Dienstag, 18.12.2018

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Gefahr Asia-Cup: Bricht dem Club Kubo weg?

Der Japaner kann ein Problem lösen und zum Problem werden - 29.11.2018 05:52 Uhr

Yuya Kubo tat sich auf Schalke schwer, sich gegen robuste Spieler, wie hier Nationalspieler Sebastian Rudy, durchzusetzen. © Sportfoto Zink / DaMa


Eigentlich spricht Yuya Kubo ganz passabel deutsch. Das ist für einen Japaner, der beim 1. FC Nürnberg angestellt ist, nicht selbstverständlich. Hiroshi Kiyotake etwa, Kubos prominenter Vorgänger, brauchte selbst nach zwei Jahren noch einen Dolmetscher, um eine Bratwurstsemmel zu bestellen.

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Im Sommer forderte man am Valznerweiher dringend Verstärkungen, sonst schaut es für den Club schlecht aus für den Klassenerhalt. Nun ist die Rückrunde fast vorbei und es ist Zeit zurückzublicken. So schlugen sich Mathenia, Misidjan & Co. bis jetzt:


Sogar mit seinem Trainer, verriet Kubo beim gestrigen Pressetermin im Club-Museum, habe er anfangs deutsch gesprochen, mittlerweile kommunizieren die beiden auf Englisch, um Missverständnissen vorzubeugen. "Shoot if you can" wird ihm Michael Köllner somit auch am Samstag geraten haben, und Kubo probierte es. Noch in der Anfangsphase wollte er Ralf Fährmann mit einem eleganten Schlenzer überlisten, es blieb beim gut gemeinten Versuch.

Vorzügliche Fernschüsse

In der Bundesliga, die Erfahrung hat Kubo bereits sammeln müssen, sind Abschlüsse aus etwas größerer Distanz ungleich schwerer als noch in Belgien oder der Schweiz, wo er für Gent und Bern auch regelmäßig aus 20 Metern oder mehr für Jubelstürme gesorgt hat. Mit links, mit rechts, oben, unten, fast wie er wollte. Auch das eine oder andere Highlight-Filmchen legt nahe, dass Kubo ein Spezialist für Fernschüsse sein könnte.

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Und siehe da, der schöne Schein trügt nicht. "Ich bin generell jemand, der gerne den Abschluss sucht", lässt Kubo übersetzen, "der gerne aufs Tor schießt." Seine bisherige Saisonbilanz gibt das auch durchaus her: 17-mal hat er es schon probiert in seinen knapp 700 Einsatzminuten, aber bisher nicht getroffen, egal von wo. Der Club ist die einzige Bundesliga-Mannschaft, die ihre Tore bislang allesamt im Strafraum erzielt hat.

Am liebsten im Zentrum

Außerhalb ist nicht viel los, was in der vergangenen Saison anders war. Hervor taten sich Eduard Löwen, der laut kicker-Datensatz gleich viermal von jenseits des Sechzehnmeterraums zugeschlagen hat und Kevin Möhwald (3); Hanno Behrens und Ondrej Petrak haben es mit je einem erfolgreichen Versuch in die Statistik geschafft. Womit sich die aktuelle Misere auch erklären lässt: Löwen ist verletzt, Möhwald nicht mehr da. Und Kubo noch auf der Suche nach seiner Rolle.

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Zu Saisonbeginn platzierte ihn Köllner gerne mal auf der linken Seite, obwohl sich Kubo im Zentrum am besten aufgehoben fühlt. "Ich spiele da, wo mich der Trainer aufstellt", sagt der 13-malige Nationalspieler Japans pflichtschuldig, einen Kopf scheint er sich deswegen nicht zu machen. "Ich finde", sagt Kubo über Kubo, "dass es nicht so schlecht läuft."

Was passiert mit Misidjan?

Ob es für ihn gut genug läuft, um für den Asien-Cup in den Vereinigten Arabischen Emiraten nominiert zu werden, ist zumindest fraglich. Von seinem Nationaltrainer hat er schon länger nichts mehr gehört, was ihn zusätzlich motiviert. "Es ist für mich immer eine Ehre, für mein Land zu spielen", sagt Kubo, für den Club wäre seine Berufung vor allem ein Problem. Das Turnier findet vom 5. Januar bis 1. Februar 2019 statt, Kubo würde die komplette Vorbereitung und bis zu drei Bundesliga-Spiele verpassen. Da es keine offizielle Abstellungsperiode ist, könnte ihm sein Arbeitgeber freilich die Freigabe verweigern. "Wenn ich berufen werde, möchte ich auch dabei sein", sagt Kubo. Natürlich auf Japanisch.

Zudem droht dem Club ein weiterer Spieler in dieser Periode wegzubrechen. Die Berufungsverhandlung gegen den zu einer Gefängnisstrafe verurteilten quirligen Offensivdribbler Virgil Misidjan findet nach Informationen der Nürnberger Nachrichten im Januar statt. Die Bild hatte zuerst darüber berichtet. Nachdem der Holländer nicht zur ersten Gerichtsverhandlung erschienen war, hat er sich nun einen Staranwalt zugelegt und möchte auch selbst vor Gericht erscheinen.

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Wolfgang Laaß

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