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Kleeblatt-Krise hält an: Warum musste Radoki gehen?

Schon jetzt liegt ein Schatten über der Saison - so oder so - 02.10.2017 16:15 Uhr

Am Ende musste der Trainer dran glauben: Der Fürther Saisonstart war schlecht - besser wurde es ohne Janos Radoki aber auch nicht. © Sportfoto Zink / MeZi


Was ein Trainerwechsel bewirken kann, zeigt gerade der Gegner der Spielvereinigung Greuther Fürth: der 1. FC Kaiserslautern. Mit Jeff Strasser hat man einen alten FCK-Profi verpflichtet, der Aufbruchstimmung und Identifikation verkörpert. In Fürth werden sie nur müde gelächelt haben. Hier wissen sie, wie schnell so ein Effekt verpuffen kann. Einen 3:1-Sieg gab es im ersten Spiel unter dem neuen Coach Damir Buric, es folgten drei Niederlagen, in denen das Kleeblatt erschreckend chancenlos war.

Den Trainer, der in Fürth Aufbruchstimmung und Identifikation verkörperte, haben sie ja nach vier Spieltagen entlassen. Auch, weil ein Teil der Mannschaft nicht mehr unter dem unbequemen Schleifer arbeiten wollte. Darunter Spieler, die bislang ihre Leistung schuldig bleiben. Dass der hektische Rauswurf nichts ändern würde, war leider vorhersehbar. Denn es gab eben einen anderen Teil des Teams, der Radoki und sein Training geschätzt hat. Und der nur zu jung oder zu neu war, um den Wortführern in der Kabine etwas entgegenzusetzen.

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So hat die Entlassung mehr Unruhe als Ruhe in die Mannschaft gebracht. Das wäre vielleicht zu bewältigen gewesen, wenn den Verein nicht tiefgreifendere Probleme plagen würden: die wie immer hohe Fluktuation im Kader, der nicht für einen Abstiegskampf zusammengestellt wurde, die fragwürdigen Führungsstrukturen. Über die wird spätestens nach der Saison zu sprechen sein. Denn dass man jetzt nicht in noch mehr Aktionismus verfallen möchte, ist verständlich.

Bitter ist aber, dass ausgerechnet Radoki, ein Trainer, der den Verein gelebt hat, den höchsten Preis für diese Fehlentwicklung zahlen musste. Das ist ein Schatten, der so oder so über dieser Saison liegen wird.

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Alexander Pfaehler E-Mail

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