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Fehlstart für die beiden Bundesligisten aus Johannis

Den Ringern der SV Johannis gelingt weder in der ersten noch in der zweiten Liga ein Auftakterfolg in eigener Halle - 03.09.2012

Ein paar verlorene Kämpfe und danach viel Redebedarf: Auch weil Marco Dürmeier (rotes Trikot) seinen Kampf verloren hat, mussten Abteilungsleiter Udo Schmitt (links) und Trainer Cornel Rusu später bei der Analyse ernste Gesichter machen. © Roland Fengler


Es war im Januar des Vorjahres, die Ringer der SV Johannis hatten gerade den Klassenverbleib in der Bundesliga geschafft, da machte sich Guido Fischer seine Gedanken über die nähere Zukunft. „Ich denke, der letzte Kampf hat noch einmal gezeigt, was in der Mannschaft steckt“, sagte der Abteilungsleiter, als man gerade knapp dem Luckenwalder SC unterlegen war. Mit gezielten Verstärkungen, so die Überlegungen damals, könnte man sich bald vielleicht einmal in Richtung vordere Tabellenhälfte, in Richtung Play-off-Runde orientieren.


Achteinhalb Monate sind seither vergangen — und von den Play-offs will bei der SV Johannis schon nach dem ersten Kampftag niemand mehr sprechen. Die Niederlage gegen Triberg hat deutlich gemacht, dass es ein anstrengendes Jahr werden könnte für die SV Johannis. „Wir werden am Ende des Jahres analysieren, wie es weitergeht“, sagt jetzt der Abteilungsleiter, der inzwischen Udo Schmitt heißt, weil dem natürlich nebenher berufstätigen Fischer der zeitliche Aufwand zu groß geworden war.

Knapp 600 Zuschauer waren am Samstag in die Halle am Zeisigweg gekommen, obwohl Schmitt das Saisonziel schon Tage zuvor ein wenig nach unten korrigiert hatte. Die in dieser Saison eingeführten Pre-Play-offs in einer neuformierten Liga, galten da schon als höchstes Ziel. Mit der „Champions League im Fußball“ hat Schmitt die Ringer-Bundesliga bezeichnet — ein wenig Selbstschutz wahrscheinlich, aber auch nicht ganz abwegig, wenn man auf die 33 Olympia-Teilnehmer blickt, die alleine in der Süd-Staffel an den Start gehen. Bei der SV Johannis hat man vor der Saison seinen Olympia-Teilnehmer an die Konkurrenz verloren: Tim Schleicher wechselte nach Aalen — der besseren Perspektive wegen.

Abteilungsleiter weg, Ausnahmekönner weg — da war es fast keine Überraschung mehr, dass man auch einen neuen Trainer präsentieren musste. „Keiner war bereit, mehr Zeit in den Verein zu investieren“, sagt Schmitt mit Blick auf die ehemals verantwortlichen Bernhard Rieger und Andreas Buchhorn. Der, der sich jetzt täglich kümmert um die Ringer am Zeisigweg, heißt Cornel Rusu, kommt aus Rumänien und hat sich über Facebook bei der SV beworben.

Dass es in diesem Jahr, in dem der Etat noch immer nicht hundertprozentig steht („Vielleicht sind wir am Ende der Saison zu Einsparungen gezwungen“, so Schmitt), nur um den Klassenverbleib gehen würde, weiß auch Rusu. Überrascht waren sie am Samstag dennoch, dass man gegen den Aufsteiger manchmal chancenlos war, wenngleich man den ein oder anderen Einzelkampf mit Glück auch für sich hätte entscheiden können. Vor allem der Auftritt des neu verpflichteten Bulgarischen Meisters, Georgi Sredkov, enttäuschte Schmitt: „Der ist in keinem guten körperlichen Zustand, das hat unmotiviert gewirkt.“ Tim Schleicher, das sagt Schmitt auch noch, fehlt ihnen jetzt als Leader. Er ist nicht der Einzige, der fehlt.

Die Erstliga-Ergebnisse im Einzelnen (Johannis zuerst genannt): 55 kg Freistil: Stadelmann – Filip 4:0, 60 kg Griechisch-römisch: Schmitt – Leciu 0:3, 66A Fr.: Besold – Sava 0:4, 66B Gr.-röm.: Sven Dürmeier – Julfalakyan 2:3, 74A Fr.: Marco Dürmeier – Ghita 0:4, 74B Gr.-röm.: Klopf - Jan Rotter 0:3, 84A Fr.: Pscherer – Kaufmehl 1:3, 84B Gr.-röm.: Baumeister – Kai Rotter 0:1, 96 Fr.: Sredkov – Gör 2:3, 120 Gr.-röm: Schön – Popp 3:2. 

VON FADI KEBLAWI

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