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Lücke beim Club? Ewertons Pech könnte Mühls Chance sein

Köllner: "Aufgestiegen sind wir in den letzten Spielen ja auch ohne ihn" - 01.08.2018 05:18 Uhr

Lukas Mühl will beim Club wieder angreifen. © Sportfoto Zink / JüRa


Es sah zunächst nur nach einem leicht verunglückten Zweikampf aus. Ewerton ließ sich kurz behandeln und humpelte ohne Schuh vom Trainingsplatz. Doch die Diagnose am Tag danach trifft ihn und den 1. FC Nürnberg schwer. Der Club muss voraussichtlich sechs Wochen auf den Brasilianer verzichten. Der Innenverteidiger, der mit dem Fuß im Rasen hängen geblieben war, hat sich die Syndesmose im rechten Sprunggelenk angerissen, wie eine MRT-Untersuchung im Krankenhaus in Brixen ergab.

Die Suche nach Verstärkungen konzentriert sich beim Bundesligisten dennoch weiterhin auf die Offensive. Die Lücke soll intern aufgefangen werden. "Harmlos ist es nicht, er wird ein paar Wochen fehlen", orakelte Trainer Michael Köllner im Pressegespräch nach der Vormittagseinheit, während er noch auf Nachricht von Mannschaftsarzt Matthias Brem wartete.

"Schlechtes Karma für die Innenverteidiger"

Die Konsequenzen des Ausfalls des 29-jährigen Abwehrspielers waren aber da schon absehbar. Das DFB-Pokalspiel beim SV Linx, den Bundesligaauftakt bei Hertha BSC am 25. August und noch ein paar weitere Partien wird er sicher verpassen. Es ist ein schmerzlicher Ausfall für den Club, dem derzeit mit Lukas Mühl und Georg Margreitter nur noch zwei etatmäßige Innenverteidiger zur Verfügung stehen.

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"Schlechtes Karma für die Innenverteidiger in der Vorbereitung", haderte Köllner, der vor zwei Jahren in der selben Phase schon länger auf Lukas Mühl verzichten musste, der sich kurioserweise ebenfalls an der Syndesmose in einem Testspiel verletzt hatte. In der vergangenen Saison bildete das Innenverteidigerduo Margreitter/ Ewerton eine verlässliche Größe und zählte zum Besten, was die Liga hergab. "Unersetzlich ist keiner. Und aufgestiegen sind wir in den letzten Spielen ja auch ohne Ewerton", erinnert jedoch Köllner. Vor dem damals richtungweisenden Spiel in Kiel (3:1) war der Brasilianer wegen einer Wadenverletzung für drei Spiele ausgefallen. Mühl füllte die Rolle unaufgeregt aus. Der U20-Nationalspieler zeigte überzeugende Leistungen. 

Köllner und die Konkurrenzsituation 

"Wenn einer ausfällt, ist es immer die Chance für einen anderen", nimmt Köllner auch jetzt den Ausfall pragmatisch, obwohl sich dadurch auch das Spiel verändere: "Nicht jeder bringt auf der Position die gleichen Qualitäten mit." Die Kandidatenliste jener, die den Ausfall kompensieren könnten, ist überschaubar. Eduard Löwen wird wieder als Allrounder gefragt sein. Beim Spielaufbau mit Dreierkette dürfte er, wie schon öfter praktiziert, in die zentrale Rolle zwischen die beiden Innenverteidiger rücken und das Spiel auf seine kreative Art eröffnen. In einer Viererkette wäre Mühl an der Seite von Margreitter gesetzt. 

Aber eine Option könnte auch noch Ondrej Petrak sein. Der Tscheche gab bereits mehrfach einen überzeugenden Innenverteidiger ab, verhehlte aber auch nie, dass er die Rolle nur ungern einnimmt, sich mehr vor der Abwehr sieht. Diese Einstellung sorgte intern bereits für Differenzen. Doch mit der Verlängerung seines Vertrags rang der Club Petrak auch die Zusage ab, sich auf diese Position wieder einzulassen. "Ich glaube, dass jeder unserer Spieler die innere Haltung hat, dass egal wo er spielt, er glücklich darüber ist, dass er spielt", meint Köllner. 

Das Risiko, den ohnehin nicht besonders breiten Kader zu überfordern, scheint man beim Club für gering zu halten. Der Reflex nach einem Spontaneinkauf scheint nicht vorhanden. "Wir haben nominell nur drei Innenverteidiger, deshalb haben wir schon immer die Augen offen gehalten", sagt Köllner zwar, ergänzt aber auch: "Ich denke nicht, dass wir gleich einen holen müssen.“ Dieser Meinung ist auch Sportvorstand Andreas Bornemann, der auf der Fahrt nach Natz von Ewertons Verletzung erfuhr: "Wir gehen aktuell davon aus, dass der Kader über die Qualität verfügt, diesen Ausfall aufzufangen." Die Suche nach Offensivspielern genießt also weiterhin Priorität. 

Stefan Jablonka

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