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Frankreichs Alptraum – Italien und England jubeln

Spanien gibt sich keine Blöße - 05.09. 16:59 Uhr

FRANKFUT/MAIN  - In Frankreich herrscht weiter Fußball-Tristesse. Die „Grande Nation“ startet mit einer Heimniederlage gegen Weißrussland in die EM-Qualifikation. Auch in Portugal läuten die Alarmglocken. Dafür herrscht bei den WM-Versagern Italien und England Aufbruchstimmung


Französische Fans feuern ihre Mannschaft während des Spiels gegen Weißrussland an. Gebracht hat es nichts.
Französische Fans feuern ihre Mannschaft während des Spiels gegen Weißrussland an. Gebracht hat es nichts.
Foto: dpa

Für die „Grande Nation“ geht der Alptraum weiter, die anderen WM-Versager England und Italien feierten zum Auftakt der EM-Qualifikation ihre Auferstehung. Die 0:1- Heimniederlage gegen Weißrussland sorgte in Frankreich für blankes Entsetzen. Auch in Portugal läuten nach dem 4:4 gegen Zypern die Alarmglocken. Das „Mutterland des Fußballs“ bejubelte dagegen beim 4:0 gegen Bulgarien die Wiedergeburt der „Three Lions“ und Italien nach dem 2:1 in Estland den neuen „Nationalhelden“ Antonio Cassano.

Keine Blöße gaben sich auch Titelverteidiger Spanien beim 4:0 in Liechtenstein sowie Deutschland-Herausforderer Türkei mit dem 3:0 in Kasachstan. Der in Frankreich als Heilsbringer empfangene Trainer Laurent Blanc steht mit der „Equipe tricolore“ schon im zweiten Spiel am Dienstag in Bosnien mit dem Rücken zur Wand und malt ein düsteres Horrorszenario: „Der Aufbau des Teams kann Monate dauern und eventuell auch niemals gelingen.“ Gegen die vom ehemaligen DDR- Nationaltrainer Bernd Stange betreuten Weißrussen, die durch Sergej Kisljak (86.) zum Sieg kamen, knüpften die Franzosen nahtlos an ihren desolaten WM-Auftritt an.

"Alptraum geht weiter"

„Der Alptraum geht weiter“, klagte das Blatt „Sud-Ouest“ nach dem siebten sieglosen Länderspiel in Serie. Die „L'Équipe“ titelte in großen Lettern: „Katastrophal!“ und stellte fest: „Willkommen bei den Kleinen.“ Blanc räumte ernüchtert ein: „Wir haben unbeholfen und naiv agiert.“ Gegen Bosnien-Herzegowina um Bundesliga-Torschützenkönig Edin Dzeko sind die Franzosen krasser Außenseiter. „Wer kann schon behaupten, dass wir nach Bosnien fahren, um zu gewinnen?“, fragte Blanc ratlos. Schock-Stimmung herrschte auch in Portugal nach dem Auftakt-Patzer gegen Zypern. „Wir sterben einen langsamen Tod“, schrieb das Massenblatt „Correio da Manha“. Die Sportzeitung „O Jogo“ titelte: „Das war ein Desaster.“ Ohne den verletzten Superstar Cristiano Ronaldo und den wegen einer Dopingaffäre gesperrten Trainer Carlos Queiroz blamierte sich der WM-Achtelfinalist bis auf die Knochen. Der Radiosender TSF forderte bereits den Rauswurf des 57-jährigen Coaches, der im Verband kaum Rückendeckung hat.

Jubel gab es dagegen auf der Insel. „Endlich eine Mannschaft, die wie England aussieht“, lobte die Zeitung „Daily Mail“ nach dem souveränen Auftritt gegen Bulgarien. „Ein beeindruckender Sieg, der auf eine bessere Zukunft hoffen lässt“, urteilte die „Times“. Getrübt wurde die gute Stimmung vor der Partie gegen die Schweiz nur durch die Verletzung von Innenverteidiger Michael Dawson sowie neuen Wirbel um Wayne Rooney. Der Stürmerstar von Manchester United fand sich am Sonntag auf den Titelseiten britischer Boulevardblätter wieder, die von angeblichen außerehelichen Eskapaden des 24-Jährigen mit einer Prostituierten berichteten.

Cassano als Matchwinner

Der erste Sieg in diesem Jahr sorgte in Italien für große Erleichterung. Zum Matchwinner beim 2:1 in Estland avancierte der bei der WM verschmähte Antonio Cassano. „Sant'Antonio rettet Italien“, titelte die „Gazzetta dello Sport“. Mit seinem Ausgleichstor und der Hacken-Vorlage zum Siegtreffer von Leonardo Bonucci bedankte sich Cassano für das Vertrauen des neuen Nationalcoaches Cesare Prandelli, dessen Vorgänger Marcello Lippi auf die Dienste des Stürmers von Sampdoria Genua verzichtet hatte. Einen gelungenen Einstand feierte Trainer-Globetrotter Guus Hiddink mit der Türkei. Höhepunkt beim 3:0-Sieg in Kasachstan war das zweite Tor durch Bayern-Profi Hamit Altintop, der den Ball nach einer Ecke volley aus 18 Metern in den Winkel hämmerte. „Wir wollten einen guten Start. Den haben wir erreicht“, sagte Hiddink. Ohne Mühe startete Vize-Weltmeister Niederlande mit dem 5:0-Erfolg in San Marino. Schalke-Neuzugang Jan-Klaas Huntelaar traf gleich dreimal, Ruud van Nistelrooy war bei seinem Blitz-Comeback ebenfalls erfolgreich und überflügelte mit nunmehr 34 Länderspieltoren Hollands Legende Johan Cruyff (33). 





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