Dienstag, 11.12.2018

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Lena Gottwald will in die Triathlonspitze

Geld, Studium, mentales Tief: 22-jährige Zirndorferin meistert es - 06.12.2018 12:29 Uhr

Lena Gottwald hatte in diesem Jahr viel zu bejubeln. Hier wurde sie Zweite der Frauen beim Rothsee-Triathlon, Erste in ihrer Altersklasse. © Foto: Salvatore Giurdanella


Mit acht Jahren lief Lena Gottwald ihren ersten Triathlon. Heute, 14 Jahre später, durchlebt sie das "schönste Jahr" ihrer sportlichen Laufbahn. Im hessischen Viernheim gelang ihr im August ihr bislang größter Erfolg: der Deutsche Meistertitel in ihrer Altersklasse über die Kurzdistanz aus 1,5 Kilometern Schwimmen, 40 Kilometern Radfahren und 10 Kilometern Laufen.

Betrachtet man ihre bisherige Vita, ist dieser Titel eine logische Konsequenz – Bronze bei ihrer ersten Deutschen Meisterschaft der 20- bis 25-Jährigen vor zwei Jahren, Silber bei der zweiten im vergangenen Jahr und heuer ganz auf dem Siegerpodest.

"Schon in der Vorbereitung auf 2018 hat alles gepasst, ich bin ohne Verletzungen durchgekommen und die Zeiten wurden stetig besser", erzählt Gottwald. Bereits zuvor habe sie durchaus auf den Titel geschielt. Auch die alljährlichen Trainingslager hätten ihren Teil zum Erfolg beigetragen. Im Januar trainierte sie mit ihrem Coach auf Fuerteventura, Fasching und Ostern auf Mallorca.

Aus eigener Tasche

In einer Sportart, die sich abseits des ganz großen Geldes abspielt, bedeutet ein Trainingslager auch für eine Deutsche Meisterin einen großen finanziellen Aufwand. "Klar, das geschieht alles eigeninitiativ und muss selbst finanziert werden", weiß die 22-Jährige um die Gegebenheiten im Triathlon. Eigene Sponsoren habe sie noch nicht. "Das kommt aber hoffentlich irgendwann."

Denn grundsätzlich sehe sie ihre Sportart auf dem richtigen Weg, Triathlon werde nicht nur wegen des Ironmans Hawaii immer populärer. "Unsere Region ist ohnehin eine Triathlonregion, der Wettkampf in Roth ist natürlich ein Aushängeschild, und man spürt auch das Zuschauerinteresse in den Ortschaften."

Selbstverständlich ist es nicht nur die positive Entwicklung, sondern auch ihre eigene Begeisterung für diesen Sport, weshalb sie von einem "kleinen Suchtpotential" spricht. Die Studentin der Sportwissenschaften, die nebenbei selbst Schwimmunterricht gibt, spult wöchentlich bis zu 20 Stunden Training ab. Die Abwechslung, die ihr der Triathlon bietet, motiviert sie zusätzlich. "Nur eine Sportart wäre mir wahrscheinlich zu langweilig." Die Tatsache, dass Triathleten grundsätzlich auf sich alleine gestellt sind, störe sie derweil nicht. Sie könne sich alleine motivieren, würde den Kopf frei kriegen und sei ohnehin mental stark. "Das muss man auch sein. Klar ist aber auch: Es gibt die Situationen, in denen es schwer fällt, sich aufzuraffen." Auch sie weiß aus eigener Erfahrung, was ein "mentales Tief" ist. In solchen Fällen gehe sie beispielsweise Klettern, um den Kopf wieder für ihr Kerngeschäft frei zu bekommen.

Sport geht vor

"Nach drei, vier Tagen Ruhe reicht es dann aber auch wieder und der Fokus gilt dem Trainingsplan." Ihre Stärken zeigen sich auch – und vor allem – in ihrem Alltag. Grundsätzlich werde "alles rund um den Sport gelegt. Im Zweifel geht der Sport vor". Ihrem Studium schade das jedoch nicht. Nach dem Bachelorabschluss strebe sie den Master an, denn im Großen und Ganzen sei sie zufrieden, "so will ich es weitermachen".

Die Pläne und Träume für die Zukunft stehen bei der 22-Jährigen. In etwa drei Jahren wolle sie von der Kurz- auf die Mitteldistanz wechseln, dann seien die körperlichen Voraussetzungen für 1,9 Kilometer zu Wasser, 90 auf dem Rad und 21 zu Fuß besser als mit 22 Jahren. Und selbstverständlich das Ziel eines wohl jeden Triathleten: "Der Ironman auf Hawaii muss cool sein", meint sie vielsagend. Das klingt nach einem neuen Ziel der Zirndorferin. 

BASTIAN PERLITZ

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