Sonntag, 18.11.2018

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Konzentration, Kampf, Kubo: Das ist für den FCN wichtig

Heute Heimspiel: So will der Club gegen Frankfurt siegen! - 28.10.2018 08:13 Uhr

Ob Yuya Kubo gegen Frankfurt wirbeln darf? Der Japaner dürfte gegen seinen ehemaligen Trainer hochmotiviert sein. © Sportfoto Zink/DaMa


Vor erstmals über 40.000 Zuschauern im Max-Morlock-Stadion hofft man beim Club,aus den bisherigen Partien gegen international vertretene Mannschaften gelernt zu haben. Zu deutlich endeten die bisherigen Begegnungen mit Deutschlands Top-Teams (0:7 in Dortmund, 0:6 in Leipzig). Auch das letzte Spiel vergangenen Samstag gegen Champions-League Teilnehmer TSG Hoffenheim (1:3) wurde verdient verloren. Jedoch konnte man gegen die Kraichgauer zumindest eine Halbzeit lang Paroli bieten. Dass nun mit Eintracht Frankfurt eine Mannschaft nach Nürnberg kommt, die momentan national und international nicht zu stoppen ist, bietet die perfekte Möglichkeit für den FCN die Leistung aus der ersten Halbzeit gegen Hoffenheim nun über die kompletten 90 Minuten zu zeigen.

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FCN gegen Frankfurt: Mal herrscht der Club, mal Eintracht

Nürnberg und Frankfurt trennen rund 200 Kilometer. Sie verbindet eine gemeinsame Fußball-Geschichte. In bisher 57 Bundesliga-Begegnungen lieferten sich die Kontrahenten oft heiße Duelle. Die besten Bilder: Lieberwirths Liebesgrüße, Zarate läuft Möller weg, ein rauschhafter Pokal-Abend. Und zuletzt: eine aus rot-schwarzer Sicht unerquickliche Relegation.


Die Hessen reisen nicht nur mit 5000 Gästefans im Gepäck, sondern auch mit gehörig viel Selbstvertrauen in die Noris. Besonders die Offensivabteilung der Eintracht hat momentan mächtig Spaß am Toreschießen. 19 Tore erzielte die Mannschaft von Trainer Adi Hütter in den vergangenen vier Spielen. Zuletzt beförderte man in der Europa-League Apollon Limassol mit 2:0 aus dem eigenen Stadion. Mit Luka Jovic und Sebastien Haller erwartet die Club-Abwehr zwei Stürmer, die gemeinsam schon 12 Tore in der bisherigen Bundesliga-Saison erzielt haben. Drei Tore mehr, als der gesamte FCN bisher markieren konnte.

Offensiv quirlig, defensiv stabil 

Für den ein oder anderen im Frankenland stellt sich nun die Frage, wie man die "Ballermänner vom Main" denn aufhalten möchte? Club-Trainer Michael Köllner hat da schon einen Plan. Durch cleveres, hartes Zweikampfspiel der Innenverteidiger und den Glauben an die eigenen Fähigkeiten sollen die Zuspiele auf die Spitzen verhindert werden. Neben der im Vordergrund stehenden defensiven Stabilität will man jedoch auch sein eigenes Spiel vor eigenem Publikum bis zum Schlus durchziehen. Um am Ende etwas Zählbares mitzunehmen, muss die Balance zwischen der quirligen Offensive und der konsequenten Defensive stimmen. Dabei werden Eigenschaften wie Mut und Überzeugung gefragt sein. 

Dabei definitiv fehlen werden Mikael Ishak und Eduard Löwen. Beide leiden unter einer Zerrung im Knie. Während beim Schweden das Innenband lädiert ist, zwickt bei Löwen das Außenband. Ebenfalls fraglich ist der Einsatz von Mittelfeld-Abräumer Ondrej Petrak. Den Tschechen plagten unter der Woche Schmerzen im Addukktorenbereich. Ihn ersetzen könnte Patrick Erras, der laut Köllner "wieder voll im Saft" steht.

Knöll, Kubo oder doch Kerk?

Die Suche nach Ersatz für Ishak und Löwen gestaltet sich dagegen etwas kniffliger. Nicht etwa, weil nicht genug Möglichkeiten zur Verfügung stehen, sondern eher, wer am besten zum System am Sonntag passen wird. Im Sturm dürfte Törles Knöll seine Chance von Anfang an bekommen, jedoch ist auch ein Einsatz von Adam Zrelak nicht unwahrscheinlich. Selbst Yuya Kubo und Matheus Pereira werden von Köllner als mögliche Alternativen fürs Sturmzentrum genannt. Auch Sebastian Kerk ist eine ernstzunehmende Alternative für die Außenbahn. Für Löwen dürfte Alexander Fuchs wieder in die Startelf zurückkehren. Aber auch da will sich der Oberpfälzer noch nicht festlegen. Um die geforderte defensive Stabilität auf den Platz zu bringen, könnte Ewerton sein Bundesliga-Debüt feiern. Doch auch bei der Besetzung des Abwehr-Zentrums lässt sich der Trainer des FCN nicht in die Karten schauen. Dass er in der anstehenden englischen Woche jedoch zu Einsätzen kommen wird, versichert Köllner mit großer Überzeugung. 

Rache für die Relegation

Bilanz: Das Spiel am Sonntag wird das insgesamt 57. Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften sein. Die Hessen gewannen dabei 23, der Club nur 14 Mal. Die restlichen 19 Partien endeten mit einem Remis. Den letzten Sieg gegen die Eintracht gab es im Februar 2011. Zum 3:0-Heimerfolg trafen damals Julian Schieber, Robert Mak und Almog Cohen. Für das jüngste Duell mit Frankfurt hat der FCN noch eine Rechnung offen. Im Rückspiel der Relegation 2016 setzten sich die Gäste aus der Bankenmetropole mit 1:0 durch. Dadurch verpasste der Club den Aufstieg in die Bundesliga, die Hessen waren dagegen gerettet.

Prognose: Wenn man auf die Tabelle schaut, sieht es nach einer klaren Angelegenheit für die Frankfurter aus. Während der Club mit acht Punkten auf Platz 14 rangiert, klopfen die Hessen mit 13 Punkten an der Tür zu den Europapokal-Plätzen. Um eine erneute deutliche Niederlage aus Sicht des Club zu verhindern, muss der große Qualitätsunterschied durch Kampf und Willen wettgemacht werden. Als Vorzeige-Beispiel dafür dient die erste Halbzeit gegen Hoffenheim.

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Vierer, Fünfer und ein Lichtblick: Die Club-Noten gegen Hoffenheim

Der Club spielte mutig auf gegen die Kraichgauer. Am Ende stand jedoch eine 1:3-Niederlage. Bedanken konnte sich der 1. FC Nürnberg allen voran bei Schlussmann Christian Mathenia, der auch von den Usern und der Redaktion die Bestnote bekam. Das Zeugnis der Club-Akteure!


Wiedersehen mit Kubo

Frankfurt-Coach Adi Hütter wird mit Yuya Kubo einen seiner ehemaligen Schützlinge aus seiner Zeit bei Young Boys Bern wieder treffen. Der Österreicher adelt den Club-Spieler als "beweglichen, laufstarken und beidfüßigen" Angreifer. Des weiteren warnt Hütter vor einem heimstarken FCN, der "trotz der Niederlage gegen Hoffenheim zu Hause in dieser Saison ein deutlich besseres Gesicht abgibt, als auswärts." Bleibt zu hoffen, dass der Club genau das Gesicht abgibt, das vergangenen Samstag in den ersten 45 Minuten das Max-Morlock-Stadion zum toben brachte. 

tso

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