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Erlanger BMX-Champion steht vor Umbruch

BMX-Seriensieger Fabian Otto vom RC 50 Erlangen über einen optimalen Start in die Rennrunde und ehrgeizige Ziele, die er aber zurückschrauben muss - 18.04.2017 10:00 Uhr

Fabian Otto

Fabian Otto © Athina Tsimplostefanaki


Herr Otto, Gratulation: Erster Lauf des Jahres, erster Sieg.

Danke. Wenngleich das eigentlich nur ein Trainingslauf für mich war für die Bundesligarunde, die kommendes Wochenende in Weiderstadt beginnt.

 

Ein Trainingslauf, bei dem also alles andere als ein deutlicher Sieg eine Enttäuschung gewesen wäre?

Sagen wir so: Ich bin zufrieden, es war ein sehr ordentlicher Saisonstart für mich.

Platz eins – kein Grund zum Feiern?

Doch schon, wenn man meine Wintervorbereitung sieht. Die war bei weitem nicht mehr so intensiv wie in den vergangenen Jahren. Statt drei- bis viermal im Fitnessstudio in der Woche und zwei, drei Einheiten auf der Bahn war es heuer nur noch etwas mehr als die Hälfte an Aufwand.

 

Warum?

Bei mir steht das Abschlussjahr an der Fachschule Maschinenbautechnik in Herzogenaurach an. Ich habe zahlreiche Prüfungen, auf die ich mich vorbereiten muss, um im Sommer hoffentlich fertig zu werden.

 

Maschinenbautechnik – hilft das auch in Ihrem Sport? Immerhin sitzen Sie ja auf einer Maschine. . .

Begrenzt. Das mit dem Fahrrad ist natürlich schon speziell, die Maschinenbautechnik bezieht sich auch sehr auf Materialwesen, steigt viel tiefer in die allgemeine Materie ein. Aber natürlich lässt sich da auch was mitnehmen – ich denke mir schon manchmal: Hm, was hat sich der Ingenieur da gedacht? Oder: Wie würde ich das Bauteil am besten einsetzen?

 

Gibt es den Traum, auch mal ein eigenes BMX-Bike zu konzipieren und herzustellen, um darauf Wettkämpfe zu fahren?

Darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht. Aber vermutlich würde es schon am Preis für die Kleinbauteile scheitern, die Kosten gehen da bei einem Prototypen schnell in die Tausende. So gesehen bleibe ich besser bei meinem fertigen Bike.

 

Sie besitzen nur eines, obwohl es in Ihrer Sportart doch einen hohen Verschleiß gibt – wenn man allein an die Stürze denkt?

Die beeinflussen ja meist nur die Laufräder, da habe ich immer einen Ersatzsatz dabei. Rahmen besitze ich tatsächlich nur einen – und sollte der mal brechen, was durchaus vorkommen kann, war es das dann mit dem Rennwochenende. Das ist bei mir aber glücklicherweise noch nie passiert.

 

Bald Maschinenbautechniker und BMX-Spitzenfahrer: Fabian Otto.Foto: Tsimplostefanaki

Bald Maschinenbautechniker und BMX-Spitzenfahrer: Fabian Otto.Foto: Tsimplostefanaki


Weniger Vorbereitung, mehr Schule – sind die Ziele in der Bundesliga dann auch andere?

Ja, die muss ich schon auch zurückschrauben. Ich möchte aber trotzdem oben mitfahren um den Titel in der Bundesliga und auch bei der Deutschen Meisterschaft, die ja nur ein einziges Rennen in Hamburg ist, aufs Treppchen fahren. Da war meine beste Platzierung vor rund zehn Jahren mal Platz drei.

 

Den Sieg kann man dann kommendes Jahr ja wieder anstreben.

Das weiß ich noch nicht, da steht dann ein krasser Schnitt an. Ich werde sehen müssen, wohin mich die Arbeit verschlägt, was ich arbeiten werde. Das könnte schon auch krass zu Lasten des Sports gehen.

 

Für kommendes Wochenende, den Bundesligastart: Wird da nun noch speziell in dieser Woche trainiert?

Ich geb’ natürlich noch mal mehr Gas, ganz klar: Sprints auf der Straße, Bahntraining, Fitnessstudio – da wird mir nicht langweilig.

 

Es sei denn, es schneit. . .

. . .das wäre nicht so schlimm. Ich habe keinen festen Trainingsplan. Sollte es schneien, gehe ich eben einfach nochmal ins Fitnessstudio. 

Interview: CHRISTOPH BENESCH

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