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Jeffrey schwimmt durch die Öse

Rothsee-Triathlon: Mit neuem Neo und neuem Mut ins offene Wasser - 08.06.2012 13:37 Uhr

Die neuen Neoprenanzüge passen: Jeffrey und Michael Dotzauer beim Test am Rothsee.

Die neuen Neoprenanzüge passen: Jeffrey und Michael Dotzauer beim Test am Rothsee. © www.jeffreynorris.de


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Jeffrey Norris: Braveheart, Kletterwand und Scherenschlag

Er hat sein Augenlicht verloren, aber dafür seine Liebe zum Ausdauersport entdeckt. Seitdem sucht der 52-jährige Nürnberger Jeffrey Norris immer wieder die Herausforderung bei Ultraläufen und Mountainbikerennen.


Abenteuersportler gelten ja gemeinhin als hart, zäh, furchtlos. Muskulös, braungebrannt und gutgelaunt sind sie ja ohnehin. Und Angst haben sie nie - soweit das Klischee.

Bei Jeffrey Norris scheint das auf auf den ersten Blick auch so zu sein. Bei Gluthitze ist er durch die Wüste Namibias geradelt, hat im Schneesturm den Yukon Arctic Ultra überstanden - auch ohne Augenlicht bewältigt er immer extremere sportliche Herausforderungen. Doch angstfrei, das ist er nicht - vor allem wenn es ins offene Wasser geht.

Neulich, bei der Swimnight in Roth musster er sich wieder überwinden. Beim Test für den Rothsee-Triathlon am 24. Juni hat er mit Schwimmpartner Michael Dotzauer zum ersten mal die neuen Neoprenanzüge für den Challenge ausprobiert.

Und beim Eintauchen in den Rothsee war sie plötzlich wieder da, diese Beklemmung, die Manche seit dem gleichnamigen Thriller auch gerne "Open-Water-Phobie" nennen.

Spendiert hat die neue Ausrüstung die Firma "sailfish".

Spendiert hat die neue Ausrüstung die Firma "sailfish". © www.jeffreynorris.de


"Das ist nur in den ersten Minuten so, da krieg ich eine Beklemmung, dann kann ich nicht mehr so tief einatmen und nicht mehr locker schwimmen", erklärt Jeffrey. Vor seiner Erblindung hatte er dieses Angstgefühl nie, er hat damals noch liebend gerne im Meer gebadet. "Ich weiß, dass ich da noch mehr mentale Arbeit machen muss", sagt Jeffrey.

Aber diesmal am Rothsee, ging es nach kurzer Zeit viel besser als gedacht, die Beklemmung löste sich Stück für Stück auf - und das lag vor allem am Partner. "Der Michael hat schon soviel mit mir erlebt, der weiß wie ich tick, ich hab volles Vertrauen in seinen mentalen Beistand, und das hilft".

Helfen tut ihm auch ein bildhafter Vergleich. "Ich stell mir das so vor, wenn ich ins Wasser steig: Das ist eine Öse, durch die ich durch muss, durch die ich durch will und wo ich schon gesehen hab, dass ich auch durch kann".

Beim Rothsee-Ttriathlon wird er auf alle Fälle schon etwas früher ins Wasser steigen, um sich in aller Ruhe an die Wettkampfsituation zu gewöhnen. Beim Challenge wird das Wasser ohnehin kein Problem sein. "Im Kanal, da hab ich dieses Problem gar nicht - zum Glück!".

 

 

 

  

Achim Bergmann

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