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Fürth-Coach Buric zufrieden: "Perfektion kommt schon noch"

Der Trainer der SpVgg Greuther Fürth sieht sein Team auf einem guten Weg - 24.07.2018 13:01 Uhr

Noch läuft nicht alles rund. Wohin es geht, weiß Trainer Damir Buric aber. © Sportfoto Zink / MeZi


NZ: Herr Buric, wie fällt Ihr Fazit nach acht Tagen im Trainingslager aus?

Damir Buric: Insgesamt haben wir unsere Schwerpunkte im Training abarbeiten können, unabhängig von dem einen Testspiel haben wir unseren Plan und das, was wir vorhatten, durchziehen können. Wir arbeiten bis zum letzten Tag an Standards, an der taktischen Ausrichtung, der Kommunikation und den Entscheidungen auf dem Platz, so dass wir taktisch weiter sind als im Jahr zuvor. Das Team ist kreativ, es arbeitet sehr gut.

NZ: Hat sich die Arbeitsteilung mit Ihren Co-Trainern Petr Ruman und Oliver Barth schon ausgezahlt?

Buric: Wir konnten in kleinen Gruppen arbeiten, da sind die Spieler mehr gefordert. Die Liebe zum Detail ist Qualität, das wird sich am Ende zeigen. Meine Erfahrungen diesbezüglich sind sehr gut, der ein oder andere Spieler wird sich durch die Arbeit in kleineren Gruppen weiterentwickeln.

NZ: Wie sind die letzten beiden Niederlagen in den Testspielen zu bewerten? Liegt der Schluss nahe, dass es noch viele Baustellen gibt?

Buric: Wir sind sauer, dass wir diese Spiele gegen Braunschweig und Liefering verloren haben. Aber wir haben nie in der Aufstellung gespielt, die wir wahrscheinlich zum Ligaauftakt wählen werden. Wir wollten jeden Spieler mitnehmen und haben viel probiert. Klar waren wir in einigen Situationen unglücklich, auch sehr naiv gegen Braunschweig und gegen Lieferung. Das waren viel zu einfache Fehler. Wir arbeiten immer noch an der Realisation – wir haben viele Situationen vor dem Tor, machen aber zu wenig daraus. Wir bleiben da dran. Ganz penetrant.

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NZ: Hätten Sie nicht gedacht, die Mannschaft wäre schon einen Schritt weiter?

Buric: Ich glaube, wir sind schon einen Schritt weiter. Wenn ich den Jungs eine Pause gönne, einen Tag, nicht nur einen Nachmittag wie hier, werden die spritziger, klarer und ruhiger vor dem Tor. Jetzt liegt der Fokus noch auf der athletischen und taktischen Vorbereitung. Diese Spiele waren nur Tests. Wir haben gesehen, was wir sehen wollten. Gute Phasen, aber auch unkonzentrierte Phasen. Die Mannschaft hat sich aber gleich danach damit auseinandergesetzt, was man besser machen kann. Wir haben beispielsweise ein großes Repertoire an Standards. Die Perfektion, bei der jeder weiß, was zu tun ist, kommt noch.

Es läuft nach Plan

NZ: Sie waren nach der Niederlage gegen Liefering sehr deutlich gegenüber Ihrem Team, haben aber auch auf Selbsterkenntnis gesetzt und die Spieler selbst Wege zur Lösung ausarbeiten lassen. Ist das ein Teil Ihres Rezepts?

Buric: Ich habe ihnen gesagt: Stellt euch vor, es ist ein Punktspiel, ihr seid besser, liegt aber zurück durch so einfache Fehler und weil wir vorne nicht in der Lage sind, aus, zwei drei Chancen Tore zu machen. Selbst wenn die Beine müde sind, ist es nötig, wach zu sein, geistig frisch und in der guten Organisation zu bleiben. In den letzten Wochen werden wir in kurzen und intensiven Einheiten an der Spritzigkeit arbeiten. Jetzt liegen wir genau im Plan.

NZ: Sehen Sie die Qualität des Kaders zum jetzigen Zeitpunkt als ausreichend an?

Buric: Wir haben Vertrauen in unsere Mannschaft. Wir haben den Großteil des Kaders gehalten und dazu perspektivische Spieler geholt und zusätzliche Konkurrenz geschürt. Das ist doch gut. Wir haben noch sehr viel Zeit vor uns, werden genau beobachten und auf der ein oder anderen Position Spieler verpflichten, wenn wir Bedarf sehen. Aber richtig gezielt, mit dem genau passenden Profil für uns und die zweite Liga.

NZ: Und das wäre?

Buric: Kreative und spielstarke Spieler sind meistens in der ersten Liga. In der zweiten Liga geht es um körperliche Aspekte, die Athletik und die Cleverness. Auch da musst du in der zweiten Liga auf einem hohen Niveau sein.

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NZ: Muss sich Fürth einen Spieler mit so einem Profil mal leisten? Kann sich Fürth so jemanden leisten?

Buric: Wir werden sehen, ob wir so einen Spieler für uns finden. Ich finde es toll, wie der Verein wirtschaftet. Es gibt wenige Klubs in der zweiten Liga, die so arbeiten wie wir in Fürth. Das ist beispielhaft seriös. Wir müssen aus unseren Ressourcen das Beste machen und dürfen uns nicht von anderen Klubs blenden lassen, die andere Möglichkeiten haben. Die Konkurrenz ist groß. Insgesamt ist die zweite Liga unglaublich stark.

Kleiner Kader, große Verantwortung

NZ: Ist die zweite Liga tatsächlich unglaublich stark oder nur so stark, weil sie so unglaublich ausgeglichen ist?

Buric: Wenn ich die deutsche zweite Liga vergleiche ist sie wahrscheinlich in den Top Ten, was Zuschauer, Infrastruktur und Qualität angeht. Dann ist das wie die erste Liga in Belgien, in Holland, vielleicht sogar wie in Frankreich. Die Bundesliga würde 20 Teams verdienen, hat aber nur 18. Vielleicht ist sie deshalb so stark.

NZ: Reicht da aber ein so kleiner Kader, wie er sich derzeit präsentiert?

Buric: Wir haben Stand jetzt 21 Feldspieler, das ist ein sehr kleiner Kader. Als Trainer hat man da eine große Verantwortung. Wir haben aber auch eine klare Hierarchie in der Truppe. Das Team ist zusammengewachsen, auf diesem Gerüst wollen wir junge Spieler einbinden, gleichzeitig aber auch Stabilität beibehalten. Wenn wir Spieler bekommen, die uns qualitativ weiterbringen, werden wir das machen.

NZ: Sie sind nicht nur der nette Herr Buric, werden den Spielern gegenüber auch deutlich. Täuscht der Eindruck, dass Ihr Team häufiger einen Tritt in den Allerwertesten braucht?

Buric: Dafür bin ich doch auch da. Ich bin der Erste, der die Jungs belohnt, wenn sie toll arbeiten und viel stimmt. Ich weiß aber, was einfach ist. Diese Fehler, die wir gemacht haben, sind viel zu einfach. Das darf nicht sein, das mag ich nicht, da werde ich sauer. Das müssen wir abstellen. Die Jungs müssen konzentriert bleiben, den Nebenmann aufbauen, in der Organisation bleiben und Fehler korrigieren. Wir müssen danach streben, das für einen langen Zeitraum zu schaffen. Auch wenn die Spieler im Moment müde sind.

NZ: Stimmt, aber...

Buric: Genau. Ja, aber. Diese Betonung. Die will ich in Zukunft nicht mehr hören. 

Fragen: Florian Pöhlmann

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