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Ein Anruf unter der Dusche

Jeffrey Norris pausiert und lässt das "Höllengerät" fliegen - Streckentest in Roth - 04.05.2012 07:00 Uhr

Nürnberg  - Was macht ein vernünftiger Mensch nach 140 Kilometern auf dem Fahrrad? Er duscht und legt die Füße hoch. Jeffrey Norris ist da etwas anders. Duschen ja, aber Füße hochlegen...

Neues Rad, neue Klamotten: Jeffrey und Matthias im Rennoutfit.
Neues Rad, neue Klamotten: Jeffrey und Matthias im Rennoutfit.
Foto: Privat
Neues Rad, neue Klamotten: Jeffrey und Matthias im Rennoutfit.
Neues Rad, neue Klamotten: Jeffrey und Matthias im Rennoutfit.
Foto: Privat

Die vergangene Trainingswoche fasst Jeffrey kurz und knapp zusammen: "Viel geradelt und noch mehr gelaufen".

Bestes Beispiel war der Sonntag: In aller Herrgottsfrüh, um 6.05 Uhr stand er schon am Bahnhof und wartete auf den Zug nach Altdorf. Dort stand Matthias Reitenspieß mit der neuen Rennmaschine aus Remagen bereit - und los ging's westwärts rüber nach Großschwarzenlohe.

Dort war um 8 Uhr Startschuss für die große RTF-Ausfahrt über 90 Kilometer in Richtung Neumarkt und Freystadt. Es war der erste große Härtetest für das  "Höllengerät" und das Fazit könnte nicht besser sein: "Schöner als Fliegen, mit den schmalen Reifen geht das Rad richtig ab" schwärmt Jeffrey.

Nach über 140 Kilometern war er am frühen Abend glücklich, aber geschafft,  wieder zurück in seiner Wohnung in der Nürnberger Nordstadt.  Ab unter die Dusche - und just klingelt das Telefon. Dieter Lutz am Apparat, Nürnberger Doktor für ästhetische und ganzheitliche Kieferorthopädie und ganz nebenbei auch ein ambitionierter Hobbyläufer. Ein Mann, dem seine 61 Jahre nicht anzusehen sind - und der "ein idealer Laufpartner" für Jeffrey ist. Weil: "Er kann Tempo mitgehen und auch entspannen".

Zurück zum Telefon.  "Wie es denn aussieht mit einer spontanen Laufeinheit?" Kurz überlegt, das Wasser abgedreht und die Laufschuhe rausgesucht: "Dieter, aber nur eine kleine Einheit. 80 Minuten gehen schon noch."

Stillhalten kann Jeffrey Norris einfach nicht - bis zu diesem Donnerstag. "Stell dir vor, ich hab mich an die Peter-Schuler-Methode gehalten: Ich hab heute mal gar nix gemacht und hatte nicht mal ein schlechtes Gewissen" verkündet er stolz am Telefon. (Für alle, die diese Methode nicht kennen: Peter Schuler startet jedes Jahr beim Challenge als Schwimmer in einer Staffel, vergisst jedoch meistens zu trainieren. Aber: Er kommt immer irgendwie durch den Kanal.)

Jeffrey hat also das Training runtergefahren - aber nur ganz kurz. Am Wochenende steht wieder das volle Programm an. Am Samstag Schwimmen und Laufen, am Sonntag dann der Streckentest in Roth. "Da werden wir eine der beiden Radrunde komplett abfahren. Dann wissen wir, wo wir zulegen können und wo wir rausnehmen müssen." 

Achim Bergmann


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Zum Thema
Unsere drei Athleten für Roth



Kurzbeschreibung:
Der Challenge Roth ist der populärste Langdistanz-Triathlon in Deutschland. Wir begleiten drei Athleten auf ihrem Weg zum Wettkampf - vom 10. März bis zum 8. Juli 2012. Porträtiert werden der blinde, sehr erfahrene Triathlet Jeffrey Norris, der Profi-Triathlet Michi Hofmann und Katja Bartsch, die im Juli in Roth ihr Debüt auf der Langdistanz gibt.

Themenarchiv "Challenge Roth"
Zum Thema
Auf_den_Fersen_schneller_Männer_1henning.jpg
Turnus:
jährlich
Termin:
14.7.2013


Kurzbeschreibung:
Jährlicher Triathlon-Wettbewerb in Roth über die klassische Ironman-Distanz von 3,8 km Schwimmen, 180 km Rad fahren und 42 km Laufen.

Vorläufer war der Ironman Europe, der von 1988 bis 2001 ausgetragen wurde. Von 2002 bis 2009 fand der Triathlon Roth als Quelle Challenge Roth (QCR) statt und heißt seit 2010 - nach der Quelle-Insolvenz - Challenge Roth. Mittlerweile hat sich der Challenge zur internationalen Wettkampf-Serie erweitert.

Wir begleiten drei Triathleten auf dem Weg zum Challenge
Veranstalter:
Felix Walchshöfer
Besucher:
200.000 Zuschauer im Jahr 2012; 180.000 im Vorjahr
Teilnehmer:
3200 Einzelstarter und rund 2000 Staffelmitglieder im Jahr 2012