Donnerstag, 15.11.2018

|

Handball: Der TSV Roßtal hält gut mit

Trainer Andreas Dörr hat sein Team in die Spur gebracht - 06.11.2018 09:38 Uhr

Der Roßtaler Christoph Nepf zeigt mit jeder Faser seines Körpers, dass er diesen Ball noch ins Tor bugsieren möchte. Bislang glückte das ihm und seinen Mitspielern gar nicht selten in der Landesliga. © Fotos: Jürgen Rauh/Zink


Den Feiertag in der vergangenen Woche nutzte Andreas Dörr, um in seiner saarländischen Heimat Kraft zu tanken. Er hatte dabei einiges zu erzählen, denn besonders sportlich war es zuletzt eine sehr aufregende Zeit. Den Saisonstart hatte Roßtal mit zwei Niederlagen in den Sand gesetzt, bei Abstiegskandidat HSV Hochfranken (25:27) in Rehau laut Dörr sogar die "bislang schlechteste Saisonleistung" geboten.

Es war der Zeitpunkt, zu dem sich der TSV-Coach erste Gedanken machte und auch das Gespräch mit der Mannschaft suchte. "Wie es der Handballgott will, ist es besser geworden", scherzt Dörr und fügt hinzu: "Wir sind jetzt sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf. Eigentlich keiner hätte erwartet, dass wir momentan im gesicherten Mittelfeld stehen."

Gewonnen sei deswegen noch nichts, doch "die acht Punkte nimmt uns keiner mehr", weiß auch der ehemalige Juniorennationalspieler. Ein echter Befreiungsschlag war der erste Saisonsieg gegen Sulzbach-Rosenberg (33:16), als speziell in der zweiten Hälfte "alles passte".

Andreas Dörr ist als Coach stolz auf seine Männer in der Landesliga.


Darauf konnte und wollte Dörr aufbauen, drei Siege aus den vergangenen fünf Spielen bestätigen ihn in seinem Handeln: "Das waren Erfolge, bei denen die kämpferische Einstellung über 60 Minuten gepasst hat. Wir haben nie nachgelassen, auch in schlechten Phasen nicht. Wir haben uns an das Konzept gehalten, was enorm wichtig ist." Immer wieder lässt Dörr im Gespräch das Wort "stolz" fallen. Was ihn besonders freut: "Wir sind kein Kanonenfutter und werden ernst genommen."

Talente aus der Jugend

Die Derbysiege bei der Drittliga-Reserve des TV Erlangen-Bruck (27:25) und gegen die bis dato noch verlustpunktfreie HSG Lauf/Heroldsberg (31:30) haben in Roßtal endgültig das Gefühl ausgelöst, in der Landesliga angekommen zu sein.

Geschafft hat Dörr das mit einer Mannschaft, die gespickt ist mit Talenten aus dem eigenen Verein. "Da können wir stolz drauf sein", wiederholt sich der einstige Regionalliga-Torjäger, "bei vielen anderen Mannschaften sieht man kaum Eigengewächse." Auch deswegen wähnt Dörr sein Team "auf einem guten Weg".

Unter dem bescheidenen und zurückhaltenden Saarländer hat Roßtal sogar seine chronische Landesliga-Auswärtsschwäche in den Griff bekommen. Zwei von vier Partien in der Fremde gewannen sie bereits, in der Vergangenheit sah das häufig anders aus.

Doch was ist sein Geheimrezept? "Ich weiß nicht, ob die Jungs auswärts mit weniger Druck und Nervosität auflaufen können. Zu Hause ist der Anspruch zumindest ein anderer. Ich sage ihnen immer, dass sie vor allem selbstbewusst auftreten sollen", so sein Credo. Dörrs wichtigster Anführer auf dem Feld ist fraglos Sebastian Schuh. Der Linkshänder erzielte bei den Prestige-Erfolgen gegen Erlangen-Bruck und Lauf insgesamt 14 Tore. "Er ist der Spieler, der höherklassig schon die meiste Erfahrung gesammelt hat. Er versucht das auch weiterzugeben. Er geht voran und bringt eine gute technische wie taktische Ausbildung mit. Er übernimmt Verantwortung und hat das nötige Selbstvertrauen", gerät Roßtals Trainer beim Routinier ins Schwärmen.

Doch auch die jungen Wilden bereiten Dörr viel Spaß. Der TSV-Coach will keinen Spieler herausheben, doch Kai Haltrich steht sinnbildlich für die Entwicklung der Talente. In der vergangenen Saison spielte der zum Rechtsaußen umfunktionierte Youngster noch in der zweiten Mannschaft – und beeindruckte jüngst mit fünf Toren gegen Landesliga-Schwergewicht Lauf. Die gute Mischung aus Jung und Alt passt Dörr ins System.

Er ist auch eine Klasse höher ein Verfechter einer harten wie aggressiven Abwehr, die Ballgewinne und so möglichst viele einfache Tore aus dem Tempogegenstoß ermöglichen soll. Auch das "sehr ärgerliche" und "vermeidbare" 27:28 in Auerbach am vergangenen Samstag bringe ihn nicht von diesem Weg ab.

Viel mehr freut sich Dörr bereits auf eine ganz besondere Premiere. Am kommenden Samstag (19.30 Uhr, Wilhelm-Löhe-Straße 17, Roßtal) steht sein erstes Martinimarkt-Heimspiel als Roßtaler Trainer an. "Es war mit das Erste, was sich die Spieler angeschaut haben, als der Spielplan herauskam", erinnert sich Dörr, "die Halle wird gut gefüllt sein." Mit dem ASV 1863 Cham kommt eine gestandene Landesliga-Mannschaft. "Es gab an diesem Wochenende in der Vergangenheit wohl auch schon die eine oder andere Niederlage", wurde Dörr bereits ausreichend informiert. Der fünfte Saisonsieg wäre ihm aber deutlich lieber.

Ergebnis-Telegramm

Bayernliga, Frauen: HSG Freising-Neufahrn - HG Zirndorf 25:28, Tabellenplatz 3.

Landesliga, Männer: SG Auerbach/Pegnitz - TSV Roßtal 28:27, Tabellenplatz 8.

Bezirksoberliga, Männer: MTV Stadeln - TSV Roßtal II 38:28, MTV Tabellenplatz 6, TSV Tabellenplatz 11; HG Zirndorf - HG Ansbach 28:23, Tabellenplatz 4.

Bezirksoberliga, Frauen: HG Zirndorf II - HG Ansbach 26:26, Tabellenplatz 5; SG Altenfurt/Feucht - TSV Roßtal 27:31, Tabellenplatz 4; Post SV Nürnberg II - TSV Altenberg 18:22, Tabellenplatz 7. 

MAXIMILIAN SCHMIDT

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Sport