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In Fürth beginnt der Kurs der Härte

Mike Büskens stellt das Team um, möglicherweise trifft es sogar Kapitän Mavraj - 31.01.2013 06:58 Uhr

Fürth-Kapitän Mergim Mavraj: ein Kandidat für die Bank?

Fürth-Kapitän Mergim Mavraj: ein Kandidat für die Bank? © Sportfoto Zink


Gelbe Leibchen haben im Fußball enorme Aussagekraft. Besonders kurz vor einem Bundesligaspiel. Spieler, die im Training das Leibchen tragen, dürfen sich auf einen Einsatz freuen, der Rest muss einsehen, dass wieder einmal nur ein Platz auf der Bank frei sein wird.

Gut, noch ist nicht Samstag, aber die Aufstellung beim munteren Neun gegen Neun im Training der Spielvereinigung Greuther Fürth ließ darauf schließen, dass Trainer Mike Büskens seinen angedrohten harten Kurs in die Tat umsetzen und die Rotation in der Startelf anpacken wird. Für einige der desillusionierten Aufstiegshelden wird am Samstag auf Schalke vielleicht nicht einmal ein Platz auf der Bank frei sein.

Klaus statt Sararer

Statt Sercan Sararer, bislang wohl größte Enttäuschung im Team, durfte beim Üben Felix Klaus die rechte Seite beackern, im Sturm versuchten sich Ilir Azemi und Nikola Djurdjic in gelben Leibchen als Doppelspitze. Die größte Überraschung war allerdings die Verbannung von Kapitän Mergim Mavraj ins B-Team. Thomas Kleine und Lasse Sobiech stellten die Innenverteidigung vor Keeper Wolfgang Hesl. 

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Mavrajs Körpersprache war dementsprechend. Ungewohnt emotionslos spulte er den 30-minütigen Kick herunter, schaltete sich kaum in Offensivaktionen mit ein und trottete als einer der Letzten vom Platz. Statt zu dementieren und seinem Kapitän den Rücken zu stärken, stellte Büskens nachher lapidar fest: „Es ist zu früh, zu spekulieren.“ Auch Mavraj, sonst eher ein Freund klarer Ansagen, antwortete ausweichend: „Keiner von uns darf den Anspruch stellen, dass er spielen muss. Keiner kann sich sicher sein, denn aufgedrängt hat sich auch keiner.“ Lasse Sobiech hingegen reagierte auf die Frage nach einem Einsatz mit einem spitzbübischen Lächeln. Weiß da einer schon mehr?

Die Degradierung seines Kapitäns wäre ein unmissverständliches Zeichen von Büskens an die Mannschaft: Seht her, ich schrecke auch vor unpopulären Entscheidungen nicht zurück. Und das, obwohl Mavraj im Laufe der Saison mit Sicherheit nicht immer geglänzt, aber zumindest immer den Eindruck vermittelt hatte, alles versucht zu haben. Den Beweis, als gewählter Kapitän der uneingeschränkte Leader im Team zu sein, konnte er allerdings auch nicht erbringen.  

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Am Abend musste Büskens dann zum Krisengipfel bei Präsident Helmut Hack antreten. Als „Tiefenbohrung“ hatte Hack das Treffen vorab angekündigt. „Wir sind bisher immer fair miteinander umgegangen“, sagte Büskens, „ich kann verstehen, dass der Präsident nach so einem Spiel wie gegen Mainz sauer ist, es ist definitiv eine harte Zeit - aber es ist nicht so, dass ich jetzt nachts schweißgebadet aufwache.“

Noch ein Neuer?

Viel mehr gehe es darum, „dass der Verein wieder die richtige Richtung findet, dass er weiß, wie er sich aufstellen will“. Für Hack dürfte das klar sein. Seine Maxime lautet: „Das Wohl des Vereins steht über allem.“ Der 63 Jahre alte Präsident hat am spätestens nach dem mutlosen 0:3 gegen Mainz arg ramponierten Image des Kleeblatts schwer zu knabbern. Für Büskens ist es an der Zeit, auf dem Spielfeld mit der Politur zu beginnen.

Zumindest personell besinnt man sich auf alte Tugenden mit jungen, talentierten Profis. Die Verpflichtung von Florian Trinks, offensiver Mittelfeldspieler von Werder Bremen, 20 Jahre alt, ist so gut wie perfekt. „Die Wahrscheinlichkeit, dass er kommt, ist hoch“, verrät Mike Büskens. Und Sportchef Rouven Schröder schließt nicht aus, dass noch ein weiterer Akteur bis zum Ende des heutigen Transferfensters im Ronhof anheuern wird. 

MARTIN FERSCHMANN

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