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Mittwoch, 19.12.2018

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Grenzerfahrungen beim Club: Das Doppel-Debakel wirkt nach

Lerneffekt? Ratloser Außenseiter gerät auswärts erneut unter die Räder - 09.10.2018 12:35 Uhr

Der Club von Enrico Valentini strauchelt derzeit auswärts gegen die Top-Teams der Liga bedenklich. Die Antworten darauf kommen bislang noch recht verlegen daher. © Sportfoto Zink / DaMa


Reichlich ratlos stand der Rechtsverteidiger in den Katakomben des Leipziger Stadions, wo er erklären sollte, warum sein 1. FC Nürnberg nach dem 0:7 in Dortmund erneut mit 0:6 untergegangen war. "Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll", grübelte Valentini beim Versuch einer Analyse, "sechs Tore kassierst du ja nicht einfach so. Wir müssen da auch mal knallhart zu uns selbst sein."

Sympathische Chancenlosigkeit 

Bei aller lobenswerten Selbstkritik kann Valentini vielleicht sogar sinnbildlich stehen für die momentane Club-Crux. Mit dem Aufstieg in die Bundesliga hat sich der Deutsch-Italiener, geboren in Nürnberg, aufgewachsen im Zabo, im Alter von mittlerweile 30 Jahren einen Lebenstraum erfüllt. Auf die Idee, einem wie ihm mangelnden Einsatz oder fehlendes Herzblut vorzuwerfen, käme wohl keiner. Neben Hanno Behrens, Tim Leibold und vielleicht noch Georg Margreitter ist der fleißige Valentini ein Gesicht dieses 1. FC Nürnberg, ein Sympathieträger, eine Identifikationsfigur.

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Fiasko für den FCN: Leipzig ledert chaotischen Club ab

Es war ein Abend zum Vergessen für den Altmeister! Ein über ganz weite Strecken wie schon in Dortmund vogelwilder FCN kassiert in Leipzig die nächste derbe Klatsche. Der Europa-League-Starter aus Sachsen überrollt den Köllner-Club, der seinen Teil zur erneut enorm hohen Niederlage beisteuert. Es hilft nichts. Hier kommen die Bilder!


In Leipzig stieß Valentini aber erneut schlicht an seine Grenzen – und mit ihm dummerweise zehn andere Kollegen, die vom präzisen Tempofußball der Brausekicker förmlich überrollt wurden. Selten sah man eine Nürnberger Elf auf nahezu allen Positionen so überfordert. "Zu viele fatale Fehler im eigenen Ballbesitz" sollte Trainer Michael Köllner später als Grundübel ausmachen, der schnelle 0:2-Rückstand schon nach sieben Minuten habe seiner Elf "zugesetzt".

So mutierte der Aufsteiger zur Lachnummer der Liga. "Einer geht noch, einer geht noch rein", sangen Leipzigs Fans beim Stand von 5:0. Dass tatsächlich nur noch einer reinging, lag vor allem daran, dass die Gastgeber einen Elfmeter vergaben, den Pfosten trafen und es in der letzten halben Stunde gegen einen dezimierten Gegner generell etwas lockerer angehen ließen. Nürnberg hätte sonst womöglich sogar eine neue Rekordpleite gedroht.

Klassenunterschied gegen die Vollhoch-Teams 

Der Spott, der sich über die fränkischen Prügelknaben ergoss, "tut weh, weil wir ja wissen, was wir eigentlich können", klagte Valentini. Gezeigt haben sie das bislang in den Heimspielen gegen Mainz (1:1), Hannover (2:0) und Düsseldorf (3:0), in Berlin (0:1) und Bremen (1:1) präsentierte man sich zumindest konkurrenzfähig. Die Vollgasfußballer aus Dortmund und Leipzig aber deckten einen Klassenunterschied auf. Man habe jetzt auswärts ausgerechnet jene zwei Teams erwischt, "die in einer Vollhochphase sind", befand Köllner; nicht umsonst führe der BVB die Tabelle vor den nun seit sechs Spielen ungeschlagenen Sachsen an.

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