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Sonntag, 16.12.2018

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Glanztat mit Wirkung: So verhalf Bredlow dem Club zum Sieg

Trotz sieben Gegentoren in Dortmund präsentiert sich der Keeper stark - 01.10.2018 05:51 Uhr

Und dann macht er sich ganz groß: Nürnbergs Torwart Fabian Bredlow pariert glänzend gegen den Düsseldorfer Dodi Lukebakio. © Sportfoto Zink / DaMa


Sich selbst wieder größer machen – das war die Übung, um die es für Nürnbergs beste Fußballspieler ging am Samstag im Max-Morlock-Stadion. Drei Tage, nachdem sie von Borussia Dortmund kleingespielt worden waren beim 0:7, sollten sie gegen Fortuna Düsseldorf beweisen, dass diese sieben Gegentore tatsächlich nur einer sehr miesen Laune des Schicksals zu verdanken waren.

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33 Minuten lang ist ihnen das dann leidlich gelungen am Samstag, Nürnberg glänzte nicht, aber Nürnberg führte immerhin 1:0, als Tim Leibold ein Freistoß weit in der Düsseldorfer Hälfte so grandios misslang, dass Sekunden später der Düsseldorfer Dodi Lukebakio auf dem langen Weg alleine auf das Nürnberger Tor zu war. Zwischen Luekbakio und dem Ausgleich, der womöglich die Nürnberger Irritationen noch einmal vergrößert hätte, stand nur noch Fabian Bredlow. Der Torwart, der in Dortmund in den Minuten 9, 32, 49, 58, 74, 85 und 88 jeweils ein Gegentor hatte quittieren müssen. Der Spieler, der vielleicht am meisten hatte leiden müssen in den Tagen nach dem 0:7.

Glanztat von Bredlow

Diesmal, beim 3:0 gegen Düsseldorf, musste Bredlow kein Gegentor hinnehmen, diesmal wehrte er den Schuss von Dodi Lukebakio großartig ab und gab seinen Kollegen erst die Möglichkeit, sich zunächst geistig zu sammeln und dann später mit körperlicher Wucht noch einmal zwei Treffer zu erzielen. Wie diese Rettungstat gelingen konnte, wurde der Sieben-Gegentore-Torwart Bredlow später gefragt. Relativ einfach, so sagte das Bredlow, "ich habe gesehen, dass er sich den Ball zu weit vorlegt und dann habe ich mich groß gemacht."

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An ihm und dieser Parade wuchs der ganze Club, diesmal war eben nichts schiefgegangen, was alles so hätte schiefgehen können. Stattdessen hatten sie manchmal auch Glück, in der 57. Minute zum Beispiel, als nach einer überragenden Düsseldorfer Ball-Stafette auch Bredlow schon geschlagen war, der Torschütze Marvin Ducksch aber eben auch im Abseits gestanden hatte.

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Es war das ein Moment des Glücks, von dem die Nürnberger an den ersten fünf Spieltagen so selten profitiert hatten. Die fünf Punkte, die sie aus den vier Spielen gegen Berlin, Mainz, Bremen und Hannover gesammelt hatten, waren ja das Resultat vor allem harter Defensivarbeit. Man hätte vor dem Fiasko von Dortmund ja vor allem auf die gelungene Verteidigungsarbeit der Nürnberger kleine Hymnen schreiben können. Nur dreimal musste Bredlow, der sich in der Vorbereitung knapp gegen Christian Mathenia durchgesetzt hatte, in diesen Spielen hinter sich greifen.

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Das lag am disziplinierten Spiel der gesamten Mannschaft, das lag aber auch am Torwart-Talent Bredlow, der in dieser Saison nie so flatterhaft wirkte, wie ihm das in seiner ersten Spielzeit als Nürnberger Nummer eins noch hin und wieder passiert war. Und dann kam Dortmund über sie, über Bredlow. Sieben Gegentreffer, allerdings war keiner dabei, den man eindeutig Bredlow zu Lasten legen will. Trotzdem: "Das tut immer noch extrem weh", sagte Bredlow nach dem Spiel gegen Düsseldorf, das die Schmerzen etwas lindern half.

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Bredlow selbst hat sich mit dem Auftritt in Dortmund noch ein wenig länger gequält. Offiziell galt beim 1. FC Nürnberg ja die Partie in Dortmund schon ein paar Minuten nach dem Abpfiff als nicht mehr existent. Der 23 Jahre alte Bredlow wollte sich daran aber nicht halten. Also hat er sich in einer freien Minute alle sieben Tore noch einmal angesehen. Also den Treffer von Jakob Bruun Larsen, die beiden von Marco Reus, den von Achraf Hakimi, den von Manuel Akanji, den von Jadon Sancho und auch den von Julian Weigl.

Irritierter Blick

Ein bisschen selbstzerstörerisch muss man da wahrscheinlich schon sein, Bredlow aber will noch mehr. Den Montag und den Dienstag hat Trainer Michael Köllner jetzt frei gegeben, ehe sie mit den Vorbereitungen auf die Begegnung mit Bredlows ehemaligen Arbeitgeber aus Leipzig beginnen. "Vielleicht kann ich mir am Montag oder am Dienstag das Spiel nochmal komplett angucken", sagt Bredlow.

Sein Trainer schaut etwas irritiert, als er das hört, sagt dann aber, dass ja gerne jeder seine freien Tage verbringen darf, wie er will. Köllner sagt das mit einem Lächeln, weil ihnen auch Bredlow mit seinen Paraden beim 3:0 gegen Düsseldorf eine Woche gerettet hat, von der man am Mittwoch noch glaubte, dass sie gar nicht mehr schön werden kann.

So aber haben sie sich jetzt mit einer Rekord-Niederlage ins Vereinsgeschichtsbuch eingetragen und drei Tage später einfach so wieder gewonnen. Sechs Punkte aus drei Spielen haben sie in dieser Woche gesammelt. Man könne sie deshalb "als geglückt bezeichnen", schlug Bredlow abschließend vor. Dann ging er davon, sehr aufrecht. 

FADI KEBLAWI

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