Donnerstag, 13.12.2018

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Fußball-Kulturpreis: Ehrung für Horst Hrubesch

"Kopfball-Ungeheuer" erhält Hauptpreis der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur - 16.10.2018 20:44 Uhr

Der Hauptpreis der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur geht in diesem Jahr an den früheren Nationalspieler Horst Hrubesch. © Roland Fengler


Rainer Holzschuh, Herausgeber des kicker, würdigte die Verdienste Hrubeschs um den deutschen Juniorenfußball. Der einstige Torjäger habe dabei stets auch versucht, den Fußballnachwuchs charakterlich zu prägen: "Er lebte vor, wie man sich bodenständig, fair, anständig und ehrlich verhält." Darüber hinaus erinnerte Holzschuh an die sportlichen Erfolge Hrubeschs, der zuletzt die Frauen-Nationalmannschaft als Interimstrainer aus ihrer Krise führte und mit ihr die Qualifikation zur Weltmeisterschaft schaffte. Zuvor hatte er mit der U21-Nationalmannschaft den Europameistertitel (2009) und mit der Olympia-Auswahl die Silbermedaille (2016) geholt. Als Spieler war der Stürmer des Hamburger SV Europameister (1980) und Vize-Weltmeister (1982). 

Die Jury, die sich für Hrubesch entschied, besteht aus Repräsentanten der im städtischen Kulturamt angesiedelten Akademie, in der die Stadt Nürnberg mit der Teambank als Sponsor und dem kicker zusammenarbeitet, Holzschuh ist Juryvorsitzender. Hrubesch wird die Auszeichnung am 26. Oktober in der Tafelhalle entgegennehmen. 

Das Publikum darf dann über den besten Spruch der Saison 2017/18 befinden. In die Endauswahl der letzten vier Weisheiten haben es Thomas Hitzlsperger, Felix Kroos, Ante Rebic und Nils Petersen geschafft. "Salopp gesprochen, verblöde ich seit zehn Jahren, halte mich aber über Wasser, weil ich ganz gut kicken kann", sagte Petersen über seine Fußballerlaufbahn. Ex-Nationalspieler Hitzlsperger kommentierte bei der Weltmeisterschaft als TV-Experte die taktische Ausrichtung des deutschen Gegners Schweden: "Die Schweden sind wie die Mittdreißiger in der Disco: Hinten reinstellen und warten, ob sich was ergibt."

"Bruder, schlag den Ball lang!"

Kroos hatte ein ironisches Lob für seinen Bruder Toni parat, der eben gegen diese Schweden traf, aber auch das Gegentor mit einem Fehler einleitete: "Stark! Ein Tor gemacht, eins vorbereitet."

"Bruder, schlag den Ball lang", lautete wiederum die Aufforderung von Rebic an seinen Frankfurter Teamkollegen Kevin-Prince Boateng. Der hielt sich dran, und Rebic konnte so das 1:0 im Pokalfinale gegen Bayern München erzielen.

Bei der Gala werden die Besucher den Sieger ermitteln, moderiert wird der Sprüche-Wettbewerb durch den Kabarettisten Frank Goosen. Hauptmoderatorin des Abends ist aber wieder Katrin Müller-Hohenstein. 

Bei der Gala werden noch drei weitere Preise vergeben. Der Sportjournalist Christian Eichler hat mit "90 oder Die ganze Geschichte des Fußballs in 90 Spielen" das Fußballbuch des Jahres geschrieben. Der Bildungspreis "Lernanstoß", der an Projekte geht, die Fußball als Mittel der Bildungsarbeit einsetzen,  geht an die 2008 gegründete Wuppertaler Kinder- und Jugend-Universität für das Projekt "Kick mit Physik". Der Fanpreis, mit dem in früheren Jahren zum Beispiel der unterhaltsamste Fangesang oder die überzeugendste Choreografie gewürdigt wurden, geht diesmal an den besten Fußball-Podcast: Ausgezeichet wird "Rasenfunk" von Max-Jacob Ost und Frank Helmschrott. Das Projekt bietet den Hörern eine Revue zum vergangenen Bundesligaspieltag, greift aktuelle Debatten auf und behandelt im monatlichen Tribünengespräch ausführlich Themen wie Doping oder Depression. 

Marco Puschner

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