Donnerstag, 21.02.2019

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Magerkost in der Kurpfalz: Fürth freundet sich mit 0:0 an

Das Kleeblatt holt in Sandhausen einen Punkt - 21.12.2018 20:29 Uhr

Auch Fabian Reese brachte in der Offensive heute kaum was auf die Beine. © Sportfoto Zink / WoZi


Schmuddelwetter rund um den Hardtwald, knapp 4478 Zuschauer waren in das kleine Sandhäuser Stadion gekommen. Sie wollten zwei Krisenteams der 2. Fußball-Bundesliga beim Versuch beobachten, sich aus ihrem Tief zu befreien. Die Spielvereinigung Greuther Fürth musste sich also wieder im grauen, rauen Zweitliga-Alltag beweisen – nachdem sie zuletzt vor 22.000 Zuschauern in Berlin, vor 50.000 in Köln und vor knapp 30.000 Fans am Millerntor in St. Pauli spielen durfte. Doch vielleicht war es ja genau das, was dieses Team gebraucht hatte? Die Partien gegen die drei Spitzenteams hatte das Kleeblatt schließlich alle verloren. 

Die Antwort fällt zwiespältig aus: Gegen den abstiegsgefährdeten SVS stand Fürth zwar defensiv stabiler als in den vergangenen Partien, doch im Angriff gab es fast nur Leerlauf zu sehen. Mit dem leistungsgerechten 0:0 verhindert das Kleeblatt zwar den nächsten Nackenschlag, ein Schritt nach vorne war die Partie aber nicht. 

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Pyro und Pfostenpech: Das Kleeblatt punktet in Sandhausen

Ein Befreiungsschlag sieht anders aus: Bei der Rückkehr von Kapitän Marco Caligiuri in die Startelf zeigt sich die SpVgg Greuther Fürth zwar in der Abwehr stabiler als zuletzt. Doch weil in der Offensive kaum etwas zusammenläuft, springt für das Kleeblatt am Ende nicht mehr als ein mühsames 0:0 beim abstiegsgefährdeten SV Sandhausen heraus. Hier sind alle Bilder zur Nullnummer am Hardtwald:


Dabei fiel der Beginn vielversprechend aus: Schon nach drei Minuten klatschte der Ball gegen den Sandhäuser Pfosten, Fabian Reese hatte ihn dort hingelenkt. Doch schnell zeigte sich im Verlauf der Partie: Mit der wieder einmal umformierten Dreierkette rund um den zurückgekehrten Kapitän Marco Caligiuri stand die Abwehr zwar relativ sicher. Doch bis an den Fürther Strafraum schafften es die Gastgeber lange viel zu einfach durchzudringen. Caligiuri klärte mehrfach entscheidend und war auch unter Druck ein Fels in der Brandung. 

Fürth war im Spielaufbau sichtbar um Ruhe und Stabilität bemüht, nicht immer gelang das erfolgreich. In der 31. Minute hatte das Kleeblatt Glück, dass ein Ballverlust von Maximilian Sauer – sein Konkurrent Roberto Hilbert stand erneut nicht im Kader – von Sandhausen nicht bestraft wurde. Die Spielvereinigung lauerte auf Konter, schaffte es dabei aber kaum Akzente zu setzen. Bei einem Gegenzug, den Caligiuri mit einem Ballgewinn eingeleitet hatte, stand Stürmer Daniel Keita-Ruel knapp im Abseits (38.). Kurz vor der Pause spielte das Kleeblatt einen Angriff etwas zu umständlich aus. Am Ende wurde daraus ein Schuss von Mohr aus etwa 18 Metern, der über das Tor ging (44.). Sandhausen war insgesamt das etwas gefährlichere Team. 

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Punkt für Fürth: Sauer macht nicht lustig - Caligiuri gefällt

Es ist das vierte Spiel in Folge, in der die SpVgg Greuther Fürth ohne eigenen Torerfolg bleibt. Beim SV Sandhausen reicht das dennoch für einen Punktgewinn. Und jetzt? Die Noten für die Buric-Boys nach der Nullnummer in der Kurpfalz fallen mit wenigen Ausnahmen nicht besonders gut aus.


Halbwegs aufregend war im zweiten Durchgang zunächst höchstens die Pyrotechnik, mit der ein Teil der Fürther Fans Rauchschwaden durch das Stadion wehen ließ. Ein an sich nicht unbedingt harter Schuss von Gugganig, den Sandhausens Torwart Marcel Schuhen aber erst im Nachfassen kontrollieren konnte, war die beste Chance des zweiten Durchgangs (59.). Zu diesem Zeitpunkt hatte Damir Buric bereits den gelb-rot-gefährdeten Sauer ausgewechselt. Doch weder die Hereinnahme von Daniel Steininger noch die des unter der Woche grippegeschwächten David Atanga sorgten für entscheidend mehr Druck. 

Aufregung gab es nur noch, als Schiedsrichter Frank Willenborg einen sich heftig empörenden Buric in der 85. Minute auf die Tribüne schickte – offenbar weil aus einem nicht gegebenen Einwurf für Fürth eine Chance für Sandhausen entsprungen war. Die Spielvereinigung profitierte davon, dass sich Sandhausen in einer nun niveauarmen Partie ähnlich harmlos zeigte. Ein Gegentor hätte das Kleeblatt an diesem Abend wohl schwer kontern können. So kann sich die Spielvereinigung darüber freuen, den Abstand von elf Punkten in der Tabelle auf Sandhausen verteidigt zu haben. Ein scheinbar komfortables Polster – aber auch eines, das trügerisch sein kann. 

SV Sandhausen: Schuhen - Karl, Verlaat, Zhirov - Klingmann, Müller - Linsmayer, Taffertshofer (34. Zenga) - Förster (51. Vollmann) - Wooten, Schleusener (82. Behrens)

SpVgg Greuther Fürth: Burchert - Sauer (55. Steininger) , Caligiuri , Bauer , Mohr (77. Jaeckel) - Gugganig , Magyar - Reese (71. Atanga) , Green , Ernst - Keita-Ruel

Tore: - | Gelbe Karten: Linsmayer, Zhirov - Sauer, Gugganig | Schiedsrichter: Willenborg (Osnabrück) | Zuschauer: 4478

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Alexander Pfaehler E-Mail

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