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Fehlstart ins neue Jahr: Brose scheitert im Oberfrankenderby

Brose Bamberg startet stark in Bayreuth, lässt dann aber konstant stark nach - 02.01.2018 21:24 Uhr

Brose Bamberg um Trainer Andrea Trinchieri ist mit einer Niederlage ins neue Jahr gestartet. © Sportfoto Zink


Die Mannschaft von Cheftrainer Andrea Trinchieri, der als Reaktion auf die unnötige Niederlage in Istanbul an den Tagen um den Jahreswechsel zweimal täglich trainieren ließ, erwischte einen exzellenten Start in dieses Oberfrankenderby. Von Beginn an wirkte es so, als hätten die Mannen um Kapitän Nikos Zisis aus ihren Fehlern gelernt und spielten ihren oberfränkischen Rivalen phasenweise an die Wand. Mit ihrer starken Verteidigung nahmen die Bamberger den Bayreuthern nahezu alles weg und spielten im eigenen Angriff konsequent ihre Vorteile aus. Die Folge war eine stetig wachsende Führung, die mit der Viertelpause beim 21:9 ihren Höhepunkt fand.

John Cox on fire

Anstatt im zweiten Spielabschnitt weiter an die gezeigte Leistung anzuknüpfen, kam Bamberg mit Anpfiff der zweiten zehn Minuten völlig aus dem Tritt und zeigte das Gesicht, welches Coach Trinchieri seiner Mannschaft versucht hatte auszutreiben. Auf der Gegenseite witterten die Bayreuther sofort Morgenluft und starteten ihre Aufholjagd. Vor allem ein Mann lief im Medi-Trikot dabei so richtig heiß: John Cox. Der 36jährige Routinier im Team von Raoul Korner, im bisherigen Saisonverlauf gerade einmal für knapp fünf Punkte pro Partie gut, traf nun einen Wurf nach dem anderen und legte in seinen 9:20 Minuten Einsatzzeit 14 Punkte auf. Der Führungswechsel ging dann auf das Konto von Gabe York und diese nahmen die Hausherren auch mit in die Kabine (38:36).

Um keine Antwort verlegen

In seiner Pausenansprache fand Coach Trinchieri scheinbar wieder die passenden Worte, denn seine Jungs bekamen nach dem Seitenwechsel wieder mehr Zugriff auf diese Partie. Im Angriff brachte man den Ball durch gute Bewegung entweder unter den Korb zu Dejan Musli oder fand - zumeist in Person von Dorell Wright - den freien Mann an der Dreierlinie. Aber auch die Bayreuther konnten ihren Rhythmus aus Viertel zwei aufrecht halten und so entwickelte sich das von vielen erwartete enge Kopf-an-Kopf-Derbyrennen. Egal was Brose versuchte, die Medi-Korbjäger waren um keine Antwort verlegen, behaupteten ihren Vorsprung oder bauten diesen sogar phasenweise aus.

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Zweimal schafften es die Domstädter dennoch noch einmal, die Führung auf die eigene Seite zu holen, konnten diese aber nie lange halten. Zum einen lag das an eigenen Fehlern (Fehlwürfe oder Fehlentscheidungen im Angriff) und zum anderen an einer schlechte Fastbreak-Verteidigung, die Coach Trinchieri nicht nur in einer Auszeit lautstark bemängelte. Auf der Gegenseite merkte man den Wagnerstädtern, die nach der Pause in Gabe York ihren Haupt-Antreiber hatten, in fast jeder Sekunde an, dass sie nach fast 21 Jahren endlich wieder einen Derby-Heimsieg für sich verbuchen wollten.

Pokal-Quali trotz Niederlage erreicht

Mit der Unterstützung ihrer fantastischen Fans im Rücken sollte dies den Jungs von Raoul Korner dann auch tatsächlich gelingen - Medi Bayreuth, das sich auch in einer hektischen Schlussphase mit je zwei technischen Fouls auf beiden Seiten nicht mehr aus dem Konzept bringen ließ, gewinnt das 75. Oberfrankenderby mit 85:75, und schiebt sich in der Tabelle wieder an den Bambergern vorbei. Bambergs sportlicher Trost: Trotz der mittlerweile sechsten Saisonniederlage erreichte man - zusammen mit Medi Bayreuth nun endgültig die Pokal-Qualifikation.

Der Grund für die Niederlage ist aus Brose-Sicht schnell gefunden: Nach einem bärenstarken ersten Viertel haben die Brose-Boys wieder einmal komplett den Faden verloren, brachten den Gegner durch eigene Fehler wieder zurück ins Spiel und konnte den Schalter in der Schlussphase nicht mehr umlegen. Getragen von den eigenen Fans nutzten die Bayreuther dann ihre Chance und waren dem Meister in allen Kategorien überlegen.

Medi Bayreuth: York (23 Punkte), Cox (14), Brooks (11), Marei (10), Robinson (10), Doreth (7), Seiferth (4), Amaize (4), Linhart (2), Wachalski
Brose Bamberg: Hickman (13), Hackett (12), Wright (11), Musli (10), Zisis (8), Heckmann (7), Lô (6), Staiger (6), Rubit (2), Radosevic 

Benjamin Strüh E-Mail

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