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Manchester United findet nur wenige Fans an der Börse

Die Einnahmen durch den Börsengang sind für den englischen Club deutlich geringer als ursprünglich erhofft - 10.08.2012 19:39 Uhr

Vorstände von Manchester United läuten mit Eröffnungsglocke der New Yorker Börse den Börsengang ihres Vereins ein. Die Freude währte nicht lange: Der Kurs dümpelte vor sich hin, laut Insiderberichten musste die Aktie gestützt werden.

Vorstände von Manchester United läuten mit Eröffnungsglocke der New Yorker Börse den Börsengang ihres Vereins ein. Die Freude währte nicht lange: Der Kurs dümpelte vor sich hin, laut Insiderberichten musste die Aktie gestützt werden. © afp photo/nyse euronet/ben hider


Auf dem Platz hatte Manchester United zuletzt nicht mehr den gewünschten Erfolg – jetzt muss der englische Fußball-Rekordmeister auch an der Börse eine Schlappe einstecken. Die Aktien der Red Devils dümpelten am Freitagmorgen (Ortszeit) bei ihrem Debüt an der New York Stock Exchange vor sich hin. Der erste Kurs lag bei 14,05 Dollar und damit nur wenige Cent über dem Ausgabepreis von 14 Dollar.

Unter Börsianern gilt ein so schwacher Start als Makel. Immer wieder drohte die Aktie im frühen Handel sogar unter die 14-Dollar-Schwelle zu fallen. Vermutlich ist es nur dem Eingreifen der am Börsengang beteiligten Banken zu verdanken, dass die Papiere sich halten konnten.

Geld soll in Schuldenabbau fließen

Erinnerungen an Facebook wurden wach: Dort hatten die Banken am ersten Tag ebenfalls mit eigenen Käufen den Kurs gestützt. Bereits am zweiten Tag ging es aber rapide abwärts. Heute ist eine Facebook-Aktie 43 Prozent weniger wert als beim Börsenstart im Mai. Dabei hatte Manchester United – anders als das Soziale Netzwerk - bereits einen kräftigen Rabatt auf den Verkaufspreis seiner Aktien gewährt.

Ursprünglich hatte sich der Club bis zu 20 Dollar je Anteilsschein versprochen. Die Investoren wollten diese Summe jedoch nicht zahlen und pochten auf einen Abschlag. Die Gesamteinnahmen schrumpften damit von erhofften 333 Millionen auf 233 Millionen Dollar (190 Millionen Euro). Den Verkaufspreis hatte Manchester United am späten Donnerstag genannt. Für den Club ist dies ein Rückschlag im Kampf gegen seinen riesigen Schuldenberg. Hierfür ist das Geld vorgesehen.

Glazer-Beteiligung sorgt für Unmut bei den Fans

Fans und Medien hatten nach dem verlorenen Meisterrennen gegen den Stadtrivalen Manchester City allerdings gefordert, dass ein Teil der Einnahmen in Neuverpflichtungen reinvestiert werden soll. Dabei erhält ManUnited nur die Hälfte der Börsen-Einnahmen. Die andere Hälfte geht an den bisherigen Alleineigentümer, die aus den Vereinigten Staaten stammende Milliardärsfamilie Glazer.

Die Aufteilung des Geldes hatte bei den Manchester-Fans schon im Vorfeld für Unmut gesorgt. Denn Familienoberhaupt Malcolm Glazer ist dafür verantwortlich, dass der Club mit 437 Millionen Pfund in den Miesen steht. Glazer hatte Manchester United im Jahr 2005 für 790 Millionen Pfund (heute eine Milliarde Euro) erworben, anschließend von der Börse genommen und die Kaufsumme dem Verein als Schulden aufgebürdet. Der Milliardär wird auch nach dem Börsengang die Fäden ziehen, da er nur einen kleinen Teil seiner Aktien verkauft.

Manchester wertvollster Club der Welt

Manchester United ist nach einer Rangliste des US-Magazins „Forbes“ der wertvollste Fußballclub der Welt – schwacher Börsenstart hin oder her. Erst jüngst hatte der Verein einen gut dotierten Sponsorenvertrag mit der Automarke Chevrolet abgeschlossen. Der gesamte Club wird nun auf einen Wert von 2,3 Milliarden Dollar veranschlagt.

Hätte Manchester United seine Papiere zum Höchstpreis losschlagen können, wäre der Verein satte 3,3 Milliarden Dollar wert gewesen. Doch selbst die niedrigere Summe ist für die Sportwelt gewaltig. Zum Vergleich: Borussia Dortmund bringt es an der Börse auf rund 150 Millionen Euro.
  

dpa

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