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Johanniser „Grizzlys“ auf dem Zahnfleisch unterwegs

Vom Verletzungspech gebeutelte Ringer unterlagen Adelhausen 8:33 - 30.09.2012 20:11 Uhr

Mit schmerzverzerrtem Gesicht erwehrte sich der am Knie verletzte Marco Dürmeier (rotes Trikot) den Angriffen des deutschen Vizejuniorenmeisters Carsten Kopp. Mehrmals musste der Johanniser behandelt werden. © Roland Fegler


Der kommissarische Abteilungsleiter Udo Schmitt attestierte der trotzdem nie aufsteckenden Truppe, in der nicht weniger als sechs „U23“-Athleten standen, sogar „eine hervorragende kämpferische Einstellung“. Aber gegen den mit aktuellen und ehemaligen EM-, WM- oder Olympiamedaillengewinnern gespickten Krösus aus Adelhausen, der sechs EU-Ringer aufgeboten hatte und es sich daneben erlauben konnte, noch weitere Hochkaräter draußen zu lassen, hätte wahrscheinlich auch eine Johanniser Mannschaft in Bestbesetzung nichts ausrichten können.

Schwergewichtler Fredrik Schön, der nach seinem internationalen Turniereinsatz in Aserbaidschan wieder zurückerwartet worden war (Schmitt: „Der Flug des Schweden war schon gebucht“), musste wegen einer dort erlittenen Rippenverletzung absagen, Youngster Franco Besold fehlte mit einer Schulterverletzung. Zwar stellten sich Mario Besold, Marc Pöhlmann und auch wieder Marco Dürmeier in den Dienst der Mannschaft, doch waren alle drei angeschlagen: Besold mit einer Bänderverletzung im Knöchel, Pöhlmann, der im März operiert worden war, mit einer Knieverletzung, und Dürmeier mit einem längst noch nicht ausgeheilten Bänderanriss im rechten Knie. Er wurde beim trotzdem knappen 0:3 (0:1, 0:1, 0:2) gegen den deutschen Vizemeister der Junioren, Carsten Kopp, auch mehrmals behandelt und hielt den Kampf nur unter Schmerzen bis zum Ende durch.

So konnten die Gastgeber wenigstens alle Gewichtsklassen besetzen – denn das ist auch in finanzieller Hinsicht wichtig, wie Schmitt erläuterte: „Eine nicht besetzte Klasse kostet in der ersten Liga 500 und in der zweiten Liga 250 Euro Strafe.“ Welch Potenzial trotzdem nach wie vor in der Johanniser Ringerabteilung steckt, zeigt indes das Abschneiden der zweiten Mannschaft in der zweiten Bundesliga Nord: Im Vorkampf gab es gegen die bislang ungeschlagene AV Germania Markneukirchen einen deutlichen 25:12-Triumph, die „Zweite“ ringt in dieser Liga ganz vorne mit!

Den einzigen Sieg über Adelhausen errang der bulgarische Meister Georgi Sredkov. Trotz konditioneller Probleme schaffte er ein 3:2 über Edgaras Voitechovskis. Dies war übrigens das einzige Duell vor diesmal nur 300 Zuschauern am Zeisigweg, in dem Kampfrichter Ronald Hartenstein aus Leipzig den Gastgebern wohlgesonnen war. „Meist hat er die Regeln, vor allem bei der Punktverteilung bei Verwarnungen, gegen uns ausgelegt“, ärgerte sich Schmitt.

Freuen konnte er sich dagegen über mehrere beherzte Leistungen seiner Schützlinge. Allen voran Matthias Baumeister, der Bogdan Eismont am Rand der Niederlage hatte; erst die letzte Wertung in letzter Sekunde sicherte dem Gast ein hauchdünnes 3:2. Schmitt-Sohn Fabian nahm dem Dritten der Juniorenweltmeisterschaft, Manuel Wolfer, im ungeliebten Freistil ebenso eine Runde ab wie Philipp Vanek dem ungestümen „Riesenbaby“ Daniel Ligeti und Sven Dürmeier in einem vorgezogenen Kampf dem Dritten der deutschen Meisterschaft, Florian Hassler. Dürmeier hatte sogar Pech, dass wegen Problemen der Zeitnahme ein Durchdreher, der zu einem weiteren Rundengewinn geführt hätte, nicht mehr anerkannt wurde.

Ohne Chance waren Deniz Menekse gegen den Vizeeuropameister Ivo Angelov (Bulgarien) und Martin Klopf gegen den Olympia-Zweiten von London, den Ungarn Tamas Loerincz.

Wenig zu erben wird es für die „07er“ auch am Mittwoch (17 Uhr) beim deutschen Meister Germania Weingarten geben. Am Samstag (19.30) geht dann die Vorrunde mit dem Heimduell des weiterhin punktlosen Schlusslichts gegen den Vorletzten SV Siegfried Hallbergmoos zu Ende.

Kampfverlauf, bis 66kg B (gr.): Hassler (A) 3:1-PS (3:0, 4:0, 0:3, 1:0) über S. Dürmeier (J) – Stand: 1:3; bis 55kg (Fr.): Wolfer (A) 3:1-PS (0:1, 1:0, 1:0, 5:0) über Schmitt (J) – Stand: 2:6; bis 120kg (gr.): Ligeti (A) 3:1-PS (1:0, 2:1, 0:4, 1:0) über Vanek (J) – Stand: 3:9; bis 60kg (gr.): Angelov (A) 4:0-TüPS (4:0, 6:0, 3:0) über Menekse (J) – Stand: 3:13; bis 96kg (Fr.): Sredkov (J) 3:2-PS (1:0, 1:0, 0:1, 1:3, 1:0) über Voitechovskis (A) – Stand: 6:15; bis 66kgA (Fr.): Wöller (A) 4:0-TüPS (3:0, 6:0, 6:0) über M. Besold (J) – Stand: 6:19; bis 84kgB (gr.): Eismont (A) 3:2-PS (0:3, 1:0, 0:1, 3:0, 2:2) über M. Baumeister (J) – Stand: 8:22; bis 84kgA (Fr.): Marcinkiewicz (A) 4:0-TüPS über Pöhlmann (J) – Stand: 8:26; bis 74kgA (Fr.): Kopp (A) 3:0-PS (1:0, 1:0, 2:0) über M. Dürmeier (J) – Stand: 8:29; bis 74kgB (gr.): Loerincz (A) SS nach 5:37 Min. (7:0, 3:0, 2:2) über Klopf (J) –

Endstand: 8:33 – Kampfrichter: Hartenstein (KFC Leipzig) ) / Zuschauer: 300.

Bundesliga Süd: SV Johannis 07 –

TuS Adelhausen 8:33, Germania Weingarten – SV Siegfried Hallbergmoos 20:12, SV Triberg – SV Wacker Burghausen 26:13, KSV Aalen – ASV Nendingen 10:26.

1. ASV Nendingen 120:568:2
2. Germania Weingarten 107:688:2
3. TuS Adelhausen 106:786:4
4. SV Triberg 102:826:4
5. SV Wacker Burghausen 89:936:4
6. KSV Aalen 87:945:5
7. SV Siegfried Hallbergmoos 68:1101:9
8. SV Johannis 07 44:1420:10

Nach fünf Kämpfen führte die Reserve schon 19:0

Eine glänzende Vorstellung bot die „Zweite“ beim 25:12 gegen Markneukirchen. Nach fünf Kämpfen hieß es bereits 19:0, wobei Marcel Sandeck, Tim Stadelmann, Fabian Appel, Stojan Iliev (alle 4:0) und Maurizio Mahr (3:0) ihren Gegnern keinen einzigen Wertungspunkt gestatteten; Furkan Celik (3:0) und Marco Greifelt (3:2) siegten ebenfalls. Da nur Bastian Wohlfahrt, Christian Fochtler (je 0:3) und Max Wieczorek (0:4) unterlagen, konnte Betreuer Günter Baumeister einen entspannten Abend genießen.

2.Bundesliga Nord: SV Johannis 07 II – AVG Markneukirchen 25:12, Erzgebirge Aue – WKG Pausa/Plauen/ 22:14, TuS Jena – AC Werdau 26:9, KAV Mansfeld – RSV Greiz 25:14 / Tabellenspitze: 1. Erzgebirge Aue 117:57/10:0, 2. SC Unterföhring 95:51/8:0, 3. SV Johannis 07 II 104:44/6:2, 3. AVG Markneukirchen 77:64/5:3. 

Hermann Hempel

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