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Ganz Mönchengladbach fiebert dem großen Duell mit Dynamo Kiew entgegen. Doch vor dem ersten Auftritt im Europapokal seit 16 Jahren ist für die Borussia-Profis Ruhe und Erholung erste Pflicht. Zu stark war die Belastung der letzten Tage bei fast tropischer Hitze. „Viel schlafen, gut essen und schauen, dass wir das Pokalspiel schnell aus den Beinen bekommen“, sagte Abwehrchef Martin Stranzl vor dem Playoff-Hinspiel um den Einzug in die Champions League gegen Kiew am Dienstag (20.45 Uhr/ZDF).
„Wir können keine normalen Einheiten machen und nur kurz trainieren“, sagte Borussias Trainer Lucien Favre vor dem Millionenspiel gegen den ukrainischen Spitzenclub. Für den ersten internationalen Auftritt in Mönchengladbach seit dem 19. Oktober 1995 bleibt den Borussen-Profis nur eine kurze Vorbereitungszeit nach dem 2:0-Pokalsieg in Aachen.
Dabei gibt es nach dem ersten Pflichtspiel einiges aufzuarbeiten, um gegen Kiew zu bestehen. „Da dürfen wir uns diese Fehler nicht erlauben. Das darf auf einem solchen Niveau nicht passieren“, sagte Sportdirektor Max Eberl nach dem mühevollen Pokalerfolg. Favre warnte vor dem 26-maligen nationalen Meister mit großer Europapokalerfahrung. „Das ist eine technisch starke Mannschaft mit viel Kreativität“, sagte der Borussen-Coach vor dem Duell im Borussia-Park, der international nur Platz für 46 279 Zuschauer bietet.
Für den fünfmaligen deutschen Meister geht es im 125. Europapokalspiel nicht nur um viel Geld, sondern auch um den ersten Einzug in die Champions League. „Jetzt versuchen wir den Stellenwert, den wir uns erarbeitet haben, zu untermauern. Wirtschaftlich wäre der Einzug in die Gruppenphase hoch lukrativ, ist aber kein Muss“, sagte Eberl.
Mit von der Partie gegen Kiew sind die drei Neuzugänge Alvaro Dominguez, Granit Xhaka und Luuk de Jong. Den besten Eindruck hat bislang der Schweizer Xhaka im defensiven Mittelfeld hinterlassen. Allerdings klagte Trainer Favre nach dem ersten Pflichtspielauftritt noch über das Offensivspiel seines Teams. „Es fehlte die Passgenauigkeit und die Schnelligkeit in die Tiefe“, sagte der Coach, der wohl mit de Jong und Igor de Camargo zwei Spitzen aufbietet. „Es wird sicher noch vier bis fünf Wochen dauern, bis wir da sind, wo wir hinwollen“, sagte Stranzl.
In der Europacup-Historie der Gladbacher gab es bislang erst ein Kräftemessen mit Kiew. In der Saison 1976/77 setzte sich der Bundesligist im Landesmeisterwettbewerb mit 0:1 und 2:0 durch. Die aktuelle Dynamo-Elf wird eine große Herausforderung für die Gladbacher. Zum einen ist die Mannschaft von Trainer Juri Sjomin schon im Rhythmus und hat bislang acht Pflichtspiele absolviert, davon sieben gewonnen. In der Qualifikationsrunde zur Champions League setzte sich Kiew mit 2:1 und 1:0 gegen Feyenoord Rotterdam durch.
Borussias Trainer Favre hat sich intensiv mit dem Gegner befasst, war in der vergangenen Woche schon in Kiew und hat seinem Team am Wochenende Videos vom Gegner gezeigt. „Das ist eine starke Mannschaft, die uns alles abverlangen wird. Aber wir wissen, dass wir jede Mannschaft schlagen können“, sagte Gladbachs Mittelfeldspieler Havard Nordtveit. Kapitän Filip Daems meinte: „In zwei Spielen ist alles möglich. Es muss kein Nachteil sein, mit einem Heimspiel zu beginnen.“
