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Jugendstil beim FCN: Schwartz rechnet mit Rückschlägen

Der Club-Coach kalkuliert Leistungsschwankungen ein - 13.02.2017 18:21 Uhr

Abdelhamid Sabiri links) ist das erfolgreichste Gesicht des Nürnberger Jugendstils. Alois Schwartz rechnet aber auch bei ihm mit Schwankungen.

Abdelhamid Sabiri links) ist das erfolgreichste Gesicht des Nürnberger Jugendstils. Alois Schwartz rechnet aber auch bei ihm mit Schwankungen. © Sportfoto Zink / WoZi


Alois Schwartz saß auf seinem Stuhl und hatte in diesem Moment das Bedürfnis, für Sensibilität zu werben. Gegenüber dem Jugendstil, den jungen Spielern, die ihn mit leben erfüllen, und deshalb eben auch seiner Arbeit. Dass es mit der Geduld im Umfeld des Traditionsvereins manchmal nicht so weit her ist, der fränkische Pessimismus schnell die Oberhand gewinnt und Entscheidungen sowie Entscheidungsträger infrage gestellt werden, hatte er selbst zu Beginn seiner Amtszeit beim 1. FC Nürnberg erleben müssen.

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Nach einem misslungenen Start schwand das Vertrauen in ihn. Die gestellte Trainerfrage fußte zwar auf einem Blog-Beitrag im Internet, die Welle, die dieser auslöste, musste Schwartz freilich missfallen. Intern erfuhr er stets Rückendeckung, von der jedoch nicht mehr viel übrig geblieben wäre, wäre der Club als Schlusslicht am siebten Spieltag auch in Bielefeld als Verlierer vom Platz gegangen. Doch Guido Burgstaller drehte die Partie trotz eines zuvor verschossenen Elfmeters und sicherte Schwartz den Job. Mit dem 3:1 auf der Bielefelder Alm ging es bergauf.

Werbung für ein Geduldsspiel

Inzwischen sind 20 Spieltage gespielt, und das Gesicht der Mannschaft hat sich stark verändert. "Wir brauchen Geduld, gerade in der Phase, in der wir sind, damit etwas wachsen kann. Da ist auch das Umfeld in der Verantwortung", appelliert also Schwartz, dem die jüngsten Ergebnisse zusätzlichen Rückenwind verleihen. Der Sieg in Heidenheim und das Remis gegen Braunschweig helfen, den eingeschlagenen Weg fortzuführen. Wie lange man von diesen vier geholten Punkten zehren und die Skeptiker befrieden kann, ist hingegen unklar, so die Befürchtung von Schwartz.

"Noch 14 Spiele auf diesem Level zu spielen, ist gerade für die jungen Spieler nicht einfach", baut der 49-jährige Coach vor. Rückschläge müsse man einkalkulieren. Treten sie ein, soll man sich an den langfristigen Plan erinnern, und sich vor allem daran halten – was wiederum Geduld erfordert. "Wir müssen hinkriegen, dass etwas wächst. Da sind auch die Medien in der Verantwortung", betont Schwartz. Die jungen Shootingstars dürfe man einerseits nicht zu sehr hypen und die weniger erfolgreicheren nicht zu stark kritisieren.

Aushängeschild des Jugendstils

Abdelhamid Sabiri beherrscht bereits die Schlagzeilen. Der 20-jährige Marokkaner ist mit drei Toren in drei Spielen das Aushängeschild des Nürnberger Jugendstils. "Er hat sich relativ schnell angepasst. Aber auch bei ihm werden Schwankungen drin sein", warnt Schwartz.

Sabiri erweckt (noch) nicht den Eindruck, man müsse mit ihm besonders geduldig sein. Die Umstellung von der Regionalliga zur Zweiten Liga hat er gestemmt, und sich selbst am wenigsten damit überrascht. "Ich habe in den letzten Jahren hart trainiert und mich gut darauf vorbereitet. Ich denke, dass ich bereit für die Zweite Liga bin." Bereit für einen Weg, der in absehbarer Zeit eben auch Rückschläge mit sich bringen wird. 

Stefan Jablonka

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