Sonntag, 18.11.2018

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Hauptmarkt-Show: Malkus und Rehm springen am weitesten

Mihambo schafft's nicht ins Finale - Heinle wird Meister - 24.07.2015 22:22 Uhr

Die Stimmung: überragend. Markus Rehm sprang 8,11 Meter - gewonnen hat aber dennoch ein anderer. © dpa


Prothesen-Weitspringer Markus Rehm hat erneut einen Coup bei den nichtbehinderten Leichtathleten gelandet – diesmal allerdings ohne Wert. Der Paralympics-Sieger aus Leverkusen schaffte mit 8,11 Metern am Freitagabend bei den deutschen Meisterschaften in Nürnberg die Tagesbestweite. Der Titelverteidiger hatte aber außerhalb der Wertung antreten müssen. Meister wurde der Tübinger Fabian Heinle mit 8,03 Metern. Heinle darf nun zur WM Ende August in Peking. „Es wäre schön, wenn ich dort die Qualifikation überstehen kann“, meinte der 21-Jährige.

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Meisterhaft! Das Weitsprung-Spektakel auf dem Hauptmarkt

Auf dem Hauptmarkt - in Nürnbergs guter Stube - war am Freitag Leichtathletik der Extraklasse angesagt. Deutschlands beste Weitspringer trafen sich in ungewohnter Umgebung zur Meistkür, das Publikum in der Noris war begeistert.



Rehm hatte 2014 in Ulm als erster Behindertensportler den Weitsprung bei den Nichtbehinderten gewonnen – mit 8,24 Metern vor dem mittlerweile zurückgetretenen Christian Reif. Trotz erfüllter EM-Norm war er vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) nicht für Zürich nominiert worden. Biomechanische Messungen hätten gezeigt, dass er durch seine Karbon-Prothese im Vorteil gegenüber nichtbehinderten Springern gewesen sein soll. Doch das ist umstritten – und bis heute nicht erwiesen. Seinen Titel durfte Rehm damals behalten. Auf Rang zwei bei den Männern landete der Leverkusener Alyn Camara mit 7,97 Metern. Vor dem letzten Durchgang hatte es eine Unterbrechung gegeben, weil der Absprung-Balken auf der Anlage etwas abgesackt war.

Meisterlich: Lena Malkus entschied den Weitsprung-Wettbewerb auf dem Nürnberger Hauptmarkt für sich. © Sportfoto Zink


Zuvor waren die Frauen an der Reihe gewesen. Lena Malkus gewann die Premiere auf dem Nürnberger Hauptmarkt. Die 21-Jährige aus Münster setzte sich am Freitagabend mit 6,74 Metern durch. Erstmals bei nationalen Leichtathletik-Meisterschaften war die Disziplin aus den Stadion-Wettbewerben ausgegliedert worden. Vor 4000 Zuschauern - 2000 weitere waren rund um die gute Stube Nürnbergs unterwegs - taten sich die Springerinnen allerdings etwas schwer auf dem Anlaufpodest mitten in der Innenstadt.

So blieb auch Hallen-Vize-Europameisterin Sosthene Moguenara vom TV Wattenscheid als Zweite mit 6,65 Metern unter ihren Möglichkeiten. Die 25-Jährige hatte in diesem Jahr wie Malkus schon 6,94 erreicht. Malkus und Moguenara haben dennoch ihr Ticket für die WM Ende August in Peking sicher. Dritte wurde Nadja Käther aus Hamburg mit 6,56. Mitfavoritin Malaika Mihambo - von den Veranstaltern neben Sprinter Julian Reus im Vorfeld auf die Poster gedruckt - verließ als Neunte unter Tränen die Wettkampfstätte, die Athletin der LG Kurpfalzdarf mit einer Vorleistung von 6,79 Meter dennoch auf eine China-Reise hoffen.

Die Atmosphäre beim Sprung-Spektakel war eine, an die man sich in der Noris lange erinnern wird. Bis weit hinter die Fleischbrücke standen die Sportinteressierten Schlange, Eintritt für die Flugshow wurde nicht verlangt. So war es wenig verwunderlich, dass die 4000 Plätze, die auf dem zur riesigen Arena umfunktionierten Platz zur Verfügung standen, rasch gefüllt waren.

Diejenigen, die in wunderbarer Abendsonne freie Sicht auf den Wettkampf genossen, bereuten ihr Kommen nicht. Unter ihnen Oberbürgermeister Ulrich Maly, Stabhochspringer Raphael Holzdeppe und Leichtathletik-Legende Heide Ecker-Rosendahl. 

dpa / apö / seb

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