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Gut drauf! Ewerton gefällt's beim Wohlfühl-Club

Königstransfer des FCN kehrt nach Gelbsperre ins Team zurück - 13.04.2018 05:48 Uhr

Leistungsträger! Seine Kopfballstärke wirft Nürnbergs neuer Vorzeigeverteidiger nicht vor dem eigenen Gehäuse in die Waagschale. © Sportfoto Zink / DaMa


Der Mannschaftsabend auf dem Volksfest am Mittwoch hat Ewerton offenbar so gut gefallen, dass er mit seiner Frau tags darauf gleich noch mal hinwollte. Der Brasilianer ist gern unter Menschen, mag die Stadt. Und mag auch seinen neuen Fußball-Club.

Wer ihn in den vergangenen Wochen abseits des Arbeitsplatzes beobachtet hat, könnte erstaunt gewesen sein. Als sich Ewerton Jose Almeida Santos Ende Juli im Medienraum des Vereinszentrums vorstellte, wirkte er noch verschlossen, beinahe schüchtern. Neues Umfeld, neue Kollegen. Dabei hat Ewerton eigentlich längst Routine darin, sich irgendwo einzugliedern zwischen Lissabon und Kasan. Der 1. FC Nürnberg ist bereits sein zehnter Verein.

Mit Händen und Füßen

Der ebenso kräftige wie elegante Verteidiger gilt als Königstransfer von Andreas Bornemann. Mit Ewerton ist der Club in der letzten Reihe deutlich stabiler geworden, auch seine stets überlegte, kluge Spieleröffnung wirkt sich ausgesprochen positiv aus. Was Ewerton da hinten auch anstellt, es ergibt meistens Sinn.

Nur dass er sich bis heute weitestgehend der deutschen Sprache verweigert, muss man nicht verstehen; das Interview am Donnerstag übersetzte Verteidigerkollege Laszlo Sepsi, sie hätten auch Enrico Valentini oder Federico Palacios da hinsetzen können, mit allen anderen verständigt sich Ewerton auf Englisch oder eben mit Händen und Füßen. "Es ist nicht einfach", sagt Ewerton, "aber okay."

Trotz gelegentlicher Verständigungsprobleme fühlen sich Ewerton und seine Frau Elisangela ausgesprochen wohl in Nürnberg. "Die Mannschaft macht es ihm auch leicht", sagt sein langjähriger Berater und Freund Jürgen Bühler; Ewertons Premierentor in der Zweiten Liga zum 1:0-Erfolg bei Union Berlin feierten seine Mitspieler in der Kabine ausdauernd mit "Ewerton, Ewerton"-Gesängen. Auch die Verantwortlichen würden sich beinahe herzlich um ihn kümmern. "Die Leute im Verein", sagt Bühler, "die machen wirklich einen Superjob."

Der HSV und erstklassiges Stellungsspiel  

Dass sich kürzlich der Hamburger SV nach seinem Schützling erkündigt haben soll, hörte Berater Bühler am Donnerstag zum ersten Mal, "es spricht ja auch wenig gegen Nürnberg", besonders jetzt, so kurz vor dem möglichen Aufstieg. Ewerton hat große Lust auf die Bundesliga und hat insbesondere die Qualität, um sich auch gegen bessere Stürmer behaupten zu können. Sein Stellungsspiel ist bereits erstklassig, seine Zweikampfführung in den meisten Fällen auch. Wenn er, wie kürzlich in Dresden, früh am Nachmittag die Gelbe Karte sieht, kann er auch seine Risikobereitschaft entsprechend zurückfahren. Schlau sein.

"Ich bin bereit" 

Seit seinem Startelf-Debüt am sechsten Spieltag gegen St. Pauli ist Ewerton unantastbar, eine feste Größe, die Sperre gegen Heidenheim nach seiner fünften Verwarnung hat er eher unruhig bis widerwillig abgebrummt. Am Sonntag in Ingolstadt ist er wieder dabei, "ich bin bereit", sagt Ewerton. Und lächelt. Wie so häufig in letzter Zeit. 

Wolfgang Laaß

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