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Kein großes Club-Thema: Meeskes Meinung zur 50+1-Reform

Geplante Ausgliederung der Lizenzspielerabteilung ist davon nicht betroffen - 22.03.2018 05:57 Uhr

Diskutiert mit seinen Kollegen die Zukunft der 50+1-Regel: Club-Vorstand Michael Meeske. © Sportfoto Zink


Herr Meeske, viele Traditionalisten auch im Umfeld des 1. FC Nürnberg sind der Meinung, dass die 50+1-Regelung unbedingt erhalten bleiben muss, um den Einfluss von Investoren zu reglementieren. Können Sie die Menschen verstehen?

Meeske: Natürlich kann ich mir vorstellen, dass dieses Thema gerade für viele Traditionalisten unter den Fans ein besonderes ist. Deshalb ist es wichtig, bei der Diskussion verschiedenste Interessen und Blickrichtungen zu berücksichtigen und sich möglichst umfassend darüber auszutauschen.

Unabhängig in der Planung 

Sie planen, die Lizenzspielerabteilung des 1. FC Nürnberg in eine Kapitalgesellschaft auszugliedern. Ginge das auch mit der bestehenden 50+1-Regelung, die Investoren die Stimmenmehrheit in einer Kapitalgesellschaft untersagt - oder wären dafür Änderungen notwendig?

Meeske: Unsere Planungen sind davon unabhängig, da wir ohnedies nur einen Verkauf von Minderheitsanteilen anstreben.

Das heißt: Der 1. FC Nürnberg würde die 50+1-Regelung im Falle der Ausgliederung überhaupt nicht antasten oder infrage stellen?

Meeske: Genau, das ist kein Thema bei unseren Planungen.

Ihr Frankfurter Kollege Axel Hellmann würde Investoren gerne den Einstieg erleichtern, zugleich aber an strenge Bedingungen knüpfen. Ist so ein Modell überhaupt realistisch?

Meeske: Dies wird die Diskussion dann sicherlich zeigen.

Was genau schlagen Sie vor?

Meeske: Wir haben keinen konkreten Veränderungsvorschlag, halten es aber für richtig, grundsätzliche Diskussionen zuzulassen – insbesondere wo die aktuelle Regelung eben auch Schwächen aufweist.

"Veränderung gehört eben auch zum Alltag" 

Viele Leute beschleicht gerade bei der Diskussion um 50+1 das Gefühl, dass ihr Fußball in seiner ursprünglichen Form mehr und mehr verloren geht und wirtschaftliche Interessen längst über allem stehen. Sehen Sie bei wahrscheinlich noch zunehmender Kommerzialisierung nicht die Gefahr, dass es vielen Fans irgendwann reichen könnte?

 Meeske: Unzweifelhaft ist der Fußball keine Parallelwelt, in der einfach alles so bleiben kann, wie es mal war. Gerade in einem derart dynamischen Markt gehört die Veränderung eben auch zum Alltag. Dabei tun alle Beteiligten gut daran, stets auch etwaige Risiken von Veränderungen zu antizipieren. Allerdings halte ich aktuell nur wenig davon, den Fußball schon in den Abgrund zu reden, denn alle harten Fakten zeigen weiterhin eine positive Entwicklung in der Wahrnehmung des Fußballs. Was aber eben auch keine Garantie dafür ist, dass es nicht doch irgendwann zu einer Abnahme des Interesses kommen könnte.

Kann es überhaupt einen fairen Wettbewerb zwischen eingetragenen Vereinen und Kapitalgesellschaften geben?

Meeske: Die Ausnahmen gehören hier natürlich auch zur Regel und eine Rechtsformänderung allein sorgt noch nicht für signifikante Unterschiede, aber sobald Investoren spürbare Zusatzmittel in die Vereine investieren, verändern sich die Handlungsmöglichkeiten und dann werden sich die gut aufgestellten Vereine ihre Vorteile erarbeiten.

Auf dem Prüfstand 

Was sagen Sie beispielsweise dem Kollegen Dirk Zingler, seines Zeichens Präsident von Zweitligist Union Berlin, der sich eindeutig gegen die Aufweichung der 50+1-Regelung positioniert hat?

Meeske: Dass es sicherlich sein gutes Recht ist, hier eine klare Position zu beziehen; solange man sich dadurch eben nicht die Freiheit nimmt, eine nicht perfekte Regelung auf Verbesserbarkeit zu prüfen. 

Interview: Wolfgang Laaß

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