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Magdeburg in Fürth: Greift der Oenning-Effekt?

Abstiegsbedrohter FCM möchte Lebenszeichen am Laubenweg senden - 23.11.2018 05:49 Uhr

"Wir müssen schnell lernen", fordert Magdeburg-Coach Michael Oenning (links). Ob sich erste Lernerfolge unter dem ehemaligen FCN-Trainer beim Aufsteiger eingestellt haben, wird sich vielleicht schon im Ronhof zeigen. © dpa


Das Kleeblatt hat aus den vergangenen drei Spielen nur einen Punkt geholt, der FCM wartet bereits seit fünf Spielen auf einen Dreier. Dankbar ist die Aufgabe für die SpVgg allemal nicht. Vor der Länderspielpause zogen die Magdeburger die Reißleine und entließen nach vier Jahren Trainer Jens Härtel.

Ein Ex-Nürnberger an der Seitenauslinie  

Bei den Fans stieß die Beurlaubung auf viel Gegenwind. Der 49-Jährige hatte die Mannschaft aus Sachsen-Anhalt von der Regionalliga bis in die 2. Liga geführt. Dass Erfolge aus der Vergangenheit im knallharten Profizirkus nichts zählen, ist bekannt. Mit Michael Oenning zauberten die Vereinsverantwortlichen eine Lösung aus dem Hut, mit der vermutlich keiner gerechnet hatte. Der 53-Jährige ist in Deutschland durch seine Trainerstationen in Nürnberg und beim HSV bekannt, zuletzt betreute er Vasas Budapest.

"Michael Oenning ist ein erfahrener Fußballlehrer und verfügt über weitreichende Erfahrungen im Bereich Teamführung und Weiterentwicklung von jungen Spielern. Die Gespräche haben gezeigt, dass wir eine gemeinsame Philosophie haben", sagt Maik Franz, Leiter der Lizenzspielerabteilung. Bislang liegt der Punkteschnitt der Magdeburger bei 0,69 pro Spiel. "Wir laden dem neuen Trainer eine riesige Bürde auf, weil er einen Punkteschnitt von 1,5 bringen muss", meint Geschäftsführer Mario Kallnik.

Nichts anderes als Abstiegskampf ist beim Liganeuling angesagt. Oenning formuliert es anders. Er denkt positiv. "Ich bin kein Freund von Abstiegskampf. Ich rede gerne vom Klassenerhalt. Wir müssen uns grundsätzlich durchsetzen und an das anpassen, was die Liga von uns fordert. Wir müssen schnell lernen."

"Wir fahren nach Fürth, weil wir leben"

Ein erster Ansatz des neuen Chefcoachs ist die Anpassung der Spielidee. Statt zu reagieren, müsse sein Team künftig agieren. "Grundsätzlich müssen wir mutig sein, das Spiel in die Hand nehmen. Wenn wir den Ball haben, muss es schnell gehen. Wir fahren nach Fürth, weil wir leben und etwas erreichen wollen."

Erste Maßnahmen in der Trainingssteuerung war die Intensivierung des Passspiels, bei dem Oenning durchaus Defizite feststellte. "Ich kenne keinen Dachdecker, der ohne Hammer aufs Dach klettert. Auch ein Louis van Gaal hat die Bayern-Stars mit Passübungen bis ins Allerletzte getriezt. Jeder Pass hat eine klare Sprache und muss so gespielt werden, dass der Mitspieler mit dem ersten Kontakt die Chance zum Weiterspielen hat."

"Das war das Derby schlechthin" 

Beide Teams sind noch nie aufeinandergetroffen. Ab 18.30 Uhr wird es diesmal eine seltene Premiere im Ronhof geben. Oenning hingegen kennt das Fürther Stadion. "Im Ronhof ist es etwas ganz Besonderes. Das weiß ich aus meiner Zeit in Nürnberg. Das war das Derby schlechthin. Es wird dort nicht einfach werden. Fürth muss zu Hause nach vorne spielen. Es wird keine Partie werden, in der groß abgetastet wird.“

Sorgen bereitet Oenning der Ausfall von Abwehrspieler Aleksandar Ignjovski, der sich beim Testspiel gegen den Sechstligisten FSV Barleben (8:0) eine komplexe Ellenbogenverletzung zugezogen hat und mehrere Wochen fehlen wird. Überhaupt ist sich Oenning noch nicht wirklich sicher, wer in Zukunft in einer möglichen Stammelf auflaufen kann. "Fragen Sie mich das noch einmal in sechs Wochen. Im Moment bin ich dabei, das Puzzle zusammenzusetzen." Für die Fürther Späher bedeutet das nicht zum ersten Mal, dass ihre ausgefüllten Bögen getrost im Aktenvernichter verschwinden können. 

Martin Ferschmann

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