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Die Schöpf-Lücke: Stieber oder einer aus den eigenen Reihen

Club hat eigentlich genügend Alternativen im Kader - 05.01.2016 09:05 Uhr

Abschied aus Nürnberg: Alessandro Schöpf steht vor einem Wechsel zum FC Schalke.

Abschied aus Nürnberg: Alessandro Schöpf steht vor einem Wechsel zum FC Schalke. © Sportfoto Zink


Der bevorstehende Abgang von Alessandro Schöpf reißt beim 1. FC Nürnberg eine Lücke in der Kader. Der österreichische U-21-Nationalspieler, der beim FCN zum Leistungsträger reifte, ist in der aktuellen Spielzeit mit sechs Toren und vier Vorlagen hinter Topscorer Guido Burgstaller (9/4) der auffälligste Spieler beim fränkischen Zweitligisten. Den "entscheidenden Sprung" habe Schöpf gemacht, erkannte auch Trainer René Weiler - der nächste in der Karriere des 21-Jährigen folgt nun mit dem Wechsel zum FC Schalke 04.

Weiler verspüre "selbstverständlich keine Freude", dass ihm auf der rechten Seite ein Leistungsträger abhanden kommt, doch dass ist nun einmal das Geschäft, es gehe "immer wieder darum, Lücken adäquat zu zu ersetzen". Alternativen gibt es im FCN-Kader eigentlich einige: Rurik Gislason, ein typischer Rechtsaußen, steht nach auskurierter Achillessehnenverletzung spätestens im Trainingslager in Belek (18. bis 25. Januar) wieder komplett zur Verfügung. Auch Robert Koch könnte diese Position naturgemäß bekleiden, doch der ehemalige Dresdner spielt in Weilers Planungen keine Rolle und soll im Winter abgegeben werden. Gleiches gilt für Sorgenkind Timo Gebhart.

Auch die Offensiv-Allrounder Sebastian Kerk, Kevin Möhwald, Niclas Füllkrug und Danny Blum kämen als Schöpf-Ersatz für die rechte Seite in Frage. Möhwald wird freilich bevorzugt zentral eingesetzt, wo er sich wohler fühlt, Füllkrug hat sich zuletzt als zweite, teilweise hängende Spitze neben Guido Burgstaller festgespielt. Und auch der treffsichere Österreicher, von Usern und Redaktion zum notenbesten Spieler der Hinrunde gekürt, ist in unmittelbarer Tornähe am besten aufgehoben, hat jedoch besonders in der letzten Saison vermehrt auf dem Flügel gespielt.

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Will man das aktuell so gut funktionierende 4-4-2-System also nicht ändern und die funktionierende Doppelspitze Füllkrug/Burgstaller nicht entzweien, so haben die schnellen und dribbelstarken Kerk und Blum die besten Chancen, vom Schöpf-Abgang zu profitieren. "Es gibt Spieler, die werden uns noch viel Freude machen", prognostizierte Weiler bereits mit Blick auf den Kader, schob aber hinterher: "Aber nicht schon heute oder morgen."

Gut möglich also, dass sogar ein neuer Spieler geholt wird. Da der Club für Schöpf eine Ablöse von rund sechs bis sieben Millionen Euro einnehmen wird, stehen wieder finanzielle Mittel zur Verfügung. Zwar werden diese hauptsächlich zum Schuldenabbau genutzt, "aber wenn wir auf dem Fußballplatz Probleme bekommen, ist das für den Sportvorstand nicht gut", sagte Andreas Bornemann.

So rückt nun ein ehemaliger Fürther laut kicker in den Fokus: Zoltan Stieber, derzeit beim Hamburger SV nur Ersatz. Auch Stieber hat seine Stärken in der Offensive, ist dribbelstark und zieht als Linksfuß gerne nach innen, um den Abschluss zu suchen. Stieber kostete den HSV vor eineinhalb Jahren 1,3 Millionen Euro, einen ähnlichen Betrag dürften die Hanseaten also für den Ungarn, der in dieser Erstliga-Spielzeit nur auf zwei Kurzeinsätze zurückblicken kann, aufrufen.

"Er soll den gegnerischen Abwehrreihen auf Anhieb Schwierigkeiten bereiten", umriss Weiler im kicker das Profil eines neuen Schöpf-Ersatzes. Das trifft auf Blum, Kerk und Stieber allemal zu. Die defensive Arbeitsrate Schöpfs kann das Trio aber nicht aufweisen. Die ist schon eher bei Gislason gegeben, dem aber dafür die Torgefahr merklich abgeht. Auf Bornemann und Weiler kommen also arbeitsreiche Wochen hinzu, wenn es gilt, die neue Lücke im rechten Mittelfeld zu schließen. 

at / hbö

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