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Kleeblatt-Gegner Morlautern: T-Shirts sind schon gedruckt

Der Vorsitzende von Fürths Pokal-Kontrahent hat alle Hände voll zu tun - 12.08.2017 18:42 Uhr

Ein undankbarer Gegner für den SV Morlautern ist die SpVgg mit ihren relativ wenigen Fans. Aber die, die kommen, sind voll im Pokalfieber. © Sportfoto Zink / WoZi


"Ja, wir sind im DFB-Pokal. Ja, es ist die SpVgg Greuther Fürth. Ja, unsere Fans werden in der Überzahl sein", postete der SV Morlautern am 11. Juni auf seiner Facebook-Seite kurz nach der Auslosung der ersten DFB-Pokal-Runde. Keine Frage, dass die Meldung bei den Fans der Fürther nicht so gut ankam. "Man sollte das mit einem Augenzwinkern verstehen", sagt Reiner Engbarth, Vorsitzender des Vereins. "Wir waren bei der Auslosung in Dortmund und zu dem Zeitpunkt, als uns Fürth zugelost wurde, waren noch Mannschaften wie Dortmund oder Schalke in der Lostrommel. Und die hätte sich jeder Amateurverein gewünscht."

Bayern, Schalke, Dortmund oder im Fall des Stadtteils Morlautern auch der 1. FC Kaiserslautern. Ein Hochkaräter verspricht eine volle Hütte und satte Einnahmen. "Fürth bringt eben nicht so viele Zuschauer mit, ist aber wie Heidenheim oder Sandhausen eine starke Zweitligamannschaft, bei der man davon ausgehen muss, dass wir keine Chance haben. Es war eben nicht das Traumlos. Da brauchen wir auch nicht groß herumreden", erklärt Engbarth das kleine Dilemma.

Aus Kostengründen in Pirmasens

Ursprünglich wollte der SV im Fritz-Walter-Stadion antreten. "Da hätten wir angesichts der Stadionkosten aber 15.000 bis 20.000 Zuschauer gebraucht, um überhaupt in die Gewinnzone zu kommen." Jetzt wird das Spiel im 40 Kilometer entfernten Pirmasens ausgetragen.

"Den großen Gewinn werden wir bei 4000 erwarteten Fans nicht machen". Die Zuschauereinnahmen müssen geteilt, die Übernachtungskosten der Fürther bezahlt werden, für die TV-Übertragung fallen ebenso Kosten an und der DFB halte mit zehn Prozent Beteiligung auch noch die Hand auf, sagt Engbarth. Immerhin: Mit rund 100.000 Euro Plus rechnet der Verein am Ende. Das Geld soll in die Infrastruktur investiert werden.

Ein Dank dem Ehrenamt

Trotz allem sei das Spiel für Morlautern eine großartige Geschichte. "Das Umfeld und die Mannschaft fiebern der Partie entgegen. Wir haben geschafft, worüber viele andere Amateurvereine froh wären." Mit einem 2:1 über Viertligist Wormatia Worms im Finale des Verbandspokals sicherte sich der SV Morlautern die Teilnahme an der DFB-Pokal-Hauptrunde.

Der komplette Verein ist derzeit auf den Beinen, um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren. "Das ist schon eine wahnsinnige Aufgabe. Bei uns arbeiten alle ehrenamtlich im Verein. Ich selber kann das gar nicht stemmen, weil ich nicht einfach drei Wochen Urlaub nehmen kann", sagt der 58-jährige Vorsitzende, der als Bauingenieur arbeitet.

Glück im Unglück für Morlautern

Leid tut Engbarth die TuS Koblenz, die gegen Dynamo Dresden ran muss und erst im 400 Kilometer entfernten Zwickau eine Spielstätte gefunden hat. "Die haben zuvor ungefähr 50 Absagen von anderen Stadien erhalten", verrät Engbarth. Der miserable Ruf der Dresdner Fans ist ein Schreckensszenario für viele Vereine.

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Mit der SpVgg haben es die Pfälzer in dieser Hinsicht gut erwischt. Bis auf weiß-grüne Rauchbomben, die die Anhänger im Pokal schon mal gerne zünden, gelten die Anhänger der Fürther als friedliches Völkchen.

"Wir freuen uns auf das Spiel", sagt Engbarth und hofft doch auf die Sensation. "In den letzten Jahren wurden die Amateure nicht immer komplett aus dem Stadion geschossen. Einen Sieg erwartet keiner, aber insgeheim hofft man schon, eine Runde weiter zu kommen." Das limitierte Pokal-Shirt mit dem Aufdruck "Zeit für neue Helden" dürfte dann der Renner werden. 

Martin Ferschmann

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