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FCN: Senkrechtstarter Stark im Reisestress

Das junge Club-Talent zwischen Bundesliga und DFB-"U19" - 12.08.2013 21:48 Uhr

Auch im Duell mit Hoffenheims Sebastian Rudy wusste sich Club-Youngster Niklas Stark zu behaupten. © Sportfoto Zink


Zwischen dem Auslaufen nach einem Bundesliga-Spiel und dem Aufbruch zur Nationalmannschaft blieb Niklas Stark zumindest noch Zeit für eine Stippvisite bei den Eltern und „ein bisschen Grillen im Garten“. Daheim in Ipsheim, einem beschaulichen Weinort zwischen Neustadt/Aisch und Bad Windsheim, durfte der Jung-Profi des 1. FC Nürnberg am Sonntagmittag kurz durchschnaufen und auch die Eindrücke der Partie bei 1899 Hoffenheim sacken lassen.

Dass er gleich beim Auftaktspiel in der Startelf stand, „kam für mich schon überraschend“, gestand Stark, zumal er die offensiver orientierte Position eines „Achters“ einnahm. Viel Zeit, nervös zu sein, blieb aber nicht. „Auf dem Platz denkt man nicht mehr so viel, sondern konzentriert sich auf seine Aufgabe“, betonte Stark. Und die Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena war für das Talent zumindest schon vertrautes Terrain – genau hier hatte Stark am 32. Spieltag der vergangenen Saison sein Bundesliga-Debüt gegeben, als er zur Pause den angeschlagenen Markus Feulner ersetzte. In den folgenden Partien gegen Bayer Leverkusen und Werder Bremen musste Stark dann sogar von Beginn an ran.

Vollwertiges Mitglied des Profikaders

Galten die drei Einsätze zum Ende der Spielzeit eher als eine Art Schnupperkurs, darf sich der angehende Fachabiturient spätestens jetzt durchaus als vollwertiges Mitglied des Profikaders fühlen. „Dass es so schnell geht, damit hätte ich auch nicht gerechnet, aber ich nehme es gerne mit“, sagte das Eigengewächs, das 2004 bereits als E-Jugendlicher vom TSV Neustadt/Aisch zum Club gekommen war.

Auch wenn beim 2:2 gegen Hoffenheim noch ein paar Fehlpässe eine sonst solide Leistung trübten, war Stark mit sich „insgesamt zufrieden“. Immerhin ließ sich der Youngster auch von einer frühen Gelben Karte nicht aus dem Konzept bringen. „Armin Reutershahn hat mich in der Halbzeitpause ermahnt, dass ich aufpassen soll. Ich habe dann einfach versucht, keine großartigen Fouls mehr zu machen“, erzählte Stark, als wäre es für einen 18-Jährigen das Normalste auf der Welt, keine großartigen Fouls mehr zu machen. Aber genau diese Abgeklärtheit gehört wohl zu den bemerkenswertesten Tugenden des lauffreudigen, ballsicheren Mittelfeldspielers, dem man am Valznerweiher eine große Karriere zutraut.

Den höchst turbulenten Fußballnachmittag im Kraichgau erachtete Trainer Michael Wiesinger als „wichtigen Schritt“ in der weiteren Entwicklung des ehemaligen Kapitäns der Nürnberger „U19“. „Es war kein leichtes Spiel für Niklas, aber er hat es gut gemacht“, lobte Wiesinger. „Es war schon ganz schön anstrengend“, räumte Stark ehrlich ein.

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Zwei Tore in drei Minuten, diese Energieleistung des nie aufsteckenden FCN stimmte unsere User halbwegs versöhnlich. Die Noten der Hoffenheim-Partie sind demnach teils ordentlich bis ausbaufähig.


Kaum Zeit zur Regeneration

Zeit zur Regeneration blieb kaum. Noch am Sonntagnachmittag reiste Stark nach Frankfurt zum Treffpunkt der deutschen „U19“-Auswahl, die einen Lehrgang in Ungarn absolviert und dabei morgen (18 Uhr) in Dunaujváros auf die Magyaren trifft. Es wäre für den bisherigen „U17“- und „U18“-Nationalspieler die Premiere in der nächsthöheren Jahrgangsauswahl des DFB, die künftig vom früheren Freiburger Bundesliga-Coach Marcus Sorg betreut wird.

Neben Stark sind dieser Tage noch neun andere Club-Profis international im Einsatz. Per Nilsson (Schweden), Emanuel Pogatetz (Österreich), Hiroshi Kiyotake (Japan), Robert Mak (Slowakei) und Tomas Pekhart (Tschechien) weilen bei den A-Nationalmannschaften ihres Landes, zudem fehlen die Junioren-Auswahlspieler Martin Angha („U20“ Schweiz), Josip Drmic („U21“ Schweiz), Mariusz Stepinski („U20“ Polen) und Marvin Plattenhardt („U21“ Deutschland).


Angesichts dieser zusätzlichen Belastung sieht Wiesinger es „schon als Vorteil, dass wir erst wieder am Sonntag spielen“. Bis zum Heimauftakt gegen den furios gestarteten Aufsteiger Hertha BSC Berlin sollte sich dann auch Stark von den ungewohnten Strapazen im Leben eines aufstrebenden Bundesliga-Profis erholt haben.

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Der 1. FC Nürnberg hat am Samstag trotz eines 0:2-Rückstands einen Punkt aus Hoffenheim mitgenommen. Tore von Mike Frantz und Daniel Ginczek sorgten für den am Ende leistungsgerechten 2:2-Endstand.


 

Uli Digmayer

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