Sonntag, 18.11.2018

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Life Kinetik: Gehirnsport im Langenzenner Stundenplan

Am örtlichen Gymnasium erleben die Schüler ein besonderes Training - 30.03.2018 21:00 Uhr

Die Bälle in die Luft zu werfen und überkreuz zu fangen – das ist auch für geübte Life Kinetiker keine einfache Übung. © Foto: Karin Goeckel


"Jetzt laufen wir zur zwei. Und zur drei. Und zu rot". Ruhig gibt Sportlehrerin Beate Prechtl den Kindern der Klasse 5 a Anweisungen. Je nachdem, welche Zahl oder welche Farbe genannt wird, laufen sie in der Turnhalle des Wolfgang-Borchert-Gymnasiums mal nach vorn, mal nach hinten oder zur Seite. Es ist ein nicht ganz einfach zu durchschauendes Muster, dem sie für ihre Aufwärmübung folgen. Jeder Bewegungsrichtung sind Zahlen von eins bis vier zugeordnet. Hebt Beate Prechtl den Arm, werden die Richtungen vertauscht. Dann ist die Nummer eins nicht mehr vorn, sondern hinten, die Nummer drei nicht mehr rechts, sondern links.

Zusätzlich sind jeder Richtung auch noch Farben zugeordnet. Nach einem halben Jahr Life Kinetik sind die für Zuschauer verwirrenden Befehle für die Schülerinnen und Schüler kein Problem mehr, die meisten laufen in die richtige Richtung. "Am Anfang war das natürlich ein großes Chaos", erinnert sich die Sportlehrerin.

Aber auch für die geübten Life Kinetiker der 5a gibt es noch Übungen, die sie nicht so einfach schaffen. Etwa wenn sie über eine der Linien auf dem Hallenboden entlang im Rhythmus eins – eins – beide springen, jeweils auf das nicht belastete Bein klatschen und dabei eine Geschichte erzählen sollen. "Ich muss im Rhythmus springen, aber nebenbei erzählen", erklärt Beate Prechtl. Das ist leichter gesagt als getan. Springen und Klatschen kriegen die meisten Jungen und Mädchen noch ganz gut hin. Aber das beiläufige Erzählen... . Die meisten reden im Takt ihrer Sprünge. Aber das macht nichts. Bei Life Kinetik ist es die Herausforderung, die zählt.

Dazu gehört auch, kleine Knautschbälle vor sich in die Luft zu werfen und überkreuz aufzufangen. "Uh, ich habs geschafft", ruft Sophie begeistert, die Arme vor der Brust gekreuzt, die Bälle in der Hand. Solche Juchzer sind immer wieder zu hören. Die Kinder sind begeistert bei der Sache. "Mir macht es Spaß, weil man lernt, mehrere Dinge gleichzeitig zu machen, meint etwa Sophie. "Ich finde Life Kinetik cool, weil man verbindet die zwei Gehirnhälften und kann sich besser konzentrieren", fügt ihre Klassenkameradin Franziska hinzu.

Neue Verknüpfungen im Gehirn

Tatsächlich soll die Kombination von Bewegung sowie kognitiver und koordinativer Herausforderungen dafür sorgen, neue Verknüpfungen im Gehirn zu schaffen. Dies wiederum soll Leistungsfähigkeit, Konzentration und Schnelligkeit fördern.

Auch viele Leistungssportler schwören auf Life Kinetik – die Fußballmannschaften von Borussia Dortmund oder des 1. FC Nürnberg zum Beispiel. Skirennläufer Felix Neureuther hat sogar ein Buch über Life Kinetik geschrieben. Beate Prechtl ist überzeugt, dass sich Life Kinetik auch bei der Klasse 5a positiv auswirkt. "Ich weiß natürlich nicht, wie sie ohne wären. Aber ich merke, dass es ihnen Freude macht, sie den Bewegungsanreiz wahrnehmen, dass sie in der Pause auch ab und zu üben. Ich bin überzeugt, dass so eine Konzentrationsübung den Kindern hilft." 

Karin Goeckel

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