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Jede Einheit zählt: Zrelak soll im Sturmzentrum zünden

Slowake sollte langsam aufgebaut werden beim FCN, ist jetzt aber erste Wahl - 07.03.2018 05:48 Uhr

Die Chance zum Ausgleich: Adam Zrelaks Flachschuss von der Strafraumgrenze verfehlte das Fürther Tor verhältnismäßig knapp. © Sportfoto Zink / DaMa


Als Adam Zrelak in der Startelf des 1. FC Nürnberg debütierte, sprach noch niemand über eine angebliche Offensivschwäche. Über Torschusspanik. Über eine stark rückläufige Zahl an Chancen.

Als Adam Zrelak in der Startelf debütierte, damals gegen Union Berlin, ersetzte ihn eine Viertelstunde vor Schluss ein gewisser Mikael Ishak, bildeten Cedric Teuchert und Sebastian Kerk eine viel beachtete Flügelzange und war Arminia Bielefeld noch Tabellenführer. Das ist also etwas her, über ein halbes Jahr, um genau zu sein.

"Das nervt uns jetzt schon ein bisschen"

Dass der Slowake Zrelak über ein halbes Jahr brauchen würde, um mal wieder gesetzt zu sein, ist unter anderem auf einen Mittelfußbruch zurückzuführen und einen Muskelfaserriss, den er sich im Wintertrainingslager einfing. "Das nervt uns jetzt schon ein bisschen", brummte der Trainer auf der Sonnenterrasse des Mannschaftshotels; weil Jungweltstar Teuchert da schon in Schalke-Bettwäsche schlief, wollten sie Zrelak in Spanien eigentlich als Back-up für den mittlerweile unersetzlichen Ishak aufbauen, falls dem mal was zustoßen sollte.

Entwarnung bei Palacios

Als dem einen Monat später auf St. Pauli tatsächlich etwas zustieß, kam sein designierter Ersatz also gerade von seiner nächsten Verletzung zurück. Unglücklicher hätte es nicht laufen können für den Club, der trotzdem noch Zweiter ist, mit komfortablem Fünf-Punkte-Vorsprung – nach zwei Partien ohne eigenen Treffer aber intensiv daran arbeiten muss, wieder gefährlicher zu werden.

"Ich glaube, dass wir mehrere Leute haben, die Tore machen können", meinte Ishak noch in Spanien, als das Szenario seines ja nicht unmöglichen Ausfalls von dieser Zeitung bereits durchgespielt wurde. "Wenn wir in der Ersten Liga spielen wollen, dann brauchen wir auch eine starke Bank, Leute, die ein Spiel drehen können."

Gemeint haben könnte er Zrelak oder Federico Palacios, den forschen Winterzugang, der bereits nicht mehr wegzudenken ist aus der Nürnberger Mannschaft und auch am Freitag in Bielefeld wirbeln dürfte; seine im Derby erlittene Hüftverletzung ist nicht so tragisch, wohl schon am Mittwoch wird er wieder mit den Kollegen üben können. Zum Beispiel Lauf- und Passwege, die erst im Strafraum enden.

"Wir müssen wieder häufiger in die Box kommen", ist auch Michael Köllner aufgefallen, also in die Zone mit der höchsten Erfolgswahrscheinlichkeit. Am Samstag im Derby standen da häufig nur Fürther Verteidiger herum, mit etwas mehr Präzision hätten Palacios unmittelbar vor und Zrelak kurz nach der Pause aber dennoch treffen können.

Ansonsten sah man den ehemaligen Kapitän der slowakischen U21 fast überall, aber eben nur hin und wieder da, wo ihn sein Chef eigentlich häufiger sehen wollte – im Zentrum.

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Wie weit Zrelak nach seinen ständigen Absenzen mittlerweile ist, wollte Köllner eigentlich erst in mindestens einem Freundschaftsspiel überprüfen, muss den 23-Jährigen aber jetzt sogar mangels Alternativen von Beginn an in der Zweiten Liga bringen. "Der Trainer hat mir gesagt", versicherte Zrelak noch zum Auftakt der Wintervorbereitung, "dass ich mir Zeit lassen soll". Zwei Monate später zählt jede Einheit.

Ishaks Comeback rückt näher

Am Dienstag waren es sogar zwei, vormittags mit Überraschungsgast Sebastian Kerk, der sich erstmals nach vielen Monaten und einem Achillessehnenriss wieder auf den Platz wagte, aber erst in der neuen Saison wieder eine Option sein wird. Mikael Ishak (Innenbandriss) hingegen könnte bei weiter perfektem Heilungs- und Rehaverlauf schon Ende März, Anfang April in das Zweitliga-Aufgebot zurückkehren. Um die Offensive des 1. FC Nürnberg neu zu beleben.

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Wolfgang Laaß

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