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Die Johanniser Ringer erlebten ein Debakel

Beim 3:34 gegen Nendingen nur einen einzigen Kampf gewonnen - 16.09.2012 20:59 Uhr

Siegerpose: Wenigstens Deniz Menekse (Mitte) konnte für die Johanniser Ringer gegen den Nendinger Diksu Baris einen Sieg verbuchen. © Roland Fengler


Sogar Abteilungsleiter und Pressesprecher Udo Schmitt, selbst als Aktiver in unzähligen Punkt- und Meisterschaftskämpfen gestählt, rang um Worte: „So wie wir uns heute präsentiert haben, sind wir nicht bundesligatauglich“, war sein ehrlicher wie realistischer Kommentar nach dem Debakel gegen die Schwaben.

Man kann – oder muss sogar – Gründe finden. Einer ist wohl, dass die Gäste aus Nendlingen zu den Top-Teams in Deutschland zu zählen sind. Schmitt erwartet, dass sie „auch um den Titel mitkämpfen werden“. Ein anderer Grund ist sicher auch, dass die Gäste über genügend finanzielle Mittel verfügen, um internationale Spitzenringer in ihren Reihen beschäftigen zu können. In Nürnberg ist man da eher konservativ und setzt auf eigenen Nachwuchs. Aber die bittere Erkenntnis daraus ist: Mit diesem Konzept kann man in der Bundesliga nicht mithalten.

Einen einzigen Kampf konnten die Johanniser gegen Nendingen gewinnen. Deniz Menekse siegte in der Klasse bis 60 Kilogramm (griechisch-römisch) gegen Diksu Baris nach Punkten. Das waren dann die drei Zähler, die in der Endabrechnung auf Nürnberger Seite standen.

Symptomatisch für den Abend war der Auftaktkampf zwischen dem Johanniser Fabian Schmitt und Ghenadie Tulbea. Gegen den gebürtigen Moldawier mit Zwischen-Staatsbügerschaft Monegasse und aktueller Nationalität Rumäne wehrte sich Schmitt tapfer, musste nach drei Runden aber die technische Überlegenheit seines multinationalen Gegners anerkennen.

In den darauffolgenden neun weiteren Mattengefechten kam eigentlich nur ein einziges Mal so etwas wie Ringerstimmung am Zeisigweg auf: Als der Johanniser Sven Dürmeier gegen Benjamin Raiser – einer von zwei (!) Gästeakteuren mit deutsch klingendem Namen – auf der Matte war, gab es im Publikum Unmut über eine Entscheidung von Mattenleiter Uwe Manz, der immerhin einer von zwei deutschen Unparteiischen bei Olympia war. Doch selbst das war nicht mit der Vehemenz zu vergleichen, mit der die Nürnberger Ringerfans früher hinter ihrer Mannschaft standen.

Fairerweise muss angemerkt werden, dass auch eine gehörige Portion Pech mit im Spiel war. Nachdem vor dem Kampf gegen Nendingen schon Christoph Pscherer wegen einer Verletzung ersetzt werden musste, zog sich auch Marco Dürmeier in der Auseinandersetzung mit Achmed Dudarov (gebürtiger Tschetschene, jetzt mit deutschem Pass) eine Knieverletzung zu. Wie lange Dürmeier ausfällt, ist noch offen.

Keine guten Voraussetzungen also für die noch folgenden Punktekämpfe. Dass ein Klassenerhalt unter diesen Voraussetzungen wahrscheinlich nicht mehr zu machen ist, war auch Udo Schmitt klar. „Wenn wir am Ende der Saison absteigen müssen, dann steigen wir halt ab“, meinte das Johanniser Urgestein mit ziemlich finsterer Miene. Aber so ganz wollen sich die „Grizzlys“ noch nicht aufgeben. Schließlich ist da noch die Hoffnung auf den Stilwechsel in der Rückrunde und auf den einen oder anderen Sieg. Ein Kandidat dafür wäre Hallbergmoos. Aber bis zu diesem Kampf wird es wohl noch einige bittere Niederlagen setzten.

Kampfverlauf, 55 kg, Fr.: Tulbea (N) 15:1-TüPS (7:0, 5:1, 3:0) über Schmitt (J) – 0:4 / 120 kg, gr.-r.: Mizgaitis (N) 4:0-PS (2:0, 1:0, 1:0) über Schön (J) – 0:7 / 60 kg, gr.-r.: Menekse (J) 9:2-PS (0:2, 2:0, 3:0, 4:0) über Baris (N) – 3:8 / 96 kg, Fr.: Ceban (N) SS nach 2:11 über Sredkov (J) – 3:12 / 66 kg, Fr.: Dülger (N) SS nach 2:09 über Besold (J) – 3:16 / 84 kg gr.-r.: Aps (N) 4:0-PS (2:0, 1:0, 1:0) über Baumeister (J) – 3:19 / 66 kg, gr.-r.: Raiser (N) 3:0-PS (1:0, 1:0, 1:0) über S. Dürmeier (J) – 3:22 / 84 kg, Fr.: Janulov (N) 19:0-TüPS (6:0, 6:0. 7:0) über Schleicher (J) – 3:26 / 74 kg, Fr.: Dudarov (N) SS nach 2:41 über M. Dürmeier (J) – 3:30 / 74 kg, gr.-r.: Kratz (N) SS nach 3:25 über Lutz (J) – Endstand 3:34 / Mattenleiter: Manz (Dortmund) / Zuschauer: 300.

Wenigstens die „Zweite“ sorgte für ein Erfolgserlebnis

Bevor das Ungemach über die erste Mannschaft von Johannis 07 hereinbrach, sorgte wenigstens die „Zweite“ am Zeisigweg für ein Erfolgserlebnis. Im Punktekampf der 2. Bundesliga Nord gewannen die Gastgeber gegen die WKG Pausa/Plauen mit 20:16. Siege für Johannis errangen Stojan Iliev, Marco Greifelt, Christian Fochtler, Marc Pöhlmann und Phillipp Vanek. 

Thomas Siermann

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