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Frisch gezügelter Club soll die Fohlen zähmen

Coach Wiesinger hofft auf Reizpunkte und fordert drei Punkte gegen Gladbach - 01.02.2013 15:50 Uhr

Nürnberg  - Club-Trainer Michael Wiesinger hat die Dortmund-Pleite (0:3) längst abgehakt und richtet den Fokus voll auf Borussia Mönchengladbach (Sonntag, 15.30 Uhr). Personell kann er dabei aus dem Vollen schöpfen.

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01.02.2013: Die Niederlagen der letzten Woche tun weh. Dank der Neuzugänge sieht FCN-Coach Wiesinger allerdings einen neu entfachten Konkurrenzkampf in seiner Mannschaft, der zu einer besseren Leistung und einem Sieg gegen M'Gladbach führen soll.

Sondertraining, öffentliche Schelte und Spott: Die zweite Garde des 1. FC Nürnberg musste nach der peinlichen 0:5-Testpielpleite gegen Zweitliga-Schlusslicht Jahn Regensburg einiges einstecken. Im Gegensatz zur erwarteten Niederlage der ersten Elf im Dortmund-Spiel scheint dieser Stachel bei den Club-Verantwortlichen noch tief zu sitzen. "Das ist schwierig zu verkraften für den FCN", sagte Trainer Michael Wiesinger am Freitag bei der obligatorischen Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach.

Und der Verein hat direkt reagiert. Wiesinger zögerte verdächtig lange, als er gefragt wurde, ob der müde Sonntags-Testkick seiner zweiten Mannschaft ausschlaggebend für die Nürnberger Last-Minute-Kauflaune auf dem Transfermarkt gewesen sei. Durch die in dieser Woche getätigten Neu-Verpflichtungen in Person des Japaners Mu Kanazaki und des Österreichers Muhammed Ildiz hat der der Konkurrenzkampf innerhalb der Mannschaft kräftig an Schärfe gewonnen. "Wir haben damit einen guten Reizpunkt gesetzt", kommentierte der Coach die Transfers. "Erfolg kann man nur haben, wenn aus der zweiten Reihe angeschoben wird."

Man hat also die Zügel kräftig angezogen beim 1. FC Nürnberg. Da passt es, dass mit dem Europa-League-Teilnehmer Borussia Mönchengladbach die sogenannten "Fohlen" Gegner im nächsten Heimspiel sind, die es ebenfalls zu zügeln gilt. "Wir werden am Sonntag sicherlich anders auftreten als gegen Dortmund", versicherte Wiesinger. Leicht wird es nicht, der Überraschungsmannschaft der vergangenen Spielzeit den Schneid abzukaufen. Klar ist aber auch: Nicht nur für die Mannschaft wäre der erste Dreier im Jahr 2013 enorm wichtig. Auch dem neuen Trainergespann Wiesinger und Reutershahn könnte im Falle einer Niederlage bereits ein rauher Wind ins Gesicht blasen. 

Der Gegner reist dagegen mit viel Rückenwind nach Franken. Zwar am Ende knapp, aber immerhin, konnte Borussia sein letztes Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf mit 2:1 für sich entscheiden. Dabei verletzte sich allerdings Ex-Cluberer Havard Nordtveit am Knie und kann am Sonntag gegen seinen ehemaligen Verein nicht spielen. Auch sein potentieller Stellvertreter Granit Xhaka fällt wegen einer Grippe aus, so dass Trainer Lucien Favre in der Defensive umstellen muss. Zum Rückrundenauftakt holte Gladbach beim 0:0 in Hoffenheim einen Punkt. Ein Europa-League-Qualifikationsplatz ist für die Favre-Elf erneut zum Greifen nahe. Logisch also, dass die Fohlen keine Geschenke verteilen werden.

Dennoch blickt Michael Wiesinger optimistisch voraus. Kann er auch, denn bis auf Roussel Ngankam sind alle Spieler fit. "Ich habe die Qual der Wahl", so der Club-Coach. Richtig in die Karten blicken lässt er sich natürlich nicht. Neuzugang Mu Kanazaki könnte am Sonntag sein Bundesliga-Debüt geben, wohingegen Muhammed Ildiz wohl erst noch einmal pausieren wird. Linksverteidiger Javier Pinola müsse "eine deutliche Leistungssteigerung an den Tag legen", so Wiesinger.  Die angezogenen Zügel darf jetzt ruhig auch der bislang gesetzte Argentinier zu spüren bekommen. 

Stefan Hofer


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Titel, Tränen und Triumphe: Der 1. FC Nürnberg blickt auf eine bewegte, mittlerweile über 113-jährige Geschichte zurück. Seine größten Erfolge feierte der Club in den "goldenen" 20er Jahren, als alleine fünf der insgesamt neun Meisterschaften gelangen. Bis in die 60er Jahre gehörte der Verein zu den ganz großen Namen des deutschen Fußballs. Doch mit dem erstmaligen Abstieg aus dem Oberhaus 1969 begann ein jahrzehntelanges Tief. Abstiege und Skandale prägten den Verein, der sich in dieser Zeit den Ruf einer Fahrstuhlmannschaft verdiente und 1996 gar in die drittklassige Regionalliga abstürzte. Erst im neuen Jahrtausend konsolidierte sich der Verein und knüpfte mit dem DFB-Pokalsieg 2007 an alte Zeiten an - sehr zur Freude der treuen und großen Anhängerschaft des FCN.

Deutscher Meister: 1920, 1921, 1924, 1925, 1927, 1936, 1948, 1961, 1968

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Der Club-Kader in der Saison 2012/13

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