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Franke: "Fürth gehört nicht dahin, wo es gerade steht"

Ex-Kleeblättler und Übergangs-Dresdner leidet mit seinem Ex-Verein - 10.02.2018 10:15 Uhr

Damals noch anders herum: Am Sonntag trifft Marcel Franke, der hier noch gegen Dresdens Marco Hartmann verteidigt, in Fürth auf seine alten Kollegen - dieses Mal aber im gelben Trikot. © Sportfoto Zink / WoZi


Herr Franke, im Sommer haben Sie Fürth in Richtung Norwich City verlassen. Diesen Winter ging’s schon wieder zurück in die Heimat nach Dresden. Das ging schnell...

Marcel Franke: Ich wollte im Sommer den nächsten Schritt machen. Der Trainer von Norwich hat sich sehr um mich bemüht und ich war fest eingeplant. Die ersten fünf Spiele liefen gut, dann haben wir gegen Millwall vier gefangen. Da hatte ich auch nicht meinen besten Tag. Dann hat der Trainer das Personal gewechselt und wir haben die nächsten zehn Spiele nicht verloren, in der Innenverteidigung kam Timm Klose zurück. Ich pendelte zwischen Tribüne und Bank.

Und irgendwann reifte der Gedanke zu wechseln.

Franke: Ich habe mich schon gefragt: Kannst Du nach einem halben Jahr bereits die Biege machen? Aber die Rückrunde hätte genauso laufen können wie die Hinserie.

War Dresden Ihre erste Anlaufstelle?

Franke: Ja, das ist eine neue Geschichte für mich. Den Zeugwart kannte ich noch. Ich hatte mit Ralf Minge bereits im Oktober ein erstes Gespräch. Auch Union Berlin hat angefragt. Aber für mich gab’s nur die eine Richtung. Ich war ein paar Jahre weg aus Dresden. Meine Familie freut sich, dass ich wieder da bin. In England konnte sie nicht immer dabei sein.

Rouwen Hennings oder Philipp Hofmann wechselten schon vor Ihnen in die zweite englische Liga. Beide konnten sich nicht durchsetzen. Ist die Liga so hart?

Franke: Es ist schon eine große Umstellung, selbst für einen Innenverteidiger. Es geht richtig zur Sache, da knallt es in den Zweikämpfen und kaum etwas wird abgepfiffen. Wir wollten mit Norwich Fußball spielen, am Ende waren aber viele lange Bälle dabei. Du musst immer Top-Leistung bringen. Und ich stand nach einer guten ersten Phase erstmal hinten an. Das habe ich mir natürlich anders vorgestellt.

In Dresden hingegen gehören Sie sofort wieder zur Stammelf.

Franke: Es war für mich sehr wichtig, sich gleich wieder festzuspielen. Ich wurde super aufgenommen und habe alle drei Spiele gemacht. Für uns geht es gerade auch um jeden Punkt.

Das Kapitel Fürth ist abgeschlossen oder verfolgen Sie die alten Kameraden weiterhin?

Franke: Abgeschlossen ist bei mir gar nichts. Ich habe in Fürth die Spiele von Dresden verfolgt und mache das jetzt auch in Dresden mit Fürth. Es tut mir schon weh, was gerade bei der SpVgg passiert. Sie stehen mit dem Rücken zur Wand. Am Sonntag zählen für uns aber nur die Punkte. Danach drücke ich Fürth beide Daumen. Sie gehören nicht in die Dritte Liga.

Was läuft Ihrer Meinung nach falsch in Fürth?

Franke: Mit Robert Zulj haben sie natürlich einen Schlüsselspieler verloren. Nik Omladic ist ihnen auch komplett weggebrochen. Von der Qualität gehört Fürth aber nicht da hin, wo es gerade steht.

Wie bewerten Sie rückblickend Ihre Zeit in Fürth?

Franke: Es war eine super Erfahrung und hat mir viele Türen geöffnet. Für junge Spieler ist es sehr positiv, bei der SpVgg zu spielen. Die Verantwortlichen haben mir das Vertrauen entgegengebracht, das ich gebraucht habe. Dafür bin ich sehr dankbar. Mit Niko Gießelmann und Marco Caligiuri habe ich hinten in der Dreierkette gespielt. Das war eine gute Band. Und mit Cali an meiner Seite konnte ich viele Erfahrungen sammeln.

Was ist besser? Das Leben in Norwich oder zu Hause in Dresden?

Franke: Norwich ist auch eine schöne Stadt. Man hat nicht weit zum Meer, London und Cambridge sind in Reichweite. Mit Marco Stiepermann und Tom Trybull sind zwei ehemalige Spieler aus Fürth da. Aber Dresden ist meine Heimatstadt. Man kann beide Städte schlecht miteinander vergleichen.

Und was sagt Ihre Frau?

Franke: Sie unterstützt mich total. Das ist nicht selbstverständlich. Sie hatte in Fürth einen guten Job und geht mit mir jetzt den Weg mit.

...der im Sommer wieder auf die Insel führen wird?

Franke: Stand jetzt, ja. Ich spiele jetzt erstmal die Saison in Dresden zu Ende und dann werden wir sehen, wie der Trainer von Norwich mit mir plant. Ich will mich dort immer noch durchsetzen und habe jetzt die Chance, mich auf das beste Niveau zu bringen. 

Interview: Martin Ferschmann E-Mail

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