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Erras ist überzeugt: "Irgendwann kommen die Siege"

Der 24-Jährige machte seine Sache als Petrak-Ersatz sehr ordentlich - 06.03.2019 05:55 Uhr

Patrick Erras ist noch auf der Suche nach seiner ehemaligen Form. An einer kommenden Siegesserie zweifelt er aber nicht. © Sportfoto Zink / WoZi


Als Patrick Erras es zum Profi beim 1. FC Nürnberg geschafft und am 17. Oktober 2015 sein Pflichtspieldebüt gefeiert hatte, ging für ihn ein Traum in Erfüllung, aus dem er erst 16 Zweitligapartien später und ziemlich schmerzvoll wieder herausgerissen werden sollte. Bis dahin war der schlaksige Innenverteidiger so etwas wie das Gesicht eines plötzlich sehr erfolgreichen Clubs und einer ebenso langen niederlagenfreien Serie geworden. Dreieinhalb Jahre später muss der gebürtige Amberger von seinen Erinnerungen zehren, wenn er wissen will, wie sich Siege anfühlen.

In seiner ersten Bundesligasaison war er nur einmal auf dem Feld dabei, als der Schiedsrichter eine Partie mit Nürnberg in Führung liegend abpfiff. Beim 3:0-Erfolg gegen Fortuna Düsseldorf in der Hinrunde wurde der gebürtige Amberger aber genau genommen auch erst in der 90. Minute eingewechselt.

 

Dreimal stand er in dieser Spielzeit überhaupt erst in der Startelf, dreimal verlor der Club: 0:7 in Dortmund, 0:3 in München und nun 0:1 gegen Leipzig. Gegen die Sachsen übernahm er kurzfristig die Position von Ondrej Petrak, der wegen Leistenbeschwerden passen musste. "Schön, wieder zu spielen. Jeder will in der Startelf stehen. Ich habe mich gut gefühlt", sagte der 24-Jährige.

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Dass er überhaupt noch einen draufsetzen und nach seinem Debüt damals zu Zweitligazeiten auch in der Bundesliga das Trikot des Clubs tragen würde, stand nach einer komplizierten Trainingsverletzung im März 2017 lange in den Sternen. In seinem Knie war so ziemlich alles kaputtgegangen, was kaputtgehen kann. Eine Fortsetzung seiner Karriere schien zwischenzeitlich äußerst unwahrscheinlich.


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Doch fast exakt zwei Jahre später stehen in seiner Vita neun Bundesligaeinsätze, die ihm keiner mehr nehmen kann. Wobei es schon deutlich bessere Zeiten für Bundesligafußball in Nürnberg gegeben hat. "Es ist eine harte Serie, das muss man ganz ehrlich sagen", sagte Erras nach dem 0:1 gegen Leipzig erschöpft und mit in die Hüfte gestemmten Händen. Es war die 18. Partie in Serie, die der Club nicht für sich zu entscheiden wusste. So richtig niedergeschlagen wirkte der Defensivspieler allerdings nicht.

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Fußball überhaupt noch auf höchtem Niveau spielen zu können, ist für ihn Motivation genug, und die Zuversicht hat er nach den vielen sportlichen Rückschlägen und der Beinahe-Invalidität auch nicht verloren: "Wenn man die Leistung sieht, die war absolut gut, und darauf müssen wir aufbauen." Er selbst vertrat Petrak auf seine Weise ordentlich und bekam von Interimscoach Boris Schommers ein leises Lob: "Er hat einen großen Teil dazu beigetragen, dass der Raum vor der Viererkette zu war." Und Erras trägt auch seinen Teil dazu bei, dass es an Durchhalteparolen nicht mangelt: "Irgendwann kommen die Siege, wenn wir so weitermachen. Da bin ich mir absolut sicher. Auch wenn es schwer ist, das nach 18 Spielen zu sagen." 

Stefan Jablonka

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