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Donnerstag, 13.12.2018

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Drei Erfolgsgaranten in der Handball-BOL

Gruber, Bachmann und Scheuerer sind die Torjäger ihrer Teams - 27.12.2017 11:50 Uhr


69 von 132 Spielen der Saison 2017/18 sind in der BOL bereits über die Bühne gegangen, dabei fielen 4044 Tore – im Schnitt fast 60 Treffer pro Partie. Die Statistik weist außerdem 29 Heimsiege, 34 Auswärtserfolge und sechs Remis aus.

Einer, der dabei ausschließlich Glücksgefühle erfuhr, ist Lukas Gruber. Der 23-Jährige gewann mit seinem TV Roßtal alle elf Saisonspiele und steht mit sieben Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze. Der pfeilschnelle Linksaußen, der mit 59 Toren bei elf Einsätzen aktuell achtbester Werfer der Liga ist, ist für Platz eins entscheidend mitverantwortlich.


Der 1,75 Meter große Rechtshänder beschreibt sein Spiel zu Recht als "temporeich und spritzig". "Meine größte Stärke ist ganz klar der Gegenstoß", sagt Gruber, der selbstkritisch mit sich umgeht: "Im Abschluss von außen ist noch am meisten Luft nach oben." Seine beste Saisonleistung hat der Linksaußen beim Auswärtsspiel in Schwabach (ein furioser 47:34-Erfolg) abgeliefert, neunmal schlugen seine Würfe im Netz ein. Für die restliche Saison hat sich Gruber "keine Marke gesetzt". Eines steht aber fest: "Alles andere als der Aufstieg wäre eine herbe Enttäuschung."

Eine Saison mit vielen Enttäuschungen erlebt die HG Zirndorf. Die Bibertstädter stehen auf Rang neun, konnten nur fünf von elf Ligaspielen für sich entscheiden. Ein Erfolgsgarant ist Hannes Bachmann, der am vergangenen Wochenende den 34:27-Heimsieg gegen den Post SV Nürnberg mit neun Toren untermauerte. "Das war eine überragende Teamleistung. Jeder hat für den anderen gekämpft. Darauf müssen wir aufbauen, um im neuen Jahr gleich den Favoriten zu ärgern", so der Rückraumspieler mit Blick auf die Partie in Roßtal am 20. Januar. Der 29-Jährige ist mit 77 Treffern in elf Spielen der drittbeste Werfer der Liga, eine seiner Stärken ist der Siebenmeter.


30 seiner 36 Versuche verwandelte Bachmann, das ergibt eine Erfolgsquote von mehr als 83 Prozent. Sein Geheimnis: "Nicht so viel nachdenken und dann schauen, was der Keeper macht." Im Rückraum ist er variabel einsetzbar, innerhalb eines Spiels gerne auf allen drei Positionen zu finden. Sich selbst beschreibt der 1,80 Meter große Rechtshänder als "Aggressive Leader", der "auch mal die Mitspieler anschreit".

Mit der bisherigen Spielzeit ist Bachmann verständlicherweise nicht wirklich zufrieden, "obwohl man mit den derzeitigen Topmannschaften der BOL meiner Meinung nach durchaus konkurrieren kann". Knappe Hinspiel-Niederlagen gegen Roßtal (29:30) und die SG Schwabach/Roth (31:33) stützen diese These, doch zu oft patzte die HGZ gegen direkte Konkurrenten.

Die Nummer 33 beim TV Roßtal, Lukas Gruber, hat in elf Einsätzen 59 Tore erzielt (Bild links). Auf mehr kommt Hannes Bachmann von der HG Zirndorf (Mitte), der 77 Mal ins gegnerische Netz getroffen hat. Bei der Reserve des MTV Stadeln muss die gegnerische Defensive vor allem auf Thorsten Scheuerer (Bild rechts) achten: Ihm gelangen 39 Tore. © Fotos: Thomas Hahn/Zink, Oliver Gold/Zink, Wolfgang Zink


Zu diesen zählt auch die Landesliga-Reserve des MTV Stadeln, das direkte Duell entschied Zirndorf Ende September für sich (31:27). Die Stadelner haben das Kalenderjahr auf Rang zehn beschlossen, zwei Zähler trennen sie von der HGZ. "Mit der bisherigen Saison können wir als Aufsteiger zufrieden sein. Wir haben gezeigt, dass wir in der Liga mithalten können", resümiert Thorsten Scheuerer, der nicht nur bester Werfer der Mannschaft ist, sondern diese gemeinsam mit Stefan Pallak im Training führt.

Scheuerer liegt mit 39 Treffern in acht Spielen auf Platz 32 der Torschützenliste. Beim MTV gibt es allerdings keinen echten Torjäger, gleich vier Teamkollegen trennen nicht mehr als vier Treffer vom Führenden. "Bei uns können viele Spieler für Tore sorgen", unterstreicht der 29-Jährige deswegen auch. Der Rechtshänder, der am liebsten auf der Mitte spielt, kommt aus einer handballverrückten Familie. Seine jüngeren Brüder Steffen und Jens spielen eine Liga höher - für unterschiedliche Vereine.

"Man zieht sich manchmal gegenseitig auf, auch wenn das meistens auf Steffens und meine Kosten geht. Der Kleinste ist leider der beste Handballer von uns", gesteht der älteste der drei Brüder. Jens Scheuerer ist drittbester Werfer der Landesliga (90 Tore in zwölf Spielen) bei der HSG Lauf/Heroldsberg. Steffen Scheuerer hat in der Abwehr seine Stärken und steht mit der ersten Mannschaft des MTV auf Platz elf.

Die Stadelner Reserve landete kurz vor Weihnachten einen wichtigen 32:28-Erfolg in Bad Windsheim, auch dank der neun Tore von Thorsten Scheuerer. Der Sieg habe der Mannschaft nicht nur wegen der anhaltenden Negativserie gut getan. "Wir haben uns die zwei Punkte auch als Team durch eine unglaubliche kämpferische Leistung erarbeitet. Das hat mich beeindruckt", so Scheuerer. Die BOL dürfte spannend bleiben - außer vielleicht für die Roßtaler.

Handball am Wochenende:

Bayernliga, Frauen: HG Zirndorf - HC Erlangen 35:22.

Landesliga, Männer: MTV Stadeln - HSV Hochfranken 35:33

Bezirksoberliga, Männer: TV Bad Windsheim - MTV Stadeln II 28:32; HG Zirndorf - Post SV Nürnberg 34:27; TV Roßtal - Tuspo Nürnberg 35:28.

Bezirksoberliga, Frauen: HG Zirndorf II - TSV Rothenburg 15:20. 

MAXIMILIAN SCHMIDT

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