Max-Morlock-Stadion am Ende nur knapp hinter Frankfurt gelandet sein, das den zehnten Rang belegte. Kleinigkeiten können den Unterschied ausgemacht haben, gerade, weil der DFB das Stadion in seiner Evaluation mit 25 Prozent, also dem mit Abstand größten Teil der zehn Unterpunkte, gewichtete. Und dadurch könnte auch die Diskussion um einen Umbau oder gar Neubau in Nürnberg, wie von Seiten des FCN bereits gefordert, wieder aufkommen. 

ama

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