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Köllner experimentiert: Club arbeitet an der Flexibilität

Vor Kirschbaum könnten plötzlich drei statt vorher vier Abwehrspielern stehen - 08.09.2017 07:20 Uhr

Thorsten Kirschbaum hat seinen Status als Nummer eins beim Club gefestigt. © Sportfoto Zink


Die Zweitligapause wegen diverser Länderspiele war für Thorsten Kirschbaum auch nach erst vier Saisonspielen eine willkommene Unterbrechung. Im frühen Stadium der Saison lassen sich die Akkus schneller auch wieder aufladen. Um aber dem Vorurteil vorzubeugen, Fußballprofis würden ohnehin mit viel zu wenig Aufwand viel zu viel Geld verdienen, erinnert der Keeper des 1. FC Nürnberg gerne an den ersten Teil der zweiwöchigen Saisonunterbrechung: "Die erste Woche war schon sehr trainingsintensiv."

Club-Trainer Michael Köllner will sein Team künftig gelegentlich auch in der Ausgangsformation 3-4-3 auf das Feld schicken können. Also in einer Ausrichtung mit nur drei statt vier nominellen Abwehrspielern. Wobei einer davon eher ein Spieleröffner als ein reiner Verteidiger ist. Um zu prüfen, inwieweit die einstudierte Theorie, die zu einem Übergewicht im Mittelfeld und zu einem dominanteren Auftreten verhelfen soll, auch in der Praxis schon funktioniert, hatte man für vergangene Woche auch noch zwei Testspiele gegen den Kreisligisten TSV Windsbach (13:1) und den tschechischen Erstligisten Dukla Prag (1:1) eingeschoben.

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Länderspielpause in der 1. und 2. Bundesliga, und damit: Zeit für Testspiele! Am Freitagabend war der Club beim SV Raigering eingeladen und spielte dort gegen den tschechischen Erstligisten Dukla Prag. Für Patrick Erras war es ein echtes Heimspiel, für Tim Leibold ein Test zum Vergessen - und Edgar Salli traf mal wieder in einem Testspiel.


Eduard Löwen gab zwischen verschiedenen Abwehrpärchen – darunter mit Georg Margreitter und Ewerton das künftig gesetzte – den zentralen Mann. Weil sich diese risikoreichere Variante nun also nicht mehr im Experimentierstadium befindet, ist es nicht ganz ausgeschlossen, dass sie erstmals als Ausgangsformation im Heimspiel am Montagabend (20.30 Uhr) gegen den FC St. Pauli Anwendung findet.

Genügend Zeit, die neuen Mechanismen auch zu verinnerlichen ließ Köllner seinen Profis. Das verlängerte freie Wochenende nutzte Kirschbaum, um mit seiner Frau und den beiden Hunden im Bayerischen Wald bei ausgedehnten Spaziergängen ein wenig abzuschalten. Der ersten Saisonniederlage gegen Aue (1:3), die den guten Saisonstart mit zuvor sieben Punkten aus drei Partien ein wenig schlechter aussehen ließ, hing der 30-Jährige nicht lange hinterher. Er blickt nach vorne: "Wenn wir gegen St. Pauli gewinnen, ist es immer noch ein guter Saisonstart."

Für ihn persönlich ist es jetzt schon ein sehr guter. Vor einem Jahr kam Kirschbaum erst am vierten Spieltag zum Saisondebüt. In dieser Spielzeit stehen zum gleichen Zeitpunkt schon vier Einsätze in seiner Statistik. Die Nachfrage, wie es sich anfühlt, endlich mit dem Nummer-eins-Status im Tor zu stehen, lächelt er gekonnt weg. "Ich weiß, dass die Fragen gestellt werden müssen. Aber ich will einfach nur meine Leistung bringen, um ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft sein zu können." 

Stefan Jablonka

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