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Duo will für frischen Wind sorgen

Club-Aufsichtsräte Günther Koch und Christian Ehrenberg - 11.10.2011 10:33 Uhr

Neue Gesichter im Club-Aufsichtsrat: Günther Koch (links) und Christian Ehrenberg. © Zink


Zu vier bisherigen Mitgliedern dieses Gremiums gesellten sich durch ein überraschend deutliches Votum zwei neue Gesichter hinzu: Günther Koch (69), der bekannte Rundfunk-Sportreporter und der Kulmbacher Unternehmer Christian Ehrenberg (38).

Ein Duo, das konstruktive Mitarbeit versprochen hat, aber auch für frischen Wind sorgen will. Der vom Bündnis aktiver Club-Mitglieder (BAC) kräftig unterstützte Ehrenberg pocht bei seiner Aufgabe auf die Satzung: Er sieht den Aufsichtsrat als zuständig für die Kontrolle und Beratung der Geschäftsführung durch den Vorstand.

Auch wenn sich die beiden Neuen („Wir schwimmen auf einer Welle“) ziemlich einig sind, legt Koch viel Wert auf den Begriff Kontrolle. „Ich werde, wie auch als Reporter, kritische Fragen stellen“, kündigt er an. Als Beweis kann eine Aussage dienen: „Es ist ein Hohn, dass Vorstand Ralf Woy die Protokolle über die gemeinsamen Sitzungen mit dem Aufsichtsrat verfasst.“

Für ihn ist es auch ein Makel, dass Klaus Schramm – die Satzung lässt keine andere Wahl – weiterhin Vorsitzender bleibt, obwohl er nur als Letzter in das Gremium gewählt worden ist. Sorgt der bald 70-Jährige künftig also für Turbulenzen? Davon will er partout nichts wissen: „Darum geht es nicht. Aber dem Verein ist nicht mit Kopfnickern gedient.“

Eigenvermarktung in der fränkischen Region

Ein wichtiges Thema für ihn, aber auch für Ehrenberg, ist eine bessere Vermarktung. Einig sind sich beide, dass die Verpflichtung des Marketingexperten Marcus Rößler der richtige Schritt in die richtige Richtung war. Der Kulmbacher kann dies natürlich besonders beurteilen, da er auf diesem Gebiet ausgewiesener Fachmann ist.

„Es ist gut, dass wir jetzt zweigleisig fahren“, sagt er, „denn Sportfive besitzt zwar ein bundesweites Netzwerk, aber zusätzliche Eigenvermarktung in der fränkischen Region ist unerlässlich.“ Für ihn geht es auch um kleinere Summen, wie er mit einem Beispiel erläutert: „Es ist doch prima, dass ein Metzger aus Nürnberg für die Jugendmannschaften die belegten Brote für ihre Auswärtsspiele spendiert.“ Auch Kleinvieh macht bekanntlich Mist.

Im Vordergrund steht für die beiden Neuen natürlich das große Geld. Trotz der von Ralf Woy vorgelegten erfreulichen Bilanz sehen sie keineswegs rosarot in die Zukunft. Dazu trägt auch die Möglichkeit bei, dass Hauptsponsor Areva die Trikotwerbung demnächst aufgeben will.

„Dies ist ein Problem, ein brisantes Thema, das nicht schöngeredet werden darf“, meint Koch. Kollege Ehrenberg warnt ebenfalls, die Situation zu unterschätzen. Er verweist angesichts der Fernsehgelder auf die Abhängigkeit vom sportlichen Erfolg: „Wir haben durch den tollen sechsten Tabellenplatz vier Millionen Euro vom Fernsehen mehr bekommen. Das könnte sich wieder verschlechtern.“

Der ins Auge gefasste Stadionum- oder -neubau ist für Koch im Gegensatz zu manchen Visionären in der nahen Zukunft nur schwer zu realisieren. Dies sei vor der Versammlung ein Wahlkampfthema gewesen – eine, wie er behauptet – „peinliche Sache“. Es gebe wichtigere Angelegenheiten. „Wir müssen die Mannschaft zusammenhalten“, betont er, „und unbedingt in der Bundesliga bleiben.“

Beeindruckt sind Koch und Ehrenberg vom Nachwuchs-Leistungszentrum (NLZ), in dem, hervorragende Arbeit geleistet werde. Koch als ehemaliger Lehrer bietet seine Mithilfe an: Er möchte sich um junge Spieler kümmern, die den Weg zum Profi nicht schaffen und deshalb vielleicht von psychologischen Problemen geplagt werden.

Überrascht sind die beiden Neuen, dass die beiden Ex-Profis Marc Oechler und Horst „Leo“ Leupold nicht das Vertrauen der Mitglieder erhalten haben. „Ich bedaure sehr, dass ein guter Mensch wie Leupold dies erleben musste – und dass kein ehemaliger Spieler dem Gremium angehört“, betont Koch: „Wahrscheinlich haben sie sich gegenseitig Stimmen weggenommen.“ Chris Ehrenberg vergleicht den Club mit anderen Vereinen und nennt die Situation „kurios“ und schlägt vor: „Es gilt, dem Vereinsrat mehr Gewicht zu verleihen und in im ehemalige Spieler als Berater zu integrieren.“

Neue Gesichter im Club-Aufsichtsrat: Christian Ehrenberg (2.v.l.) und Günther Koch (4.v.l.). © Wolfgang Zink


Alles in allem: Koch und Ehrenberg gehen mit Feuereifer ihre Tätigkeit an und können dem Aufsichtsrat durchaus neue Impulse vermitteln. Kritische Geister sollten nicht mit Skepsis, sondern mit Erwartung begrüßt werden. Wie sagte doch Koch nach der Versammlung zu Sportdirektor Bader: „Wir werden zwar gelegentlich streiten, aber uns auch verstehen.“

Pinola fällt drei bis vier Wochen aus

Trainer Dieter Hecking muss drei bis vier Wochen auf Abwehrspieler Javier Pinola verzichten. Der 28-Jährige, der zuletzt immer wieder über Schmerzen im Adduktorenbereich geklagt hatte, laboriert an einem Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel. 

Dieter Bracke

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